Bayernliga Süd

Spätes Gegentor und eine dumme rote Karte

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Per Freistoß erzielte Ruben Popa in der 70. Minute den Pipinsrieder Führungstreffer in Vilzing. Nur sechs Minuten später kamen die Hausherren zum 1:1.

FC Pipinsried - Der FC Pipinsried hat in der Fußball-Bayernliga Süd auch das elfte Spiel in Folge ungeschlagen überstanden. Die FCP-Kicker wissen gar nicht mehr, wie sich eine Niederlage anfühlt, die letzte Pleite (1:2 in Pullach) liegt bereits mehr als zwei Monate zurück.

Zum Vorrundenfinale erreichte der Tabellenzweite aus dem Landkreis Dachau ein 1:1-Remis bei der DJK Vilzing.

In einer rassigen Partie wurde jeweils ein Spieler beider Teams des Feldes verweisen, beim FC Pipinsried traf es Stürmer Atdhedon Lushi, der eine Minute vor Schluss den roten Karton sah.

Nach dem Abpfiff des Spitzenspiels waren die Gäste aus Pipinsried restlos bedient. In einer guten Bayernliga-Partie konnte der Tabellenzweite aus dem Dachauer Hinterland beim Tabellendritten trotz fast 45 Minuten Überzahl den entscheidenden zweiten Treffer nicht setzen. Stattdessen wurde der Mannschaft von FCP-Trainer Fabian Hürzeler 13 Minuten vor Schluss noch der Ausgleichstreffer eingeschenkt. Zu allem Überfluss kassierte Torjäger Lushui dann auch noch eine, so Teammanager Roman Plesche, „völlig überflüssige“ rote Karte. „Der Schiedsrichter hat die Situation gar nicht gesehen. Erst auf Anfrage beim Assistenten hat er Ati vom Platz gestellt. Das habe nicht nur ich nicht verstanden, zumal Ati bei der Rangelei und Schubserei ja nicht alleine dastand“, so der verärgerte FCP-Sprecher.

Der Pipinsrieder Torjäger wurde das gesamte Spiel über von seinen Gegenspielern zwar intensiv bearbeitet, trotzdem hätte er in dieser Situation ruhig bleiben müssen. Mit dieser Aktion hat er seiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen, nun müssen die Pipinsrieder abwarten, wie lange er gesperrt wird.

Vor 500 enthusiastisch mitgehenden Zuschauern setzte das Team aus Pipinsried die Vorgaben seines Trainers gut um. Nach dem Plan von Fabian Hürzeler sollte der FCP die zu erwartenden Zweikämpfe annehmen, entschlossen dagegen halten und selbst Chancen kreieren. Dies gelang ganz gut, allerdings waren zwingende Torchancen, hüben wie drüben, in Hälfte eins Mangelware.

Ab der 44. Minute waren dann die Gäste vollends im Vorteil, denn der DJK-Akteur Matthias Graf wurde wegen einer Notbremse vom Platz gestellt.

Wer zu Beginn der zweiten Halbzeit gedacht hatte, dass sich die Hausherren nun einigeln könnten und nichts mehr für das Offensivspiel machen würden, der sah sich getäuscht. Beim nun in Überzahl agierenden Gast aus Pipinsried lief nicht mehr viel zusammen, trotz intensiver Bemühungen wollte nichts so richtig greifen. „Wir haben es nicht geschafft, Torchancen gegen eine in Unterzahl spielende Mannschaft herauszuspielen. Genau das hatten wir uns aber in der Halbzeitpause vorgenommen“, schimpft Plesche.

Trotzdem ging der FC Pipinsried durch Ruben Popa per Freistoß in Führung (70.). „Spätestens da hätten allen klar sein müssen, dass wir das Ding nur noch nach Hause schaukeln müssen“, so der sportliche Leiter des FCP. Doch ein Spieler machte dem Gast einen dicken Strich durch die Rechnung: DJK-Akteur Markus Dietl. Mit einem Sonntagsschuss am Samstag Nachmittag sorgte er sieben Minuten nach dem 0:1 für das 1:1.

„Wir hätten das Spiel nach Hause bringen müssen. Alle Vorteile waren auf unserer Seite“, stellte Plesche nach dem Spiel fest. Für den Gastgeber war es hingegen ein Fußballfest. Die Fans feuerten ihr Team permanent an, sie kritisierten zudem lautstark jede Schiedsrichter-Entscheidung gegen ihr Team.

„Da war ganz schön was los. Es wären wohl noch mehr Zuschauer zu unserem Spiel gekommen, wenn nebenan nicht gleichzeitig ein Derby in der Landesliga stattgefunden hätte. Aber auch so hat es richtig Spaß gemacht, auch wenn wir nur einen Punkt mitgenommen haben“, zeigte sich Plesche begeistert ob der prächtigen Stimmung im Vilzinger Manfred-Zollner-Stadion.

Stenogramm

DJK Vilzing – FC Pipinsried 1:1 (0:0)

DJK Vilzing: Michael Riederer, Matthias Graf, Tobias Kordick (72. Tobias Bräu), Simon Ertl, Michael Hamberger, David Romminger, Markus Dietl, Daniel Völkl, Fabian Trettenbach, Tobias Oisch (75. Marius Dimmelmeier), Christoph Schwander

FC Pipinsried: Thomas Reichlmayr, Denny Herzig, Arbnor Segashi, Fabian Hürzeler, Sebastian Mitterhuber, Ünal Tosun, Dennis Liebsch, Marco Krammel, Markus Achatz, Thomas Schreiner (60. Ruben Popa), Atdhedon Lushi

Schiedsrichter: Christian Keck

Zuschauer: 500

Rote Karten: Matthias Graf (44.), Ardhedon Lushi (87.)

Tore: 0:1 (70.) – Ruben Popa trifft per Freistoß ins Schwarze. 1:1 (77.) – Markus Dietl gleicht mit einem Sonntagsschuss aus, er wuchtet die Kugel volley in die Maschen des Pipinsrieder Kastens

Text: Bruno Haelke

Quelle: fussball-vorort.de

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