Unterhaching nach der Pokal-Niederlage

Nach Mainz-Spiel: Dieses Team hat Zukunft

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Hachings Trainer Claus Schromm kann stolz auf seine Mannschaft sein. Jetzt zählt wieder der Liga-Alltag.

SpVgg Unterhaching - Der SpVgg Unterhaching sollte das sensationelle Pokalspiel gegen Mainz zusätzliches Selbstvertrauen verleihen. Trotz der Niederlage liefert die Partie positive Erkenntnisse.

Unterhaching – Als Yunus Malli in der 88. Minute das 3:1 für den FSV Mainz erzielt hatte, machten sich die ersten der 7000 Zuschauer im Unterhachinger Sportpark sofort auf den Heimweg. Der Viertligist schien geschlagen, was sollte den Mainzern, die in dieser Saison in der Euro-League spielen, schon noch passieren? Doch im Pokal gibt es eben immer wieder Wunder. Haching schlug zurück. Stephan Hain gelang umgehend der Anschlusstreffer (89.) und Vitalij Lux in der dritten Minute der Nachspielzeit mit einem fulminanten Schuss der 3:3-Ausgleich. In der Nachspielzeit war der Underdog überlegen, im Elfmeterschießen äußerstunglücklich. Der Bundesligist blieb eiskalt und vom Punkt fehlerlos.

Was bleibt jetzt für die SpVgg Unterhaching nach dieser grandiosen Leistung in diesem mitreißenden Spiel, in dem kein Leistungsunterschied zwischen dem Viert- und dem Erstligisten zu erkennen war? „Wir können zufrieden sein“, sagte Hachings Trainer Claus Schromm. Klar. Seine Mannschaft hat ihr enormes Potenzial eindrucksvoll unter Beweis gestellt und ihre Favoritenrolle in der Regionalliga noch einmal dick unterstrichen.

Fokus auf die Liga

Mainz-Trainer Martin Schmidt ging nach der Begegnung kritisch mit der Leistung seines Teams um, zog jedoch auch positive Rückschlüsse aus dem Auftritt: „Für die erste Halbzeit müssen wir uns fast entschuldigen. Die zweite Halbzeit war dann solide, obwohl wir verletzungsbedingt zwei Umstellungen vornehmen mussten. Trotz der Nackenschläge nach dem 3:1 hat mein Team während des Spiels Mentalität gezeigt. Aus spielerischer Perspektive nehmen wir dennoch einige Hausaufgaben mit.“ Legt man die Leistung vom Sonntag zugrunde, stehen die 05er vor einer schweren Saison.

Anders die SpVgg Unterhaching: Schon vor dem Pokalkracher hat Claus Schromm klargestellt, dass der Fokus in dieser Saison klar auf der Liga liege.

Das Ziel ist ganz klar der Aufstieg. Wofür sonst sollte sich die SpVgg solch Klassespieler wie Stephan Hain, Dominik Stahl (ausgerechnet diese beiden verschossen ihre Elfmeter) und den am Sonntag fantastisch spielenden Sascha Bigalke leisten?

Auf 2,5 Millionen beläuft sich der Etat der SpVgg für diese Saison, inklusive den Kosten für das so wichtige Nachwuchsleistungszentrum. Da hätte eine weitere Runde im Pokal schon sehr gut getan.

„Ein kleines Risiko ist schon dabei“, räumte SpVgg-Boss Manfred Schwabl gegenüber dem „Kicker“ ein. Doch vielleicht war ja der eine oder andere potenzielle Sponsor am Sonntag im Stadion. Bessere Werbung hätte die Mannschaft nicht treiben können.

Kommentar:

Es war ein denkwürdiger Fußball-Nachmittag im Unterhachinger Sportpark. Der Viertligist begegnete dem Euro-League-Teilnehmer FSV Mainz über 120 Minuten mindestens auf Augenhöhe. Die Unterhachinger Mannschaft spielte mit solch einer Leidenschaft, dass es die pure Freude war, zuzuschauen. Schade nur, dass im Elfmeterschießen gleich den beiden ersten Schützen die Nerven versagten, womit das Spektakel recht abrupt beendet war.

Trotzdem überwiegen nach dem Hachinger Pokal-Aus die positiven Aspekte: Zum einen unterstrich die SpVgg ihre Favoritenstellung in der Regionalliga Bayern. Und zwar eindrucksvoll. Zum anderen betrieb sie erstklassige Werbung in eigener Sache. Viele der 7000 Zuschauer vom Sonntag werden gerne wiederkommen. Zum anderen dürften potenzielle Sponsoren gesehen haben, dass diese Mannschaft Zukunft hat. Und das könnte letztlich sogar wertvoller sein, als es der mögliche Sieg gegen Mainz gewesen wäre.

Text: Robert Gasser

Quelle: fussball-vorort.de

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