Pullach ärgert sich über Umfeld wie in der C-Klasse

Schmöller: "Die Gemeinde lässt uns im Regen stehen"

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Ausgleich und Wendepunkt im Spitzenspiel: Alexander Benede (2.v.r.) nutzt einen Lapsus des Dachauer Torwarts zum 1:1 für den SV Pullach, Chaka Ngu’Ewodo (r.) freut sich mit seinem Teamkollegen. Am Ende siegt der Bayernliga-Primus 3:1.

SV Pullach - Nach schwacher erster Hälfte konnte der SV Pullach das Top-Spiel der Bayernliga Süd gegen Verfolger TSV 1865 Dachau noch drehen. Durch den 3:1 (0:1)-Heimsieg haben die Raben ihre Spitzenposition weiter ausgebaut.

Sie umarmten sich, klatschten sich ab, feuerten sich an – vor dem Spiel wohlgemerkt. Es war den Pullachern anzusehen, dass sie zum Anstoß einer besonders wichtigen Partie aufs Feld schritten. Doch den motivierenden Gesten folgten zunächst keine entsprechenden Leistungen. Hellwach präsentierten sich bis zur Pause nur die Gäste.

Symptomatisch für die ersten 45 Minuten war die Entstehung des frühen 0:1. Einen Fehlpass von SVP-Innenverteidiger Alexander Benede nutzte Sebastian Brey zur Vorlage für den Schützen Dominik Schäffer (5.). Dachau dominierte, Brey hatte das 0:2 auf dem Fuß, Pullachs Kapitän Peter Beierkuhnlein fälschte den Ball gerade noch ab (20.).

„Dachau hat das sehr gut gemacht, früh gestört. Wir haben in der ersten Halbzeit keine Option gefunden, waren zu hektisch, hatten zu viele Ballverluste und zu wenig Bewegung ohne Ball“, fasste Raben-Coach Frank Schmöller die Mängel des ersten Durchgangs zusammen, in dem sein Team ohne Torchance blieb. Trotzdem fiel die Kabinenansprache ruhig aus, wie Schmöller versicherte. „Die Mannschaft war gehemmt, da war es an mir, den Knoten zu lösen. Ich habe den Jungs sachlich erklärt, dass wir hier nur über Einsatz, Kampf und Willen gewinnen können und dass sie ja schon oft bewiesen haben, dass sie ein Spiel drehen können“, berichtete der Coach. „Und ich habe auch gesagt: Es ist okay, ein Spiel zu verlieren, aber sie müssen alles raushauen.“

Tatsächlich kamen die Raben wie verwandelt zurück: Andreas Roth prüfte endlich Dachaus Keeper Maximilian Mayer (49.), der dann zum Pechvogel seines Teams avancierte. Erst ließ er einen Roth-Freistoß fallen, Benede nutzte den Lapsus zum Ausgleich (53.). Dann versenkte Bernd Häfele den Ball nach einer kurz abgewehrten Roth-Ecke aus 20 Metern mit einem zwar strammen, aber nicht ganz unhaltbar aussehenden Schuss zum 2:1 (55.). „Das waren zwei halbglückliche Tore“, räumte Schmöller ein.

Dachau fing sich zwar wieder, hatte aber nur noch eine Großchance: Schäffer verfehlte nach einem Fehler von Daniel Leugner aus drei Metern das Ziel (68.).

Auf der anderen Seite taten sich den Raben nun Konterchancen auf, meist über Chaka Ngu’Ewodo, der auch Christoph Meißner vor dessen 3:1 bediente (87.). „Die Spieler haben es geschafft, ihre Blockade zu lösen“, freute sich Schmöller.

Als Lohn gab es zwar noch keinen Mannschaftsabend auf dem Oktoberfest, sicher aber einige private Wiesnbesuche. Womöglich spülte auch Theo Liedl seinen Frust über die wegen des miesen Wetters spärliche Kulisse hinunter. „Ein Umfeld wie in der C-Klasse“, schimpfte der SVP-Manager, der gerne eine Überdachung wenigstens für einen Teil der Fans hätte.

„Ich verstehe Theos Frust. Er arbeitet als Einzelkämpfer unheimlich viel für den Verein“, pflichtete ihm Schmöller bei. „Heute kann man wirklich sagen: Die Gemeinde lässt uns im Regen stehen. Dann hast du bei so einem Spitzenspiel halt nur 50 bis 80 Leute.“

Angesichts der etwas tristen Bedingungen nötigte Schmöller die Steigerung seiner Elf nach der Pause erst recht Respekt ab: „Ich ziehe den Hut ganz tief davor, wie meine Mannschaft in der zweiten Halbzeit Vollgas gegeben hat.“

SV Pullach - TSV 1865 Dachau 3:1

SV Pullach: Hofmann - Purschke, Leugner, Benede, Beierkuhnlein, Hutterer, Häfele, Bauer (46. Penic), Sulmer (71. Meißner), Roth, Ngu’Ewodo (90. Meyer)

Tore: 0:1 Schäffer (5.), 1:1 Benede (53.), 1:2 Häfele (55.), 1:3 Meißner (87.)

Gelb-Rot für Dachaus Hübl (90.+2., wiederholtes Foulspiel)

Text: Umberto Savignano

Quelle: fussball-vorort.de

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