Pullach nicht konsequent genug

Schmöller: "Wer so viel liegen lässt, muss sich nicht wundern"

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Frank Schmöller nahm sich seine Spieler zur Brust.

SV Pullach - Der SV Pullach hat trotz eines deutlichen Chancenüberhangs einen Dreier gegen den TSV Bogen verpasst und musste sich am Ende mit einem 1:1 (1:0) bescheiden.

Beide Treffer entsprangen fast folgerichtig Foulelfmetern, da sich Pullach in der Chancenverwertung als viel zu fahrlässig erwies und der Gast aus Niederbayern insgesamt nur selten vor dem Raben-Gehäuse auftauchte. Trotz des Punkteverlustes bleiben die Raben Tabellenführer.

Die Gastgeber diktierten die Anfangsphase deutlich. Das lauthals verkündete „die fegen wir heute weg“ von Pullachs Schlussmann Michael Hofmann bei der Teamansprache vor dem Anpfiff schien die Mannschaft von Trainer Frank Schmöller offenbar blitzartig umsetzen zu wollen. Angetrieben von Häfele, Sulmer und Kapitän Beierkuhnlein ließen die Platzherren in der Spätsommerhitze zunächst Angriffswelle auf Angriffswelle gegen eine schnell überlastet erscheinende Gästeabwehr hereinprasseln. Die Schwarz-Gelben gefielen in der ersten halben Stunde mit einem variablen Spielaufbau und starken Spielzügen über ihre schnellen Außen. Was fehlte, war die finale Durchschlagskraft. Bereits in der 5. Minute hatte Pullachs Serientorschütze der Saison, Menelik Ngu´Ewodo, nach kluger Hereingabe von Tim Sulmer die Führung auf dem Schlappen. Doch aus zentraler Kurzdistanz geriet der Schuss des Mittelstürmers zu schwach. Chancen folgten fast im Minutentakt. Eine weitere Großgelegenheit der anfangs spritzigeren Schmöller-Elf vergab Bauer - als er aus fünf Metern unbedrängt das Leder wuchtig gegen den Querbalken des Bogener Gehäuses drosch. Auch Sulmers Strafraumsolo nur kurze Zeit später blieb ohne zählbares Resultat, weil der SVP-Aktivposten den richtigen Abschlusszeitpunkt verpasste und sein Schuss von der Abwehr der Niederbayern geblockt wurde. Zudem erwies sich auch Bogens Schlussmann Putz als Könner. Eine Direktabnahme NguÈwodos in Minute 26 parierte er per glänzendem Linienreflex. Als der Druck der Raben allmählich abebbte, gab der weithin hanseatisch hallende Weckruf „bewegt euch“ aus des Trainers Kehle quasi den Anstoß zur Führung. Denn als Bauer in den gegnerischen Strafraum eindrang und von Bogens Abwehr hart getackelt wurde, zeigte Schiedsrichter Wolfgang Haslberger ohne Zögern auf den Punkt. Ngu´Ewodo verlud den tapferen Putz und verwandelte den Strafstoß cool in die rechte untere Ecke. (38.).

Doch Schmöller blieb aus gutem Grund laut. Kurz vor dem Seitenwechsel ließ sich gar der sonst so sichere Michael Hofmann von einem minutenlangen Abwehrschlendrian anstecken. Zweimal unterlief er scharfe Gästehereingaben. Der insgesamt überzeugende Abwehrrecke Steffen Purschke klärte grätschend auf der Linie (43.). Halbzeit zwei fehlten dann in vielen Situationen die Höhepunkte. Regelmäßige Mittelfeldgefechte mit weiterhin optischer Pullacher Überlegenheit mündeten nicht in wirkliche Gelegenheiten. Der Gast agierte über weite Strecken zu brav. Erst gegen Ende riskierten die Niederbayern deutlich mehr und erarbeiteten sich gegen nachlassende Pullacher ein Übergewicht. „Dennoch hätten die wohl kein Tor geschossen, wenn wir sie per Strafstoß nicht dazu eingeladen hätten“, haderte Schmöller trotz zuvor warnender Trinkpausen-Ansprache mit dem Ausgleich. Nach einer unübersichtlichen Situation samt mehrbeinigem Tackling zeigte der Referee in der 78. Minute auf den Punkt. Der gefoulte Bogener Angreifer Jordan markierte sicher das 1:1.

In den Schlussminuten ließen die Raben wütende, aber oft zu hektische Angriffsbemühungen folgen. Die beste Chance zum Sieg vergab Andreas Roth nach schöner Kombination über die linke Angriffsseite. Sein Flachschuss streifte nur Zentimeter am rechten Pfosten des Bogener Tores vorbei. „Wer so viel liegen lässt, muss sich am Ende über den Punkteverlust nicht wundern“, so ein enttäuschter Frank Schmöller. „Die Mannschaft war heute nicht zweikampfstark und griffig genug. Zudem hat sie beste Gelegenheiten nicht genutzt.“ Immerhin eine Klage auf hohem Niveau. Was auch der Trainer bestätigte. „Wenigstens hat unsere Serie ohne Niederlage gehalten.“ Dem frühen Enthusiasmus der ersten halben Stunde folgte aber kein Happy End.

Text: Harald Hettich

Quelle: fussball-vorort.de

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