Analyse

Nach dem 1:11 in Landshut: Die Gründe für das Echinger Debakel

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Da half kein Bitten und kein Flehen: TSV-Trainer Willi Kalichman musste von draußen zusehen, wie sein Team in Landshut entgegen seiner Anweisungen ins Verderben rannte.

Als die Bayernliga noch die dritthöchste Spielklasse war, trat der TSV Eching reihenweise gegen große Vereine wie 1860 München und den FC Augsburg an. Eine zweistellige Niederlage ist nirgendwo in der Statistik zu finden. So eine kassierte der TSV am Samstag in Landshut. Die Gründe für das 1:11.

Die AbwehrHinten wird der Schuh wohl die gesamte Saison drücken. Die Abwehr ist selbst bei einem komplett zur Verfügung stehenden Kader die Achillesferse. Und Umstellungen sind eine besondere Gefahr für das fragile Gebilde: In Landshut mussten bei den zuletzt zwei Mal in Serie siegreichen Echingern beide Außenverteidiger ersetzt werden.

Der TrainingsrückstandWer in Urlaub war, muss sich beispielsweise im großen Kader des Nachbarn VfB Hallbergmoos hinten anstellen – egal, wie der Spieler heißt und was er geleistet hat. In Eching müssen die Urlaubsrückkehrer – wegen anderer Urlauber und Verletzter – quasi ohne Training einsteigen. Junge Kicker, die bisher immer unterklassiger gespielt haben, wie etwa Ante Basic, bekommen da logischerweise Probleme. Nur ein Routinier wie Fabi Hrgota kann das dank seiner unendlichen Erfahrung ausgleichen.

Die Unerfahrenheit„Alte Hasen“ machen in Partien wie in Landshut hinten dicht, geben den Spielverderber und hauen die Bälle notfalls übers Tribünendach. Echings forsche Jugend wollte mit eigenen Toren Schadensbegrenzung betreiben – und lief ins Verderben. Da konnte auch Trainer Willi Kalichman nichts mehr machen.

Die Zwei-Klassen-GesellschaftDie Landesliga ist eine gefährliche Liga, weil die obere und die untere Tabellenhälfte vom Leistungspotenzial her weit auseinanderliegen. Der TSV Eching kann gegen alle Teams aus der unteren Hälfte gewinnen. Gegen die Favoriten auf die vorderen Plätze muss einiges zusammenkommen: Beim 2:2 in Hallbergmoos konterte Eching eiskalt und hatte Glück bei vier Aluminiumtreffern des Gegners. Gegen einen VfB Hallbergmoos in guter Form und mit Glück im Abschluss hätte das wohl anders ausgesehen.

Der AusblickDas 1:11 war bitter, aber es war nur ein Spiel. Die bisher acht einkassierten Punkte hätte den Echingern kaum einer zugetraut. Nach der Urlaubszeit wird das Team konstanter werden.

Die höchsten Niederlagen des TSV Eching:• SpVgg Landshut – TSV Eching 11:1 (27. August 2016)• FC Töging – TSV Eching 7:0 (25. Juli 2015)• TSV Eching – VfB Hallbergmoos 1:7 (16. Mai 2015)• SpVgg Fürth – TSV Eching 6:0 (24. September 1983)• FC Wacker München – TSV Eching 6:0 (6. August 1986)• TSV Schwaben Augsburg – TSV Eching 6:0 (16. Mai 1987)• TSV Eching – FC Wacker München 0:6 (20. Mai 1987)• FC Bayern München II – TSV Eching 6:0 (14. September 1991)• FC Augsburg – TSV Eching 6:0 (22. August 1992)

Die höchsten Siege des TSV Eching:• TSV Ampfing – TSV Eching 0:9 (9. August 1995)• SB DJK Rosenheim – TSV Eching 0:7 (21. Mai 1983)• TSV Eching – TSV Göggingen 6:0 (30. März 1985)• TSV Eching – SV Erlbach 6:0 (4. Oktober 2008)

Text: Nico Bauer

Quelle: fussball-vorort.de

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