Der zweite Teil des großen Interviews mit Fussball Vorort

Sternberg: "Im Iran fühle ich mich sehr sicher"

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Niko Sternberg, im Polo des SV Pullach.

Rah Ahan Yazdan FC - Niko Sternberg ist Torwarttrainer im Iran. Ein Land, dass den meisten Deutschen eher fremd ist. Der Fußballbegeisterte hat dort seine neue Heimat gefunden und mit Fussball Vorort darüber gesprochen.

Den ersten Teil des Interviews gibt es hier. Im zweiten Teil räumt Sternberg mit Vorurteilen über sein Wahl-Land auf und verrät, was ihn in Teheran stört. 

Wie heißt es so schön: Andere Länder, andere Sitten. Wie lange hast du gebraucht, um dich an den Alltag zu gewöhnen?

Nicht lange, ich passe mich schnell einer neuen Umgebung an und habe da keine großen Probleme. Zudem wurde ich sehr gut vom Verein aufgenommen. Ein Dankeschön gilt den Verantwortlichen von Rah Ahan Yazdan.

Rah Ahan Yazdan ist ein Verein aus Teheran, der Hauptstadt. Wie wohnst du dort?

Rah Ahan Yazdan ist einer der ältesten Vereine im Iran. Ali Daei hat den Club sogar von 2011 bis 2013 trainiert. Die meisten Leute kennen Ali Daei aus seiner Zeit in der Bundesliga beim FC Bayern München und Hertha BSC Berlin. Ich wohne hier in Teheran in einer schönen Wohnung, die mir vom Verein gestellt wurde.

Fühlst du dich sicher?

Ich fühle mich sehr sicher. Genauso wie in Deutschland. Es haben viele Leute einen schlechten Eindruck vom Iran. Jeder denkt, es sei hier ein Kriegsland und es werde hier Krieg geführt. Das stimmt überhaupt nicht. Der Iran ist ein sehr schönes Land, von dem was ich bis jetzt gesehen habe. Ich sage den meisten Leuten: Bevor man nicht selbst in einen Land war und es selbst nicht gesehen hat, sollte man nicht urteilen.

Wie gut beherrscht du die Amtssprache persisch beziehungsweise wie kommunizierst du mit deinen Mitmenschen?

Bis auf ein paar Wörter wie 'Hallo', 'Wie geht’s', 'Danke' und 'Auf Wiedersehen' eigentlich gar nicht. Es wird im Training hauptsächlich auf Englisch kommuniziert. Wir haben hier noch einen Dolmetscher, da manche Spieler kein Englisch sprechen. Wenn jetzt die neue Saison anfängt, werde ich ein paar Sprachschulen aufsuchen und die Sprache erlernen. Ich finde es wichtig, wenn man über einen längeren Zeitraum in einem Land lebt, dass man auch die Sprache sprechen sollte, sodass man sich verständigen kann.

Es gibt immer Vorurteile, dass Frauenbild wäre ein anderes. Wie nimmst du das wahr?

Das Frauenbild ist nicht anders. Es ist respektvoll und die Frauen sind, wie ich gehört habe, sehr stark. Es gibt nur eine Kleidungspflicht für Frauen, so wie es in anderen Ländern Schuluniformen gibt. Die Frauen tragen ein Kopftuch. Das mausert sich zum Trend-Accessoire. Es gibt im Iran sehr hübsche Frauen. 

Im Teheran herrscht Kontinentalklima. Wie kommst du damit zurecht?

Ich komme mit dem Klima sehr gut zurecht. Auch in Teheran haben wir vier Jahreszeiten. Im Sommer kann es schon mal bis über 40 Grad heiß werden. In anderen Städten, wie Ahvaz, die am Persischen Golf liegen, wird es dann schon mal bis 50 Grad heiß. 

Was stört dich im Iran am meisten?

Mich stört am meisten der Verkehr. Das kann man nicht mit europäischen Großstädten vergleichen.

Gibt es etwas an Deutschland, dass du vermisst?

Familie, Freunde und die Stadt München. Das Gute an Teheran ist, dass man auch deutsche Produkte im Supermarkt kaufen kann. Aus dieser Sicht vermisse ich nicht viel.

 

 

Das Interview führte Andreas Knobloch

Quelle: fussball-vorort.de

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