Abgang mit fadem Beigeschmack

Staudigl: "Haching hat uns fallen gelassen"

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Ein Bild aus alten Zeiten: Kevin Staudigl im Trikot der SpVgg Unterhaching.

SV Heimstetten - Nach seinem Wechsel zum SVH war er voller Tatendrang. Doch in der Vorbereitung hat sich Kevin Staudigl erneut schwer verletzt. Im Interview mit Fussball Vorort lässt der 24-Jährige seine Unterhachinger Vergangenheit Revue passieren und verrät, wie er noch stärker zurückkehren will.

Du warst nach deinem Wechsel zum SVH enorm motiviert. Wie geht es dir nach deiner Verletzung?

Kevin Staudigl: Es war nach einer längeren Verletzungspause natürlich schön zu sehen, dass man auch im höheren Amateurfußball noch einen Namen hat. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Ich wusste, dass ich gegenüber der Mannschaft einige Defizite hatte. Mein Knie machte keinerlei Probleme. Dass ich dann im dritten Mannschafts-Training nach 45 Minuten verletzt aufhören musste und mir der Arzt die Diagnose (vorderes Kreuzband gerissen, Außenmeniskus eingerissen, Außenband angerissen, Innenband angerissen, Bone bruise) mitgeteilt hat, war für mich ein Schock. Aber jetzt den Kopf hängen zu lassen, bringt niemandem etwas.

Wie schaut das weitere Vorgehen aus? Wann sehen wir dich wieder auf dem Fußballplatz?

Ich bin seit gestern wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Für die nächsten sechs bis zehn Wochen stehen aufgrund der Meniskusverletzung Krücken und Schiene auf dem Programm. Übungen für Zuhause natürlich auch. Nach den zehn Wochen geht es relativ schnell bergauf. Ich habe das Glück, dass ich von guten Physiotherapeuten und Ärzten umgeben bin.

Du hast in den letzten Jahren oft verletzungsbedingt pausieren müssen. Woher nimmst du immer wieder die Motivation, neu anzugreifen?

Die letzten Jahre stand ich nicht sonderlich oft auf dem Platz. Jünger wird man nun mal auch nicht. Ich denke jeder der Sport treibt, findet auch in den schwierigsten Momenten die Motivation wieder aufzustehen. Ich habe mich noch nie von einer Verletzung klein machen lassen.

Wie beurteilst du rückblickend deinen Abschied aus Unterhaching?

Ich denke, ich habe mich bei Unterhaching aufgearbeitet. Mir wurde vieles versprochen, eingehalten wurde wenig. Als die Amateure abgemeldet wurden, bekamen wir einen Anruf, manche sogar nur eine SMS, dass wir uns einen neuen Verein suchen sollen. Ich durfte bei den „Profis“ mitmachen. Nach zehn Wochen bekam ich das Pfeiffersche Drüsenfieber. Und schon hatte ich auch so eine SMS auf dem Handy. Man wurde fallen gelassen. An meiner Liebe zum Fußball hat sich nie etwas geändert. In Kirchheim und Heimstetten geht es neben dem Fußball auch ums Menschliche. Die Verantwortlichen kümmern sich sehr gut um jeden einzelnen. Da versucht man gerne auf den Platz zurückzukehren.

Hast du schon einmal daran gedacht, deine aktive Karriere zu beenden?

Die Frage haben mir in letzter Zeit einige Personen gestellt. Ich denke die Zeit wird zeigen, was richtig ist. Erstmal kümmere ich mich um mein Knie.

Unter anderem bei Kirchheim hast du bereits kleinere Trainer-Erfahrungen gesammelt. Hast du vor, dich auf diesem Feld verstärkt zu engagieren bzw. weiterzubilden?

Ich hatte bereits bei Unterhaching eine F-Jugend und beim TSV Grünwald eine D-Jugend trainiert. Bei Kirchheim habe ich zusammen mit Steven (Toy, Anm.d.Red.) die Herren trainiert und für diese Saison übernehme ich beim SVH eine D-Jugend. Zunächst muss ich mich jedoch um mein Knie kümmern und abwarten, was die Zeit bringt. Das Trainerdasein hat Spaß gemacht, jedoch wollte ich selbst nochmal richtig angreifen.

Was ist für den SVH diese Saison in einer starken Bayernliga drin?

Die Mannschaft hat letzte Saison auch schon eine gute Rolle gespielt und so wird es diese Saison sicherlich auch sein. Wir wollen und werden oben mitmischen. Die Mannschaft hat ein super Klima, gute Trainingsmöglichkeiten, ein gut funktionierendes Trainer- und Managerteam und Hanni (Anm.d.Red.: Betreuerin und gute Seele beim SVH) gibt es auch noch (lacht).

Quelle: fussball-vorort.de

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