SVP-Coach wird zum Geburtstag nicht beschenkt

Schmöller zürnt: "Das war überheblich und behäbig"

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Frank Schmöller war mit dem Auftritt seiner Mannen gar nicht zufrieden.

SV Pullach - Am gestrigen Sonntag feierte Frank Schmöller seinen 50. Geburtstag. Das ganz große Präsent zum Jubiläum konnte seine Mannschaft dem Trainer des SV Pullach am Tag davor nicht liefern: Beim TSV Landsberg reichte es nur zu einem 1:1.

Sogar der späte Ausgleich durch den von Chaka Ngu’Ewodo in der Nachspielzeit verwandelten Strafstoß ließ Schmöller nicht wirklich jubeln. „Die Mannschaft muss mich nicht beschenken, sie soll sich selbst beschenken“, stellte der Coach zunächst klar, um dann seiner Enttäuschung über die Vorstellung seiner Elf Luft zu machen: „Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Es war ein sehr glücklicher Punkt, und er war auch nicht verdient.“

Der Tabellenführer verließ sich gegen die überraschend im Bayernliga-Keller steckenden Gastgeber von Beginn an viel zu sehr auf seine spielerischen Fähigkeiten. „Überheblich und behäbig“ sei seine Elf aufgetreten, schimpfte Schmöller und verwies darauf, dass sich dies schon eine Woche zuvor beim 2:1-Sieg über den FC Pipinsried angedeutet habe. „Meine Spieler haben gegen Pipinsried den Gong offenbar nicht gehört, aber heute war das ein Kanonenschlag, den sie hoffentlich wahrgenommen haben“, so Schmöller, der nach dieser Partie nicht zur Tagesordnung übergehen wird: „Das muss am Montag aufgearbeitet werden. Wir müssen uns wieder anders fokussieren, aggressiv in die Zweikämpfe gehen. Körperlos wirst du in der Bayernliga kein Spiel gewinnen.“

Zum Glück für den SVP wurde die lasche Gangart nur einmal bestraft, und zwar nach einem eigenen Freistoß und dem folgenden Konter durch Daniel Jais (9.). „Aber danach sind die Landsberger in der ersten Halbzeit noch zwei-, dreimal allein auf unser Tor zugelaufen. Da konnten wir froh sein, dass es nur 1:0 stand“, gab Schmöller zu. Dank der Abschlussschwäche des TSV blieben die Raben bis zum Schluss im Spiel, ohne sich wirklich deutlich zu steigern. Am Ende half auch Schiedsrichter Johannes Huber (Bogen) zumindest ein bisschen mit, als er den Landsberger Daniel Neuhaus vom Platz stellte (86.), obwohl sich nach Schmöllers Ansicht das Vergehen im Rahmen hielt: „Er stochert noch nach dem Ball, als auf Freistoß für uns entschieden war.“

Und dass sein Team in Überzahl den an Thomas Meyer verschuldeten Elfmeter in der fünften Minute der Nachspielzeit erzwungen hätte, wollte der SVP-Coach auch nicht behaupten: „Ich weiß nicht mal, ob das ein Foul war, aber heute lief alles ein bisschen glücklich für uns.“ Berechtigt oder nicht: Ngu’Ewodo ließ sich die Chance zu seinem neunten Saisontreffer nicht nehmen, und Schmöller meinte: „Natürlich bin ich froh über den Punkt. Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben. Das ist eine Qualität, die wir in dieser Saison haben, dass wir nach einem Rückstand immer zurückkommen. Aber das ist schon das einzige Positive heute.“

Was ihm vor allem nicht gefiel, war die Stimmung auf dem Platz: „Du darfst einen schlechten Tag haben, du darfst auch verlieren. Aber was mich stört, sind die ganzen Nebenkriegsschauplätze. Jeder meint, quaken zu können, es stellen sich Egoismen ein.“ Darüber wird nach einem unbeschwerten Geburtstag („Ich lasse es mir schon gut gehen“, versicherte Schmöller.) zu reden sein. Damit die durch den späten Ausgleich fortgesetzte Startserie von acht Partien ohne Niederlage die Spieler des Spitzenreiters nicht taub für weitere Gongs und Kanonenschläge macht.

Diese Gefahr sieht Schmöller offenbar, denn er sagte auch: „Vielleicht hätte uns eine Niederlage sogar gut getan.“

Text: Umberto Savignano

Quelle: fussball-vorort.de

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