Turbulenzen beim Bezirksligisten

SCF: Vom Liga-Primus zum Skandalverein

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Schwere Zeiten warten auf SCF-Coach Michael Westermair.

SC Fürstenfeldbruck - 2009 hatten die Verantwortlichen beim SC Fürstenfeldbruck noch von der Regionalliga geträumt. Sieben Jahre später lautet die Realität: Bezirksliga – siebt- statt viertklassig.

Doch nicht nur der Abstieg aus der Landesliga hat am Lack des einstigen Landkreis-Primus schwer gekratzt.

In der abgelaufenen Spielzeit geriet der SCF vor allem durch seine Präsidiumsquerelen regelmäßig in die Schlagzeilen. Der offene Streit zwischen Präsident Jakob Ettner und seinem Ex-Vize Andreas Conrad sowie deren Amtsvorgängern Eckhard Lutzeier, Hannes Mühlberger und Frank Demmer endete zuletzt mit Ettners Wiederwahl bei der Jahreshauptversammlung. Inwieweit die Querelen Einfluss auf den sportlichen Auftritt hatten, kann man nur spekulieren.

Fakt ist jedoch, dass der unter der Saison aus immer noch nicht bekannten Gründen geschasste Coach Tarik Sarisakal und sein Nachfolger Michael Westermair mit einer Verletzungsmisere zu kämpfen hatten, die ihresgleichen sucht. Zeitweise fehlte dem SCF eine komplette Startelf. Vor allem die langen Ausfälle von Kapitän Fabian Meinberger und Torjäger Marian Knecht schmerzten erheblich.

Die zum Teil bis zu fünf U19-Spieler, die die Lücken schließen sollten, zeigten zwar großes Talent. Ihnen fehlte aber noch die Cleverness und Routine, um im Abstiegskampf zu bestehen. Mit einer 1:3-Pleite in der Relegation in Stätzling und einem 1:1-Remis im Rückspiel stand der bittere Abstieg schließlich fest. „Abgestiegen sind wir aber eigentlich schon vorher“, konstatiert Coach Westermair. Durch die fehlende Kaltschnäuzigkeit der Youngster vor dem Tor ließ der SCF viele Punkte liegen und schaffte es deshalb im Endspurt nicht mehr, die Abstiegsrelegation zu vermeiden.

In der Bezirksliga erwartet die Brucker nun ein großer personeller Umbruch. Fabian Meinberger, Marian Knecht, Andreas Beinhofer, Andreas Pauker, Marco Ecker und Denis Teschke haben sich bereits verabschiedet. Karol Kopec werden auch Abwanderungsgedanken nachgesagt. Und ob Christian Mühlberger und Yannick Demmer nach dem Funktionärsstreit ihrer Väter mit Ettner dem SCF treu bleiben, ist noch völlig offen.

Als namhaftester Neuzugang steht bislang Arton Berisha fest. Er ist im Kreis kein Unbekannter und schnürte von 2013 bis 2015 die Fußballschuhe für Oberweikertshofen. Ansonsten sollen bislang vor allem Nachwuchskräfte aus der eigenen U19 den Kader auffüllen. Ob das ausreicht, um dem einstigen Fußball-Flaggschiff des Landkreises zu neuem Glanz zu verhelfen, muss sich erst noch zeigen.

Text: Andreas Daschner

Quelle: fussball-vorort.de

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