BCF Wolfratshausen verliert kurz vor Abpfiff

Peltram nach Pleitenserie: "Einige hatten Tränen in den Augen"

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Enttäuscht und fassungslos: BCF-Coach Patrik Peltram (re., mit Co-Trainer Sebastian Pummer).

BCF Wolfratshausen – Einer der unzähligen humoresken Sprüche im Fußball lautet: „Willst du eine (kriselnde) Mannschaft oben seh’n, musst du die Tabelle dreh’n.“ Eine gängige Frotzelei gegenüber Kellerkindern in Mannschaftssportarten. Und die trifft im Fall des BCF Wolfratshausen durchaus zu.

Nur: Seit Mittwoch, 20.18 Uhr, verbieten sich derlei Spötteleien. Denn die Farcheter Fußballer rangieren nicht nur am Ende des Bayernliga-Tableaus, sie sind nach der 1:2 (0:0)-Niederlage beim SV Kirchanschöring auch buchstäblich am Boden.

Die Gesichter nach dem Schlusspfiff offenbarten Abgründe, Selbstzweifel, kaum in Worte zu fassende Enttäuschung. Aus einem relativ gewöhnlichen und hinreichend erklärbaren Fehlstart erwächst allmählich eine Tragödie. Immerhin verloren die Farcheter – das Konter-Gegentor gegen Dachau ausgenommen – ihr viertes von fünf Punktspielen mit einem Tor Differenz. „Dafür gibt es keine Worte“, rang Patrik Peltram noch weit nach Spielende nach Fassung. „Dieser Abend tut richtig weh.“

Vor allem, wenn man die Umstände betrachtet. Der BCF spielte auswärts, erkämpfte sich in Unterzahl den Ausgleich, kassierte dann aber in der dritten Minute der Nachspielzeit den Nackenschlag durch einen Konter. „Momentan kommt es knüppeldick für uns“, sagte Klaus Brand mit einem gequälten Lächeln. Zwischen beiden Kontrahenten sei kein Unterschied zu sehen gewesen. Umso schwer verdaulicher sind für den BCF-Sportchef die nackten Fakten: „Die haben zehn Punkte, wir keinen.“ Peltram sprach gar von einem „Schlag in die Magengrube“. Nach dieser Leistung habe der Letzte gesehen, dass die Mannschaft mit viel Herzblut zu Werke geht, aber das Potenzial derzeit schlicht nicht ausreicht: „Einige hatten Tränen in den Augen.“

Lediglich zwei konkrete Chancen ließ der Wolfratshauser Defensivverbund zu. Sogar die Hausherren räumten ein, gegen einen sehr gut sortierten BCF gespielt zu haben. Aber was hilft’s? Chafi Gobitaka hatte die Kirchanschöringer Führung zeitnah egalisiert. Ein Eckball von Maxi Moll wurde an den langen Pfosten verlängert, von wo der ehrgeizige Innenverteidiger abstaubte. „Ein einstudierter Spielzug“, erläuterte Peltram. Wohlgemerkt in Unterzahl: Jona Lehr hatte sich, mit Gelb vorbelastet, zu einem Trikotzupfer hinreißen lassen. Peltram hätte gerne auch einen Platzverweis von Kirchanschörings 1:0-Schützen Manuel Omelanowsky wegen Nachtretens gesehen. Schlimmer aber traf die Farcheter die letzte Aktion der Partie: Moll hob einen Freistoß über das SV-Gehäuse, Tormann Christian Schlosser nahm einen anderen Ball, machte das Spiel damit schnell. Der BCF war unsortiert, weil er mutig auf Sieg spielte, wurde überlaufen und stand, saß, lag plötzlich mit leeren Händen da.

SV Kirchanschöring – BCF Wolfratsh.  2:1 (0:0)

BCF: Pradl - Korkor, Gobitaka, Scheck, Müller, Rödl, Wolfinger (63. Bavas) , Özgül (56. Gil. Diep), Moll, Greg Diep (71. Gellner), Lehr.

Tore: 1:0 (77.) Omelanowsky, 1:1 (80.) Gobitaka, 2:1 (90+2) Vogl. – Schiedsrichter: Thomas Zippe (Passau).

Gelbe Karten: Eder, Omelanowsky (SV), Moll, Lehr BCF).

Gelb-rot: Lehr (71./BCF wegen wiederholten Foulspiels).

Zuschauer: 670.

Quelle: fussball-vorort.de

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