Pullach in Hälfte eins überragend

Schmöller: "Haben aufgehört Fußball zu spielen"

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Der gewohnt sichere Rückhalt: Pullachs Torwart Michael Hofmann packt zu.

SV Pullach - Eine starke erste und eine schwache zweite Halbzeit ergaben für den SV Pullach gegen den BCF Wolfratshausen an einem traurigen Bayernligaspieltag unterm Strich einen ungefährdeten 2:0 (2:0)-Sieg.

Der Heimspiel-Nachmittag begann wie jeder andere an der Gistlstraße: Platzsprecher Robert Bäumel begrüßte Zuschauer und Gastmannschaft, verwies auf Wolfratshausens bisheriges Abschneiden (zwei Spiele, zwei Niederlagen) und verlas die Aufstellungen. Als die Teams dann mit Trauerflor das Spielfeld betraten, rückte aber doch der Amoklauf vom Vorabend in den Vordergrund. Bäumel stellte der Schweigeminute ein Zitat von Martin Luther King voran: „Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben. Nur Licht kann das. Hass kann Hass nicht vertreiben. Nur Liebe kann das.“

Dass die schlimmen Ereignisse einigen Spielern besonders nahe gegangen waren, konnten die Besucher der Partie nicht ahnen. Mit dem Anpfiff bemühten sich beide Mannschaften dann aber, ihre volle Konzentration auf den Fußball zu richten. Und das gelang den Pullachern ausgezeichnet, auch wenn Torwart Michael Hofmann bei Wolfratshausens erstem Angriff etwas überrascht wirkte und einen harmlos wirkenden Ball mit einer etwas unkonventionellen Fußabwehr klärte (2.). Danach war aber der SVP am Zug, die Defensive der ersatzgeschwächten Gäste schien mit dem Kombinationsspiel der Raben überfordert. Bestes Beispiel: Das Foul von Chafi Gobitaka an Chaka Ngu’Ewodo, hart an der Grenze zur Notbremse. Mit Gelb war der BCF-Verteidiger gut bedient. Die härtere Bestrafung war Peter Beierkuhnleins wunderschöner Freistoß zum 1:0 (14.).

Auch dem 2:0 ging ein Foul voraus, Emin Kaya und Florian Scheck nahmen Tim Sulmer in die Zange, diesmal im Strafraum. Ngu’Ewodo verwandelte den fälligen Elfmeter souverän (38.). Praktisch mit dem Pausenpfiff folgte die nächste Standardchance für die Raben, wieder war es ein herrlicher Beierkuhnlein-Freistoß, den Torwart Kevin Pradl mit den Fingerspitzen an die Latte lenkte (45.).

„Wir haben eine bockstarke erste Halbzeit gezeigt, haben ballsicher nach vorne gespielt und sind immer wieder gut durch die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr gekommen“, zeigte sich SVP-Coach Frank Schmöller mit dem Auftritt seiner Elf vor der Pause sehr einverstanden.

Was er danach sah, gefiel ihm dafür umso weniger. „Wir haben dann aufgehört, Fußball zu spielen.“ Vor allem das Verlassen der vorgegebenen Marschroute zu Gunsten der Eigenwilligkeit in vielen Situationen störte den 49-Jährigen: „Jeder hatte dann eine Idee.“ Und es waren nur wenige gute dabei, sodass bis auf zwei Chancen durch Andreas Roth (69.) und Tim Sulmer (76.), die an Pradl scheiterten, nichts mehr heraussprang.

Weil Wolfratshausen bei allem Bemühen harmlos blieb, durfte trotzdem ein ungefährdeter Pflichtsieg registriert werden. Bejubelt wurde er an diesem traurigen Wochenende nicht.

Text: Umberto Savignano

Quelle: fussball-vorort.de

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