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Der FC Pipinsried erfindet sich neu

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Fabian Hürzeler, Spielertrainer des FCP

FC Pipinsried - Konrad Höß will sich zurückziehen, seine jungen Nachfolger Fabian Hürzeler und Roman Plesche stehen vor einer gewaltigen Aufgabe.

Die Bayernliga-Saison ist erst wenige Spieltage alt, da erhebt der ewige Präsident des FC Pipinsried, Konrad Höß, seine mahnende Stimme: „Das wird heuer ein ganz schwieriges Jahr.“ Das ist keine sonderlich originelle Aussage des 75-Jährigen, eigentlich ist das einer seiner Standardsprüche. Abgesehen von den Jahren unter Spielertrainer Tobias Strobl. Auch den Zusatz: „Ich werde mit Argusaugen beobachten, was in den kommenden Wochen passiert.“, hat er schon oft gesagt. Indes Höß hat den Worten auch häufig Taten folgen lassen, wie die Trainer Denis Dimulovic (Mai 2010), Marco Küntzel (November 2010), Roland Baumgärtner (September 2011), Jürgen Schäfer (April 2012) oder Ömer Kanca (August 2015) am eigenen Leibe erfahren mussten. Daher ist es schon bemerkenswert, wenn Höß seine obigen Zitate auf Nachfrage folgendermaßen relati- viert.

„Wird Fabian Hürzeler am 1. September noch Trainer sein, wenn der FC Pipinsried am Sonntag, den 28. August, auf dm Abstiegsplatz der Bayernliga steht?“ Konrad Höß: „Ohne Wenn und Aber Ja!“ Höß hat sich anscheinend durchgerungen, seine Nachfolge endgültig zu regeln. Mit dem Pipinsrieder Roland Küspert, der sich seit vielen Jahren im Verein engagiert, als neuem Vorsitzenden, dem Allgäuer Roman Plesche (29) als Manager und de m ehemaligen U23-Löwen-Profi Fabian Hürzeler (23) als Spielertrai- ner. Was man auch daran sieht, dass die gelb-blauen Spieler in dieser Saison einen zusätzlichen Namenszug auf der Brust tragen – die Firma gehört der Mutter von Hürzelers Freundin. Doch es läuft noch nicht alles rund beim Dorfklub. Zu m Ende der Vorsaison verließen 17 Kicker den FCP, 16 stießen dazu. Von denen bis dato fünf schon wieder den Klub verlassen haben, darunter die beiden neuen Torhüter Nico Merz(zuvor 1865 Dachau) und Thomas Bauer (FC Ingolstadt II) sowie die früheren Jetzendorfer Stephan und Fabian Wagner. Auch Hugo Lopes (nun SV Heimstetten) ist schon wieder weg. Zuletzt hat es Marco Bläser erwischt: Der Stürmer, der als Joker geholt worden war, musste in den ersten Partien meist durchackern, weil seine Kollegen Serge Yohoua (Meniskus-OP) und Atdhedon Lushi (Handbruch) pausieren mussten. Yohoua kam beim 1:1 in Bogen 30 Minuten zu m Einsatz. Wohl zu früh, hinterher hatte der Sonnyboy Schmerzen.

„Wir müssen ihn ganz vorsichtig wieder heranführen“, meint Plesche nun. Lushi trainiert er seit der vergangenen Woche wieder mit, seine Hand wird durch eine Karbonkonstruktion geschützt. So war es kein Wunder, dass der FC Pipinsried zwar in manchen Partien spielerische Glanzpunkte setzten konnte, es aber mit de m Toreschießen haperte. Immerhin hütet mit dem Ex-Buchbacher Thomas Reichlmayr mittlerweile ein Keeper den FCP-Kasten, der über eine beeindruckende Präsenz und hervorragende Reflexen verfügt. Zudem wurden zwei Akteure der Vorsaison reaktiviert: Abwehrchef Denny Herzig und Schlussmann Georgios Blantis. Der Dritt- und Viertliga-erfahrene Mittelfeldmann Gianluca Simmari stieß kürzlich vo m FC Er- ding hinzu. Theore- tisch zumindest. Praktisch weilte der Italiener erst einmal in Urlaub. Plesche sucht freilich noch händeringend nach einem Stürmer. „Kaderplanung ist kein Kinderspiel“, merkt Höß dazu an, „ich habe das schließlich 49 Jahre ganz allein gemacht.“ Erfreut stellt er fest, dass ihn seine beiden jungen Vorturner immer wieder um Rat fragen. Was angesichts der unbefriedigenden Resultate nicht verwundert. Speziell das 0:5 am zweiten Spieltag in Heimstetten hatte Narben hinterlassen. Hürzeler ist aber dennoch optimistisch: „Die Mannschaft entwickelt sich von Woche zu Woche weiter.“

Drei Fragen an Fabian Hürzeler, Spielertrainer des FC Pipinsried

Dachauer Nachrichten: Haben Sie sich das Leben als Pipinsrieder Spielertrainer so aufregend vorgestellt, wie es von Außen erscheint?

Hürzeler: Dass das ein Vollzeit-Job ist, hatte ich nicht erwartet. Aber ich mag Herausforderungen. Es macht mir richtig Spaß, mit dem Team zu arbeiten.

Dachauer Nachrichten: Wie läuft die Zusammenarbeit mit Konrad Höß?

Fabian Hürzeler (lacht): Eigentlich sehr gut. Ich bin froh, dass er mir das Vertrauen geschenkt hat. Eine m 23-Jährigen die Verantwortung für ein Bayernliga-Team zu geben, ist ih m sicherlich nicht leicht gefallen. Ich habe mit (Manager – d. Red) Roman Plesche allerdings eine hervorragende Unterstützung erhalten und ein zusätzliches Bindeglied zu Konrad Höß.

Dachauer Nachrichten: Wo steht der FC Pipinsried am Ende der Saison?

Fabian Hürzeler: Ich hoffe, auf einem einstelligen Tabellenplatz.

Text: Horst Kramer

Quelle: fussball-vorort.de

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