Späte Genugtuung des Ex-Oberweikertshofeners

SCF-Kicker Kopec schießt Hattrick im Derby gegen Ex-Klub

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Hier können die Oberweikertshofener (weiße Trikots) einen SCF-Spieler stoppen. Am Ende waren aber die Gastgeber obenauf und siegten mit 3:0.

SC Fürstenfeldbruck / Oberweikertshofen – Der SC Fürstenfeldbruck hat seinen ersten Sieg im Jahr 2016 gefeiert. Und was für einen! Ausgerechnet im Derby platzte der Knoten.

Mit 3:0 (0:0) fertigten die Brucker die Landkreisrivalen aus Oberweikertshofen ab. Tragischer Held des Tages wurde Brucks Stürmer Karol Kopec, der gegen seinen Ex-Club innerhalb von zwölf Minuten einen lupenreinen Hattrick erzielte, dann aber verletzt raus musste.

Es gibt Geschichten im Fußball, die könnte ein Drehbuchautor aus Hollywood nicht besser schreiben. Wenn es 2014 nach dem SC Oberweikertshofen gegangen wäre, dann hätte Kopec dem Dorfclub am Wochenende keine drei Tore einschenken können. Der Wechsel des polnischen Stürmers zum SCF lief nicht ohne Nebengeräusche ab. SCO-Manager Uli Bergmann wollte Kopec nicht ziehen lassen. Nach einigem Hickhack auch hinter den Kulissen kam der Wechsel schließlich doch zustande. Vergessen hat Kopec den Ärger aber offenbar nicht.

„Ich hatte meinen Spaß. Drei Punkt, drei Tore gegen Oberweikertshofen – ja, das hat heute einfach Spaß gemacht“, sagte Kopec nach dem Schlusspfiff. Eine späte Genugtuung für den Wechsel-Zinnober. Kopecs Miene wollte zu seinen Worten aber nicht so recht passen. Schuld daran war der Oberschenkel des Stürmers, der dick in ein kühlendes Tuch gewickelt war. Was war passiert?

„Ich glaube, irgendwas ist gerissen“, sagte der Stürmer. Passiert ist das Ganze unmittelbar vor dem Treffer zum 3:0. Beim Laufweg in Richtung Tor hört Kopec ein verdächtiges „Plopp“ in seinem Oberschenkel, verbunden mit einem stechenden Schmerz. Der Stürmer kommt trotzdem noch zum Abschluss und schießt zum umjubelten 3:0 ein. Doch danach bleibt er erst mal am Boden liegen. Schnell signalisieren er und die Mannschaftskollegen in Richtung Trainerbank: Auswechseln. Nichts geht mehr. In der 83. Minute verlässt Kopec humpelnd den Platz – unter Standing Ovations des Brucker Anhangs unter den über 300 Zuschauern im Stadion an der Klosterstraße.

Kopecs Arbeitstag hatte damit gerade einmal 22 Minuten gedauert. Denn nach zuletzt schwachen Leistungen hatte sich der Pole zu Beginn der Partie auf der Bank wiedergefunden. Erst in der 62. Minute brachte ihn SCF-Coach Michael Westermair für einen anderen Ex-Weikertshofener: Fabian Friedl hatte sehr viel gerackert, war bei einem Distanzschuss zu Ende der ersten Halbzeit aber ohne Glück.

Wesentlich besser lief es für den Ersatzmann. Acht Minuten benötigte Kopec zum Warmlaufen. Dann läutete er seinen Hattrick ein. In der 70. Minute scheiterte er mit einem Kopfball zunächst noch an SCO-Keeper Stefan Brunner. Der Nachschuss saß dann aber. Fünf Minuten später konnte sich dann Marian Knecht nach einem weiten Abschlag von Brucks Torhüter Maximilian Knobling zur Grundlinie durchtanken. Er bediente Kopec, der keine Mühe hatte, zum 2:0 einzuschießen. In der 82. Minute folgte schließlich der Sprint, der zur Verletzung, aber auch zum 3:0 führte.

Dass die Brucker vor dem vorentscheidenden 2:0 schon im Rückstand liegen mussten – Maximilian Schuch, Mario Maric, Christian Rodenwald und Uli Frieß hatten reihenweise gute Möglichkeiten liegen lassen –, interessierte am Ende beim SCF keinen mehr.

Stimmen zum Spiel:

Michael Westermair, Trainer des SC Fürstenfeldbruck: „In der ersten Halbzeit hatte Oberweikertshofen die besseren Chancen, vor allem bei Standardsituationen. Ich denke da nur an die Kopfbälle von Maximilian Schuch oder Christian Rodenwald. Wir konnten auf der anderen Seite zwar auch ein, zwei Nadelstiche setzen. Bei denen kam aber der letzte Pass nicht an. In der zweiten Halbzeit waren dann wir die bessere Mannschaft. Dass Karol Kopec drei Tore gemacht hat ist natürlich super. Endlich können wir unseren ersten Sieg nach der Winterpause feiern. Dass der auch noch im Derby gegen Oberweikertshofen zustande kommt, ist umso besser.“

Stefan Tutschka, Trainer des SC Oberweikersthofen: „Was soll man zu so einem Spiel sagen? Bis zum 2:0 haben wir alles im Griff gehabt. Bis dahin kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen, außer, dass wir das Tor nicht gemacht haben. Wir haben den Ball gut laufen lassen und haben in der Abwehr nichts zugelassen. Dann haben wir drei Fehler gemacht. Beim 1:0 verteidigen wir falsch. Beim 2:0 muss Torhüter Stefan Brunner den weiten Ball natürlich abfangen. Aber er war in der Rückwärts- statt in der Vorwärtsbewegung. Nach dem 2:0 war das Spiel dann gegessen. Diese Niederlage ist für mich natürlich eine große Enttäuschung, vor allem im Derby.“

Zuschauer im Derby-Fieber:

Über 300 Zuschauer: Dass der SC Fürstenfeldbruck diese Marke knackte, ist schon einige Zeit her. Gegen Oberweikertshofen waren auch einige zuletzt eher seltene Gäste im Derby-Fieber. So zum Beispiel Brucks Ex-Präsident Albrecht Huber, dem es nach seinem Autounfall sichtlich besser geht, Fast-Präsident Johannes Sattlegger – der Gastronom war mal als SCF-Chef im Gespräch, verzichtete dann aber doch auf eine Kandidatur – und Ex-Schatzmeisterin Sieglinde Schmid. Nicht entgehen lassen wollte sich das Spiel auch Fritz Rosenberger. Dass der Ex-Vereinswirt bei den Partien des SCF zuletzt fehlte, hatte gesundheitliche Gründe. Nach einem Herzinfarkt ist der frühere Inhaber der Würstlbude am Viehmarktplatz aber wieder auf dem Weg der Besserung. „Zu so einem Spiel muss man natürlich gehen“, sagte der „Pommes-Fritz“.

Text: Andreas Daschner

Quelle: fussball-vorort.de

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