BCF spielt Konter schlampig aus

Stier bilanziert: "Ein sehr bitterer Tag"

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Eine unglückliche Niederlage kassierten die BCF-Kicker gegen die DJK Vilzing.

BCF Wolfratshausen - Das Mittelfeld der Bayernliga Süd bleibt für den BCF Wolfratshausen einstweilen in Fernglas-Distanz. Die Farcheter unterliegen der DJK Vilzing mit 0:1.

Empathie prägte Marco Stiers Einstieg in die Spielanalyse. Er leide mit seiner Mannschaft, die zeitgleich niedergeschlagen ein Stockwerk tiefer in der Kabine saß, sagte der BCF-Coach. „Weil wir nicht wissen, warum“, ergänzte der Coach. Schwer zu begreifen war Wolfratshausens zehnte Saisonpleite in der Tat. Zumal der einzige Treffer des Spiels seinen Ursprung in einer Standardsituation hatte und ihn zu allem Überfluss die offensiv deutlich zurückhaltendere Mannschaft erzielt hatte. „Ein sehr bitterer Tag für uns“, bilanzierte Stier mit gedämpfter Stimme.

Dass sich seine Equipe selbst an der Nase packen musste, wusste der 32-Jährige auch. Zur Halbzeit hätte es „schon 2:0 stehen müssen“, haderte Stier mit dem Chancenwucher auf BCF-Seite. Früh brachte Gilbert Diep das Kunststück fertig, binnen weniger Sekunden mehrmals aus deckungsgleicher Position freistehend vor DJK-Keeper Michael Riederer an dessen flinken Füßen zu scheitern. Später klärte ein anderes Vilzinger Abwehrbein bei einer scharfen Hereingabe von Maxi Moll in höchster Not. Hinten musste der BCF lediglich einmal zupacken: Chafi Gobitaka verhinderte mit einer Hochrisiko-Grätsche den Alleingang eines Gäste-Stürmers. Trotz der Versäumnisse sei seine Elf mit einem „guten Gefühl“ in die Pause gegangen, betonte Stier. Selbst Vilzings Coach Uli Karmann hatte einen „willigen und zweikampfstarken Gegner“ gesehen.

Marco Gröschel eröffnete die Chronologie des zweiten Abschnitts mit einem Flachschuss, der knapp das Ziel verfehlte. Doch mit zunehmender Dauer der Begegnung merkte man immer deutlicher den noch im Anfangsstadium befindlichen Entwicklungsstand des Farcheter Teams. Hierarchien müssen sich noch bilden und manifestieren, Automatismen erst reifen. Das Bemühen war allenthalben vorhanden, die dazugehörige Struktur dagegen meist nur in Ansätzen. So ließ sich eine Vielzahl unfertiger Angriffe erklären.

Einmal aber musste man dann doch strenger urteilen. Denn was Chris Korkor bei einem Wolfratshauser Blitzkonter veranstaltete, war fahrlässig. Vilzings Verteidiger fokussierte sich alternativlos auf den Querpass. Den lieferte Korkor auch – schlampig mit dem Außenrist. Teamkollege Diep hätte sonst nur noch einzuschießen brauchen, doch diese Gelegenheit sollte der Angreifer nicht bekommen. Trainer Stier beteuerte, Korkor würde mit gesenktem Haupt in den Katakomben hocken. Natürlich ist dem 19-Jährigen keine Absicht zu unterstellen. Aber es war eben die Schlüsselszene für den späteren Endstand.

Nicht der fragliche, von Kevin Pradl ohnehin entschärfte Handelfmeter in der Schlussminute. Und auch nicht der von Emin Kaya vertändelte, letzte Offensivball der Partie. Denn kurze Zeit nach Korkors Fauxpas hatte Vilzings Fabian Trettenbach einen direkten Freistoß aus 20 Metern Torentfernung gekonnt in die kurze Ecke gezirkelt. „Es ist bitter, wenn man die eigenen Chancen so kläglich vergibt“, rang Stier mit Blick auf die massiven Aufgaben der nächsten Wochen nach Fassung. Dann nämlich kommen die BCF-Gegner aus Sonthofen und Heimstetten.

Text: Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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