Verschenkter Sieg gegen Kottern

Pipinsrieds Hürzeler: "Der Elfer in der 94. war verdammt bitter"

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Die Orientierung verloren hat FCP-Ass Arbnor Segashi (am Ball) in der Nachspielzeit; er verursachte einen Elfmeter.

FC Pipinsried - Der FC Pipinsried ist in der Fußball-Bayernliga Süd im Heimspiel gegen den TSV Kottern nicht über ein 1:1-Unentschieden hinausgekommen. Doppelt ärgerlich für den FCP: Der nicht unverdiente Ausgleichstreffer für den Gast fiel in der der Nachspielzeit, und dann auch noch per Elfmeter.

„In der 94. Minute einen Elfmeter gegen sich zu bekommen, das ist bitter, verdammt bitter“, so der total enttäuschte FC-Übungsleiter Fabian Hürzeler nach der Partie.

Was war passiert? Die Pipinsrieder schafften es in der Nachspielzeit nicht, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, zu planlos agierte das Team aus dem Dachauer Hinterland. Die Allgäuer hingegen warfen mit dem Mute der Verzweiflung alles nach vorne und hofften auf den „Lucky Punch“. Dieser glückte – unter gütiger Mithilfe der Pipinsrieder. Der bis dahin beste FCP-Akteur, Arbnor Segashi, berechnete einen hohen Ball falsch. Als er seinen Fehler bemerkte und sich umdrehte, holte er Sinan Yilmaz, der sich von Segashi unbemerkt in dessen Rücken geschlichen hatte, von den Beinen. Die logische Folge: Elfmeter.

Diese Chance ließ sich der gefoulte Spieler nicht entgehen, Sinan Yilmaz verwandelte zum letztendlich gerechten 1:1-Unentschieden. Doch beinahe hätte der Gastgeber nach dem Anstoß tatsächlich noch das 2:1 erzielt, der hart getretene Schuss von Thomas Schreiner aus 13 Metern wurde von der Kottener Abwehr im letzen Moment abgeblockt. Ein weiterer Treffer für den Gastgeber wäre unter dem Strich auch des Guten zu viel gewesen.

Es war wahrlich nicht die beste Leistung, die der FC Pipinsried im Heimspiel gegen den Gast aus Kottern ablieferte. Die Mannschaft von FC-Trainer Fabian Hürzeler kam im ersten Spielabschnitt überhaupt nicht ins Spiel, zu pomadig und ohne die notwendige Aggressivität ging die Hürzeler-Elf zu Werke. Ganz anders der Gast aus dem Kemptener Stadtteil Kottern. Es war sehr früh zu erkennen, was sich die Mannschaft von TSV-Coach Kevin Siegfanz vorgenommen hatte: Frühes Pressing und aggressive Zweikampfführung.

Entsprechend entwickelte sich ein Kampfspiel, spielerische Höhepunkte blieben, wie auch Torchancen, Mangelware. Wenn einmal etwas auf das Gehäuse der beiden Keeper zukam, dann waren diese entweder Herr im Haus oder die Chancen wurden kläglich vergeben. Die Pipinsrieder Mannschaft versuchte immer wieder, mit „Zuckerpässen“ den entscheidenden Ball zu spielen, anstatt einfach nur den nächsten freien Mann zu suchen. „Das wurde in der Halbzeit auch deutlich angesprochen“, so FCP-Trainer Hürzeler.

Die Ansage verfehlte ihre Wirkung nicht, die Gelb-Blauen spielten fortan einen engagierteren Fußball. Die Führung verdiente sich dann auch die Mannschaft aus dem Ilmtal redlich. Ausgerechnet der wiedergenesene FCP-Kapitän Thomas Berger sorgte für das 1:0.

Doch danach ließen sich die Pipinsrieder alle Trümpfe aus der Hand nehmen – oder besser: Sie verschenkten sie. Der TSV musste ab der 54. Minute ohne ihren Kapitän Marc Penz auskommen, der wegen einer beleidigenden verbalen Entgleisung, die in der gesamten FCP-Arena zu hören war, vom Platz flog. Doch rund zehn Minuten vor dem Ende ließ sich Pipinsrieds Marco Krammel nach einem Foulspiel dazu hinreißen, gegen die gelbe Karte zu protestieren. Der gelb-rote Karton war die Folge – und die zahlenmäßige Überlegenheit war dahin.

Stenogramm:

FC Pipinsried – TSV 1874 Kottern 1:1 (0:0)

FC Pipinsried: Thomas Reichlmayr, Thomas Berger (90. Almir Hasanovic), Arbnor Segashi, Fabian Hürzeler, Ruben Popa (77. Ludwig Steinhart), Sebastian Mitterhuber, Gianluca Simari (70. Thomas Schreiner), Ünal Tosun, Dennis Liebsch, Marco Krammel, Markus Achatz

TSV 1874 Kottern: Sebastian Eberle, Maximilian Miorin, Tobias Hänsle, Stefan Liebert, Roland Fichtl, Marc Penz, Robin Volland, Mathias Saur (80. Gökhan Celik), Sinan Yilmaz, Julian Feneberg, Andreas Hindelang

Schiedsrichter: Philipp Götz

Zuschauer: 230

Gelb-rote Karte: Marco Krammel (75.)

Rote Karte: Marc Penz (54.)

Tore: 1:0 (71.) – Thomas Berger drischt die Kugel aus 13 Metern unter die Latte. 1:1 (90.+4) – Sinan Yilmaz verwandelt einen von Arbnor Segashi an ihm selbst verursachten Foulelfmeter.

Text: Bruno Haelke

Quelle: fussball-vorort.de

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