Pullach wieder an der Spitze

Schmöller: "Das war keine Vorentscheidung"

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Peter Beierkuhnlein (l.) und Florian Königer verteidigen die Pullacher Lufthoheit.

SV Pullach - Spitzenreiter! Durch einen 2:0 (1:0)-Heimsieg über den SV Erlbach hat der SV Pullach die Tabellenführung der Bayernliga Süd vom VfR Garching übernommen, der sich beim SV Kirchanschöring einen 0:2-Ausrutscher leistete.

Es war allerdings nicht meisterlich, was die Raben gegen den abstiegsgedrohten Neuling boten. „Wir hatten heute nicht unseren allerbesten Tag“, räumte Trainer Frank Schmöller ein. „Es war ein schwieriges Spiel, der Gegner war gut eingestellt. Wir sind von Anfang an nicht so richtig gut reingekommen.“ Trotzdem ging der SVP früh in Führung. Einen Freistoß von Andreas Roth bugsierte Alexander Benede mit der Fußspitze ins Netz (7.). „Diese Freistöße mit Zug zum Tor haben wir zuletzt oft trainiert“, freute sich Schmöller über die gelungene Umsetzung dieser Standardsituation.

Ansonsten aber sah er wenig Erbauliches. „Vielleicht hat die Mannschaft nach diesem frühen Tor auch gedacht, es geht von allein.“ Immerhin hatten die Isartaler das Geschehen bis zur Pause noch im Griff. Ohne eigene Großchancen zwar, aber auch ohne solche des Gegners. So blieb es beim 1:0, das zu diesem Zeitpunkt schon den Sprung an die Spitze bedeutet hätte, denn Garching lag da mit 0:1 hinten. „Das ist mir gesagt worden, aber ich habe es nicht an die Mannschaft weitergegeben“, verriet Schmöller, wobei er nicht ausschloss, dass die Information irgendwie auch zum einen oder anderen Spieler durchsickerte. Ob die Gedanken ans Parallelspiel den Pullacher Auftritt beeinflussten, lässt sich nicht belegen.

Tatsache aber ist: Es wurde nicht besser. Eher im Gegenteil, denn Erlbach kam jetzt auch zu hochkarätigen Möglichkeiten, etwa durch einen Lattenschuss (49.). Auch Michael Hofmann im SVP-Kasten musste mehrmals eingreifen. „Er hat zwei-, dreimal richtig gut reagiert“, lobte Schmöller den 43-jährigen Ex-Profi.

Für den Rest des Teams hatte der Coach zwar keine Komplimente parat, wohl aber Verständnis: „Es gibt solche Tage, an denen man an der Seitenlinie Purzelbäume schlagen könnte, ohne dass es etwas ändern würde. Das muss man als Trainer dann auch akzeptieren. Wir haben heute etwas Glück gehabt, aber das hat sich die Mannschaft auch mal verdient.“ Dass seine Truppe dann sogar noch einmal zuschlug, wertete Schmöller zudem als Beweis von „Qualität“. Und es war sogar ein schöner Treffer, ein Kontertor mit Ömer Kanca als hervorragendem Vorbereiter und Christoph Meißner als gnadenlosem Vollstrecker mit einem harten Schuss (90.). Der Linksverteidiger hatte den langen Weg nach vorne nicht gescheut und damit noch einmal anschaulich demonstriert, dass es an diesem Tag zwar am spielerischen Moment, aber nichts an der Einstellung zu kritisieren gab.

Auch deshalb freute sich Schmöller so über den Sieg: „Das war heute die Belohnung für die harte Arbeit davor.“ Nun haben es die Raben also wieder in der eigenen Hand, Bayernliga-Meister zu werden. Es bestehe bei einem Punkt Vorsprung und vier ausstehenden Partien aber kein Grund abzuheben, so Schmöller: „Das war heute keine Vorentscheidung.“

Text: Umberto Savigano

Quelle: fussball-vorort.de

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