Schmidt, Schmöller, Cerovac, Schwabl und Schromm zur EM 2016

Schwabl: "Deutschland wird Europameister"

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Die Fußball-Experten aus dem Landkreis mit ihrer Einschätzung zur EM 2016.

Landkreis München Süd – Mit dem Eröffnungsspiel der Gastgber gegen Rumänien beginnt heute Abend die Fußball-Europameisterschaft in Frankreis. Die deutsche Elf muss am Sonntag berstmals ran – gegen die Ukraine. Wir fragten Fußball-Experten im Landkreis, was sie von diesem Turnier erwarten.

Peter Schmidt, Trainer des FC Deisenhofen: „Ich kenne, ehrlich gesagt, noch nicht einmal den Spielplan, weiß nur, dass es vom 10. bis zum 10. geht. Generell schaue ich am liebsten allein zuhause, weil mir zu viele Bundestrainer unterwegs sind. Die üblichen Verdächtigen werden es unter sich ausmachen, wie Italien, Frankreich als Gastgeber, Spanien und Deutschland. Als Weltmeister gehörst du immer zu den Favoriten, und Deutschland ist inzwischen auch einfach zu spielstark, um nicht zum Kreis der Anwärter zu zählen. Ein Außenseiter könnte zwar auch weit kommen, Belgien zum Beispiel, aber aufgrund der Dauer des Turniers mit dem zusätzlichen Achtelfinale werden sich die Länder mit hoher Qualität am Ende durchsetzen. Die Österreicher rechnen sich nach ihrer guten Quali auch einiges aus. Vielleicht können sie ja der Außenseiter sein, der was schnitzt. Ich würde mich freuen, wenn ihnen das gelingt. Mein Vater war zwei, drei Jahre österreichischer Bundestrainer für Kegeln und Bowling, da haben mein Bruder und ich schon einen Bezug zum Land. Aber dass die Österreicher Europameister werden, glaube ich nicht. Insgesamt bin ich in der Titelfrage völlig entspannt. Leider muss man damit rechnen, dass bei dieser Europameisterschaft etwas passieren könnte, aber man darf auch nicht klein beigeben. Der IS setzt ja auf die Medienpräsenz.“

Frank Schmöller, Trainer des SV Pullach: „Ich nehme nach der langen Saison, ehrlich gesagt, etwas Abstand vom Fußball, werde versuchen, mir die Deutschland-Spiele anzuschauen, aber ich werde meinen Zeitplan nicht unbedingt danach ausrichten. Ab dem Viertelfinale werde ich mir dann schon die Topspiele anschauen. Ich finde, die EM ist künstlich aufgebläht, da spielt wohl der Kommerz eine größere Rolle als das Sportliche. Früher war die Vorrunde auch schon interessant, weil da mal einer der Großen ausscheiden konnte. Zu den Favoriten zählen für mich Deutschland, keine Frage, und Frankreich als Gastgeber. Spanien ist auch immer dabei. Was ich von den Engländern mit ihren jungen, schnellen Spielern gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen. Aber man muss sehen, ob nach dieser langen Saison mit den ganzen Pokalwettbewerben in England die Kraft reicht, um so ein langes Turnier durchzustehen. Eine Überraschungsmannschaft kommt vielleicht auch noch dazu. Die Österreicher rechnen sich ja was aus, aber mehr als Achtel- oder Viertelfinale, ist, glaube ich, nicht drin. Belgien ist eine sehr interessante Mannschaft, aber man muss sehen, ob sie mit so einem Turnier und der damit verbundenen Nervenanspannung zurechtkommt, das ist doch etwas anderes als eine Qualifikation mit vielen Heimspielen. Auch wenn ich in Belgien gespielt habe, kann ich nicht sagen, ich bin mit dem Herzen dabei. Aber ich werde die Mannschaft schon aufmerksam verfolgen. Und Polen, mit dem besten Stürmer der Welt, sollte man auch nicht unterschätzen. Ich persönlich würde im Moment nicht nach Frankreich fahren. Die Mannschaften sind sicher sehr gut geschützt, aber ein ganz gutes Gefühl habe ich nicht.“

Semir Cerovac, Manager des TSV Ottobrunn: „So ein Turnier ist immer ein Highlight. Ich werde mir wohl 90 Prozent der Spiele anschauen, die Deutschland-Spiele wahrscheinlich unter Gruppenzwang mit den Jungs vom TSV Ottobrunn oder auch mit Freunden und Bekannten. Ein Favorit ist für mich Belgien. Diese Mannschaft hat in der Qualifikation den besten Fußball gespielt. Aber im Lauf so eines Turniers gibt es eine gewisse Eigendynamik, und da ist Deutschland immer mit vorn. Es wird auf die Gemütslage in den Teams ankommen. Wenn irgendwo Unruhe ist, überträgt sich das auf die Leistungen. Die Deutschen stecken so etwas aber weg, sie sind echte Profis. Auf Italien bin ich gespannt, das ist auch eine Turniermannschaft. Da gibt es ein paar Änderungen im Team, mal schauen. Schade, dass mein Land, Bosnien, nicht dabei ist. Aber ich verfolge Kroatien, das ist ja auch nahe an meiner Heimat. Auch Slowenien schaue ich mir genauer an. Insgesamt wird es sicher eine interessante EM. Allerdings trübt die Präsenz von Militär und Polizei die Stimmung, unabhängig davon, ob etwas passiert, was hoffentlich nicht der Fall sein wird. Das Turnier darf keinen Rahmen für irgendwelche Irren bieten. Aber so ein Fest wie in anderen Ländern, wie zum Beispiel 2006 in Deutschland, wird es nicht werden.“

Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching: „Deutschland wird die Europameisterschaft gewinnen. Das deutsche Team ist einfach eine Turniermannschaft, die auf den Punkt top vorbereitet ist. Wo ich die Spiele anschaue, hängt davon ab, welche Aufgaben in Haching für mich anstehen werden. Wir sind ja auch im Trainingslager. Ich werde sicher kein Spiel per Public Viewing verfolgen.“

Claus Schromm, Trainer der SpVgg Unterhaching: „Ich denke, dass sich nach längerer Zeit mal wieder ein Außenseiter den Titel holt. Teams wie zum Beispiel Belgien, die eine richtig starke Qualifikation gespielt haben, können auf jeden Fall für eine große Überraschung sorgen. Wo Deutschland landet, ist schwer vorherzusagen. Einige Spieler fehlen verletzt, beziehungsweise gehen angeschlagen in das Turnier. Ich hoffe natürlich auf den vierten Titel, denke allerdings, dass im Halbfinale Schluss ist. Ich bin jetzt nicht so der Typ, der die Spiele inmitten einer riesigen Fanmeile verfolgt. Am liebsten schaue ich bei uns zu Hause im Garten oder bei Freunden.“

Umberto Savignano und Robert M. Frank

Quelle: fussball-vorort.de

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