Gegen auswärtsschwächstes Team der Liga

Stier: "Wir tun alles für einen Dreier"

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Zwei Siege in Folge? Das gelang den Wolfratshausenern zuletzt im August.

BCF Wolfratshausen - So besinnlich der Hinrunden-Ausklang mit anschließender Weihnachtsfeier letztlich sein mag: Für den BCF Wolfratshausen ist das heutige Heimspiel gegen den SV Kirchanschöring (14 Uhr) im Hinblick auf die Ausgangssituation für 2017 von grundlegender Bedeutung.

Es ist schon kurios: Da verpflichtet der BCF bei Trainer Marco Stiers Amtsantritt, der sich zeitlich mit dem Ende der Transferphase deckte, drei neue Fußballer. Und jetzt, ein Vierteljahr später, steht keiner aus diesem Trio mehr auf dem Platz. Aus genau jenen Gründen, für die der Ballclub seit Jahren berühmt-berüchtigt ist: Langzeitverletzungen. Marco Gröschl ist nach erfolgreich verlaufener Knie-Operation inzwischen in die Rekonvaleszenz eingestiegen, Lars Nummer erholt sich seit zwei Wochen von einer mittelschweren Muskelverletzung. Bliebe noch Michael Ott. Der war bis zur Vorwoche noch im Einsatz, unterstrich seinen Wert für das Farcheter Spiel beim 3:1-Erfolg in Dachau durch zwei Vorlagen. Doch jetzt hat der Fußballer-Alltag auch dem 23-Jährigen übel mitgespielt: Ott schnackelte beim Aufwärmen im Kreis um, zog sich aller Voraussicht nach einem Bänderriss zu.

Doch sind die Ausfälle für das bis dato wichtigste Spiel des Jahres noch längst nicht aufgezählt. Aus der Startelf von Dachau fehlen mit Georgios Bavas, Chafi Gobitaka und Florian Scheck drei weitere Stammkräfte. Scheck hielt in der Vorwoche gar mit einem Muskelbündelriss bis Mitte der zweiten Halbzeit wacker durch. „Ein harter Hund“, lobt Stier. Doch jetzt sind die Reserven des Garmisch-Partenkirchners aufgebraucht. Ein weiterer Grund für Sorgenfalten: Hinter dem Einsatz von Mitch Rödl und Jona Lehr steht zumindest ein gut sichtbares Fragezeichen. Beide Kicker mussten aufgrund von Blessuren am Sprunggelenk die komplette Trainingswoche canceln.

Der Coach ordnet die Situation als „unfassbar bitter“ ein. Vor allem für die Schaltzentrale bieten sich keine gelernten Fachkräfte an. Ausnahme: Michael Marinkovic, Matchwinner der Vorwoche. Doch lässt dessen Fitness-Stand ein Ausüben der am laufintensivsten Position noch nicht zu. „Das schafft er noch nicht“, sagt Stier.

Der Ex-Profi muss zum wiederholten Mal vor einem richtungsweisenden Spiel improvisieren. Aber alles Lamentieren hilft nichts. Denn mit dem SV Kirchanschöring schlägt das auswärtsschwächste Team der Liga in Farchet auf. Stier verzichtet ob der schwierigen Lage weitestgehend auf taktisches Kalkül, nimmt vielmehr die verbleibende Belegschaft in die Pflicht: „Jeder trägt das Wappen des BCF auf der Brust, ist dadurch Bayernliga-Spieler. Ich erwarte deshalb, dass jeder alles raushaut.“ Und er wirbt im Brustton der Überzeugung um die Gunst der Wolfratshauser Zuschauer. „Wir tun alles für einen Dreier“, gibt der 32-Jährige ein Versprechen ab.

Im Anschluss an das Match finden sich Spieler, Verantwortliche und Gönner in der Mehrzweckhalle zur Weihnachtsfeier ein. „Wir möchten diese Feier genießen“, sagt Stier, und meint damit, dass dies vornehmlich mit einem Heimsieg zu realisieren wäre.

BCF Wolfratshausen:

Pradl – Moll, Kantar, Misirlioglu, Brudy, Rödl, Kaya, Korkor, Marinkovic, Lehr, Diep – Toseki, Langenegger, Müller, Özgül.

Text: Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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