Existenzängste in der Bayernliga Süd

Derby in Pipinsried: Prestige und Punkte

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Blick zurück: Im August 2015 lieferten sich 65 und Pipinsried ein spannendes Duell. Dachau gewann den Krimi 2:1.

FC Pipinsried/TSV 1865 Dachau - High Noon in Pipinsried. Am Mittwoch kommt es in der FCP-Arena zum mit Spannung erwarteten Bayernliga-Derby zwischen dem FC Pipinsried und dem TSV 1865 Dachau.

Es geht nicht nur um die Frage, wer denn nun im Fußball die Nummer eins in der Region Dachau ist, viel wichtiger sind die drei Punkte, die im Nachholspiel, das um 18.30 Uhr angepfiffen wird, zu vergeben sind.

Ein Blick auf die Tabelle zeigt, welch große Bedeutung dem heutigen Prestigeduell im Abstiegskampf zukommt. Der Tabellendreizehnte aus Dachau hat zwei Punkte mehr auf dem Konto als der Tabellenfünfzehnte aus Pipinsried. Die Hausherren stehen mit 34 Punkten auf einem Relegationsabstiegsplatz. In der unteren Tabellenhälfte geht es ungewöhnlich eng zu, so trennen den Tabellenvorletzten aus Bogen und den Tabellenzehnten aus Vilzing lediglich sechs Punkte.

Die Duelle zwischen dem FC Pipinsried und dem TSV 1865 Dachau verliefen in der Vergangenheit immer extrem spannend. Auch im vergangenen August wogte das Derby bis zur letzten Minute hin und her. Nach der Pipinsrieder 1:0-Führung durch Manuel Eisgruber gelang es den Dachauern doch noch, das Spiel zu drehen. Dominik Schäffer (47.) und Florian Wolf (89.) erzielten die Tore für die Kreisstädter zum 2:1-Sieg. Aus Pipinsried hat der TSV 1865 Dachau allerdings noch keinen Zähler entführen können in gemeinsamen Liga-zeiten. Im November 2012 setzte es eine 0:2-Niederlage für die Dachauer, und in der vergangenen Saison verlor der TSV, damals noch unter Coach Marcel Richter, mit 2:3.

Auch vor dem heutigen Nachholspiel ist die Vorfreude in beiden Lagern groß. „Jeder, der am Mittwoch ins Stadion kommt, darf sich auf guten Fußball freuen“, verspricht Pipinsrieds Präsident Konrad Höß. „Das Spiel birgt wegen des Derbycharakters von Haus aus eine gewisse Brisanz“, betont 65 Spielertrainer Fabian Lamotte. „Und diesmal geht es für beide Mannschaften auch noch um wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg.“ Für den FCP-Übungsleiter Bernd Weiß ist es das erste Dachauer Derby, und auch er freut er sich auf das Spiel: „Ich merke das im Umfeld schon, dass es sich um eine spezielles Spiel handelt. Ich erwarte viel Feuer in dieser Partie.“

Für Höß ist Dachau der Favorit

Die zurückliegende englische Woche war für den TSV 1865 Dachau ein kleiner Schritt nach vorne. Aus den drei Spielen gegen den TSV Kottern (3:1), den FC Sonthofen (0:3) und die DJK Vilzing (2:2) holte die Lamotte-Truppe vier Punkte, sie verschaffte sich damit etwas Luft im Tabellenkeller.Der FC Pipinsried ist mittlerweile schon seit fünf Spielen ungeschlagen. Allerdings konnte die Weiß-Truppe in besagten fünf Partien keinen Dreier einfahren. Den letzten Dreier gab’s am 6. März im Auswärtsspiel beim Titelfavoriten Garching. Durch die vielen Unentschieden hat der FCP sein Punktekonto nur mäßig aufgestockt, er steht immer noch auf einem Relegationsplatz. Am vergangenen Wochenende teilten der FCP und die Dachauer das gleiche Schicksal. Wie die Dachauer im Heimspiel gegen Vilzing kassierte auch der FC Pipinsried im Heimspiel gegen den bisherigen Spitzenreiter aus Pullach (2:2) den Ausgleichs in der Nachspielzeit.

Der TSV 1865 Dachau genießt beim Verein aus dem Dachauer Hinterland großen Respekt: „Ich habe mir die Dachauer in den vergangenen Wochen öfter angeschaut. Das ist eine spielerisch sehr starke Mannschaft, die normalerweise im oberen Tabellendrittel stehen müsste“, so Konrad Höß. Er sieht deshalb die Favoritenrolle auch klar auf Seiten der Gäste: „Dachau ist der haushohe Favorit. Wir müssen in Pipinsried mit bescheidenen Mitteln arbeiten – im Vergleich zu Dachau 65. Ein Sieg gegen diese Mannschaft wäre für uns absolut überragend.“

Weiß erwartet ähnliche Leistung wie gegen Pullach

FCP-Coach Bernd Weiß schaut nicht auf den Gegner, er richtet den Blick auf die eigene Mannschaft: „Ich erwarte von meinen Spielern die gleiche disziplinierte Leistung wie gegen Pullach. Wir müssen nach hinten dicht machen und vorne noch mehr Chancen kreieren.“

Für 65-Coach Fabian Lamotte ist klar: dieses Spiel entscheidet die Einstellung. „Der Wille wird eine große Rolle spielen. Das ist ein Duell auf Augenhöhe, aber die Leistung meiner Mannschaft am vergangenen Samstag gegen Vilzing stimmt mich sehr positiv. Wir haben in der ersten Halbzeit hervorragend Fußball gespielt, daran wollen wir in Pipinsried anknüpfen.“

Beim TSV 1865 Dachau sind bis auf Michael Hutterer alle Mann an Bord. Der Einsatz des Mittelfeldmotors ist aufgrund muskulärer Probleme noch fraglich.Bernd Weiß hingegen hat im personellen Bereich noch große Probleme. So ist der Einsatz von Philip Grahammer, Thomas Berger und Serge Yohoua fraglich. Alle drei FCP-Akteure sind angeschlagen, es wird erst kurz vor dem Spiel entschieden, ob ein Einsatz möglich ist. „Grünes Licht wäre schon sehr wichtig, denn ohne diese drei Spieler wird es ganz schwer für uns gegen Dachau“, so Weiß.

Text: Matthias Kovacs

Quelle: fussball-vorort.de

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