Hollerbach macht Mut für kommende Saison

Schwabl: "Wir wollen den Würzburgern nacheifern"

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Zwei, die sich gut verstehen: Haching-Präsident Manni Schwabl (li.) und Würzburg-Coach Bernd Hollerbach.

SpVgg Unterhaching - Haching verliert Finale des Toto-Pokals mit 2:6 gegen den Zweitliga-Aufsteiger Würzburg. Amir Shapourzadeh trifft viermal in acht Minuten.

Mit einer eiskalten Dusche verabschiedete sich die SpVgg Unterhaching in die Sommerpause. Der Regionalligist verlor das Finale in bayerischen Totocup mit 2:6 (1:0) gegen den Zweitliga-Aufsteiger Kickers Würzburg.

Dabei war es im Sportpark vor 3200 Zuschauer recht stimmungsvoll losgegangen. Hachings Präsident Manfred Schwabl verabschiedete Kapitän Jonas Hummels, der aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beendet. Humorvolle Worte fand Schwabl auch für den Würzburger Trainer Bernd Hollerbach: „Diesen Erfolg hätte ich dir als Spieler nicht zugetraut, aber euer Erfolg macht uns Mut, wir wollen den Würzburgern nacheifern.“

Auf dem Spielfeld zeigten der Regionalligist anfangs keinen Respekt vor dem höherklassigeren Kontrahenten. Bereits nach vier Minuten gingen die Gastgeber durch einen sehenswerten Freistoß von Alexander Sieghart in Führung. Die Hachinger versäumte es aber nachzusetzen, zeigten zwar tolle Kombinationen, wirkten aber im Abschluss zu umständlich. Der Würzburger Coach kommentierte die Leistung seiner Schützlinge nach einer Woche mit vielen Aufstiegsfeiern auf drastische Weise: „Da sieht man, was der Alkohol anrichten kann.“

Nach dem Seitenwechsel kam die Unterfranken wie ausgewechselt aus der Kabine und eine Akteur verbreitete Angst und Schrecken im Hachinger Strafraum: Innerhalb von nur acht Minuten (57. bis 63.) erzielte der eingewechselte Amir Shapourzadeh vier Treffer. „Ich habe ihm gesagt, der soll es so machen, wie der Lewandowski bei den Bayern – hat nicht ganz geklappt“, scherzte Hollerbach. Von dem Schock erholte sich die Heimelf nicht mehr, Daniel Nagy traf noch doppelt (65., 81.), Vitalij Lux (72.) konnte nur noch Ergebniskorrektur betreiben. „In der zweiten Halbzeit haben wir unser wahres Gesicht gezeigt, acht Tore waren auch etwas für die Zuschauer“, meinte Hollerbach, der den Verlierern aber ein Kompliment machte: „Ich rechne in der nächsten Saison mit ganz starken Hachingern in der Regionalliga.“

Die Gastgeber hätten gerne die 5000 Euro Siegprämie kassiert und wirkten schon etwas ratlos nach dem Abpfiff. Die Akteure verabschiedeten sich brav von den eigenen Fans mit einem Transparent, und Trainer Claus Schromm wollte mit seinen Verlierern nicht so hart ins Gericht gehen: „Gratulation an die Würzburger Kickers, nicht nur zum Titel und zum Durchmarsch, sondern für die Art und Weise, wie sie Fußball gespielt haben. Es war ein klarer und ehrlicher Fußball, der auch ein Vorbild für unsere Truppe ist. Das Finale war eine schöne Geschichte, auch für unseren Verein. Und Fakt ist: Mit dem Einzug in die erste DFB-Pokal-Hauptrunde haben beide Teams ihr Ziel erreicht.“

Jetzt geht es für die Hachinger in den Urlaub – bis zum 13. Juni. Danach hofft Präsident Manfred Schwabl, dass seine Spielvereinigung in der erste Hauptrunde einen attraktiven Gegner zugelost bekommt.

„Finaltag der Amateure“: Wenig Zuschauer, viel Spannung

Ein Quotenhit war der „Finaltag der Amateure“ beiseiner Premiere (noch) nicht – doch auch ohne Millionen-Publikum genossen die 34 beteiligten Teams ihren Auftritt im Pokal-Rampenlicht. Als DFB-Präsident Reinhard Grindel den Spielern des FC Eintracht Norderstedt den Hamburger Landespokal überreichte, schauten in der ARD nur 500.000 Menschen zu. Den neunten Erfolg von Rot-Weiss Essen im Niederrheinpokal verfolgten am Samstagabend dann immerhin 1,37 Millionen Fans vor den Bildschirmen. In der achtstündigen Liveübertragung boten die Amateure alles, was den Fußball ausmacht: Leidenschaft, Emotionen und teilweise auch Dramen.

Die Gewinner und sogar zwei Verlierer durften am Ende über den Einzug in die 1. Runde des DFB-Pokals jubeln, der jedem Verein mit einer Prämie von 140.000 Euro versüßt wird. Zu den Siegern gehörten Traditionsklubs wie Hansa Rostock, Wattenscheid 09, VfB Lübeck oder Carl-Zeiss Jena. Noch größer dürfte die Freude aber bei Underdogs wie dem FC 08 Villingen oder BFC Preussen gewesen sein, die in der kommenden Saison als Sechstligisten im DFB-Pokal dabei sind. Einen versöhnlichen Abschied feierte Weltmeister Jürgen Kohler als Trainer des Oberligisten SC Hauenstein. Im Südwest-Finale gelang ein 2:1 nach Verlängerung gegen den TSV Schott Mainz.

Hier gibt's weitere Stimmen zum Pokalfinale.

Text: Klaus Kirschner

Quelle: fussball-vorort.de

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