Haching-Coach im Interview

Schromm: "Der FC Bayern oder wir"

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Acht Siege in Folge: So eine Serie hat Trainer Claus Schromm mit der SpVgg Unterhaching noch nie hingelegt. Man sieht’s ihm an.

SpVgg Unterhaching - Der SpVgg Unterhaching ist ein echter Traumstart in die Saison gelungen. Die ersten acht Spiele in der Regionalliga Bayern wurden allesamt gewonnen. Wir sprachen mit Hachings Trainer Claus Schromm.

Hätten Sie sich vor der Saison so einen Traum-Start erträumt?

Mit so einem sensationellen Start haben wir sicherlich nicht gerechnet. Aber ich bin schon davon ausgegangen, dass wir gut in die Saison starten werden, weil wir eine gute Vorbereitung hatten. Wir besitzen einen guten Kader und das Trainingslager haben wir super genutzt.

Sie haben gesagt, dass sich die Mannschaft nur selbst schlagen kann. Glauben Sie angesichts der Dominanz ernsthaft daran?

Das habe ich nach dem vierten Spieltag gesagt. Ich denke, dass wir uns über die Saison hinweg gesehen grundsätzlich nur selbst schlagen können. Aber das haben wir nicht vor.

Wen schätzen Sie als ernst zu nehmenden Konkurrenten um Platz eins ein?

Nachdem Burghausen einen schlechten Saisonstart hingelegt hat, wird es für sie schwer, in der Spitzengruppe mit dabei sein. Die Schweinfurter gingen als Außenseiter ins Rennen und haben gezeigt, dass sie wahrscheinlich auch nicht ganz oben dabei sein werden. Da reduzieren sich die Kandidaten wahrscheinlich auf Bayern und uns. Die Bayern haben auch noch kein Spiel verloren und sind natürlich absolut ernst zu nehmen.

Welche Rolle spielen die Neuzugänge Stephan Hain und Dominik Stahl?

Wir haben mit Christoph Greger, Korbinian Müller, Daniele Bruno und Jim-Patrick Müller auch noch andere Spieler, die man dabei nicht vergessen darf. Ich glaube sie alle tun uns sehr gut. Hain und Stahl waren zunächst ja nicht in unserer Planung und sind erst später aus der zweiten Liga zu uns gestoßen. Das sind absolute Führungsspieler.

Sie haben einen großen Kader mit großem Konkurrenzkampf. Ist das nicht auch mal störend?

Nervig ist das auf gar keinen Fall. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Jungs unter der Woche Gas geben und es uns brutal schwermachen, die Auswahl zu treffen: Wer steht im Spiel auf dem Platz oder im Kader? Da hat es zuletzt auch schon mal prominente Spieler getroffen, die nicht gespielt haben. Wir sind im Moment auch in einer absolut traumhaften Lage, dass wir kaum Verletzte haben. Von daher ist das eine einmalige Situation. Wir hoffen, dass wir mit keinen Verletzungen zu kämpfen haben, obwohl der Kader mit 33 Mann groß genug ist und wir das abfangen könnten. Von den 33 Jugendspielern sind alleine neun Jugendspieler. Die wollen wir natürlich auch einsetzen, primär zählt aber der Aufstieg der U19 in die Bundesliga.

Was können Sie besser machen als im Vorjahr der Meister Jahn Regensburg, der nach den ersten zehn Spielen ungeschlagen war und dann in der Rückrunde doch noch leicht den Faden verloren hatte?

Regensburg hatte 28 Punkte nach zehn Spielen. Sie haben dann vor dem Winter einen Einbruch gehabt. In der Rückrundentabelle haben sie dann Platz sechs belegt. Wir werden versuchen, das Niveau konstant zu halten. Das ist uns bisher gelungen. Wir haben in den letzten Jahren gute Serien, aber auch sehr schlechte Serien gehabt. Acht Spiele gewonnen haben wir bisher aber noch nie. Es gilt jetzt, ruhig zu bleiben und das große Ziel im Auge zu behalten und darauf hinzuarbeiten. Wir sollten nicht darauf schauen, was wir bisher erreicht haben, denn wir haben eigentlich noch nichts erreicht.

Was würde als Fazit bei Ihnen stehen bleiben, wenn Sie souverän Meister werden und am Ende bei den Relegationsspielen zur 3. Liga scheitern würdet?

Ein Fazit kann man erst am Schluss einer Saison ziehen.

Klar. Aber dieser Fall könnte ja angesichts des aktuellen Modus eintreten. Was halten Sie generell von dem umstrittenen Modus, dass der Meister nicht direkt in die 3. Liga aufsteigt?

Es ist natürlich schwierig für den Verband, diese Situation zu lösen. Da müssten ja dann fünf Drittligisten absteigen, wenn alle Regionalliga-Meister aufsteigen würden. Natürlich ist es schwerer, als Meister dann noch in der Relegation spielen zu müssen, um dann aufzusteigen. Aber ich sehe diese Situation positiv. Wir bekommen als Meister dann die Chance, in der Relegation Ende Mai den Aufstieg perfekt zu machen. Zuerst müssen wir aber die Voraussetzungen dafür schaffen. Dies müssen wir in 34 kleinen Schritten tun, von denen wir erst acht gemacht haben.

Interivew: Robert M. Frank

Quelle: fussball-vorort.de

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