BR-Moderator im Interview zum Toto-Pokalfinale

Othmers besondere Beziehung zur SpVgg Unterhaching

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Markus Othmer kommentiert am Samstag das BFV-Pokalfinale zwischen Haching und Würzburg.

SpVgg Unterhaching / FC Kickers Würzburg - Am Samstag steigt das BFV-Pokalfinale zwischen Haching und Zweitliga-Aufsteiger Würzburg. Kommentator ist BR-Moderator Markus Othmer. Im Interview spricht er über die Vorbereitung auf die Partie.

Die ARD zeigt am Samstag das Toto-Pokal-Finale des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) zwischen Titelverteidiger SpVgg Unterhaching und Zweitliga-Aufsteiger FC Würzburger Kickers live (14.30 Uhr). Am „Finaltag der Amateure“ präsentiert der Sender von 12.05 bis 19.55 Uhr eine große Konferenz mit insgesamt 17 von bundesweit 21 Landespokal-Endspielen. Kommentator im Hachinger Sportpark ist Markus Othmer vom Bayerischen Rundfunk (BR). Der 51-jährige Nürnberger moderiert seit 2005 das Magazin „Blickpunkt Sport“ im BR-Fernsehen und gehört zum Kommentatoren-Team der ARD-Sportschau. Im Interview erzählt der Mittelfranke, warum er die Finaltag-Konferenz spannend findet, wie er sich auf das bayerische Pokalfinale vorbereitet und welche Erinnerungen er mit Unterhaching und Würzburg verbindet.

Herr Othmer, Stichwort „Finaltag der Amateure“: Was halten Sie von der Idee, die Landespokal-Endspiele bundesweit in einer großen Live-Konferenz im Fernsehen zu übertragen?

Markus Othmer: Ich finde die Idee spannend. Ich bin ja selbst ein Kind des Amateurfußballs. Auch völlig unbekannte Vereine haben die Chance, sich auf so einer großen Bühne einfach mal zu zeigen. Das ist für diese Klubs ihr Spiel des Lebens. Ich finde das großartig.

Sie kommentieren am Samstag für die ARD das bayerische Toto-Pokal-Finale zwischen Titelverteidiger SpVgg Unterhaching und dem frisch gebackenen Zweitliga-Aufsteiger FC Würzburger Kickers. Wie bereiten Sie sich auf das Spiel vor?

Othmer: Ich werde mit beiden Trainern telefonieren, die ich sehr gut kenne. Dem einen gratuliere ich dann auch gleich zum Zweitliga-Aufstieg und dem anderen zum Einzug in die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde. Zur SpVgg Unterhaching habe ich einen engen Draht, da mein Sohn dort in der U16 spielt und ich deswegen eigentlich jede Woche drei- bis fünfmal am Sportpark bin.

Sie sind also parteiisch?

Othmer (lacht): Ja, ich drücke den bayerischen Vereinen die Daumen und wünsche beiden, dass sie in den DFB-Pokal einziehen. Aber das haben sie ja schon geschafft. Spaß beiseite, natürlich nicht.

Zurück zur Vorbereitung…

Othmer: Ich habe beide Mannschaften zuletzt häufig gesehen. Würzburg jetzt in beiden Relegationsspielen, vor allem war ich da auch live für die ARD dabei. Deswegen bin ich total auf Ballhöhe. Auch die SpVgg Unterhaching habe ich in dieser Saison mehrfach unter die Lupe genommen, zum Beispiel bei den DFB-Pokalspielen gegen Ingolstadt, Leipzig und Leverkusen, in denen die Hachinger ja mächtig für Furore gesorgt haben.

Gibt es besondere Erlebnisse oder Erinnerungen, die Sie mit den Klubs verbinden?

Othmer: Mit Würzburg verbinde ich tatsächlich die jüngste Vergangenheit und diese fantastischen zwei Spielzeiten, die sie hinter sich haben. In meiner eigenen Fußballerkarriere habe ich eher gegen den Würzburger FV gespielt, in der Jugend-Bayernliga. Damals waren die Kickers nur die zweite Kraft in Würzburg. Bei Unterhaching kann man das nicht in einem Erlebnis zusammenfassen. Vielleicht das außergewöhnlichste: Mein Sohn, der jetzt bei Unterhaching spielt, wurde an dem Tag getauft, als das legendäre Spiel Unterhaching gegen Leverkusen war. Die gesamte Familie, zumindest der weibliche Teil, war stocksauer, dass alle Männer vor dem Fernseher saßen und das Spiel angeschaut haben. Wo man doch eigentlich die Taufe des Kindes feiern wollte. Das Haching-Gen wurde ihm sozusagen in die Wiege oder besser in das Taufbecken gelegt.

Am Wochenende stehen gleich mehrere Highlights an: Samstag das bayerische Pokalfinale in der ARD-Konferenz und im BR-Livestream und am Sonntag die Drittliga-Relegation, Jahn Regensburg gegen den VfL Wolfsburg II live im Bayerischen Fernsehen. Vorfreude?

Othmer: Auf jeden Fall. Ich glaube, das wird am Samstag ein tolles Spiel. Für die Kickers ist es die großartige Möglichkeit, den Saisonabschluss mit einem weiteren Livespiel im Ersten zu feiern. Damit hätte in Würzburg ja vor zwei Jahren niemand gerechnet, dass sie plötzlich im Mai 2016 permanent live im Fernsehen zu sehen sind. Und für Unterhaching ist es ein wunderbares Schaulaufen für die ganzen jungen Spieler, die da im Team stehen. Sich vor großem Publikum zu zeigen, etwas Schöneres gibt es gar nicht. Deswegen erwarte ich ein sehr offensives, schönes Fußballfest.

Und Sonntag muss dann Jahn Regensburg ein 0:1 gegen Wolfsburg aufholen.

Othmer: Keine leichte Aufgabe, aber mit den Fans im Rücken ist das auf jeden Fall noch möglich. Für Regensburg ist es die Chance, die Saison komplett zu machen. Du hast mit der Bayerischen Amateurmeisterschaft einen tollen Titel, du hast eine wahnsinnige Belohnung mit dem Startplatz im DFB-Pokal und jetzt im Prinzip noch das i-Tüpfelchen vor Augen. Das wäre der Aufstieg in die 3. Liga. Auch für das Bayerische Fernsehen ist das ein ganz wichtiger Aspekt. Wir haben sonst nächstes Jahr in der 3. Liga, die bei uns jeden Samstag im Fokus steht, keinen bayerischen Verein mehr. Auch deshalb drücken wir Regensburg total die Daumen. Der Aufstieg würde bedeuten, dass der Jahn eigentlich jeden Samstag im Fernsehen zu sehen ist. Regensburg würde eine Riesen-Plattform bekommen.

Quelle: fussball-vorort.de

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