Frühe Gegentore gegen Landsberg

SVH-Trainer Baumgärtner: "Waren gedanklich noch nicht auf dem Platz"

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Heiko Baumgärtner hatte sich aus den ersten Spielen eine bessere Punkteausbeute erhofft.

SV Heimstetten – Zwei Elfmeter hat der SV Heimstetten in seinen ersten beiden Bayernligapartien zugesprochen bekommen. Zweimal wurde Sebastiano Nappo gefoult; zweimal traf Lukas Riglewski.

Von daher scheint in der dritten Partie beim TSV Landsberg der 2:3-Anschlusstreffer nur mehr Formsache, als sich Riglewski in der 80. Minute erneut die Kugel auf dem Kreidepunkt zurechtgelegt. Diesmal ist Orhan Akkurt der Gefoulte gewesen, aber das sollte den Schützen kaum irritieren – hoffen die SVHler. Doch bei seinem dritten Strafstoß der Saison versagen dem 22-Jährigen erstmals die Nerven: Sein Schuss wird zur Beute des Landsberger Torwarts, an dem sich die Heimstettner schon zuvor mehrfach die Zähne ausgebissen haben. In diesem Moment habe sich auch bei ihm ein Gedanke verfestigt, räumt SVH-Trainer Heiko Baumgärtner ein: „Spätestens da hat man gespürt, dass heute nichts mehr geht.“ Tatsächlich steht für seine Elf wenig später die zweite Niederlage im dritten Spiel zu Buche – ein 1:3, und das ausgerechnet gegen die bis dato punktlosen Landsberger. Zwar will Baumgärtner hernach noch nicht von einem Fehlstart sprechen. Aber klar sei: „Wir hatten uns aus den ersten Spielen mehr Punkte erhofft.“

Wobei der Coach in Landsberg nicht etwa den verschossenen Elfmeter als Schlüsselszene ansieht, sondern vielmehr die Anfangsphase. Da kassiert seine Elf zwei Treffer in den ersten drei Minuten – „weil wir gedanklich noch nicht auf dem Platz waren“, kritisiert Baumgärtner. Über die Gründe könne man nur spekulieren, sagt der Trainer, bevor er Selbiges tut. Vielleicht hätten sich einige Spieler zu sehr in Sicherheit gewogen nach der 5:0-Gala gegen Pipinsried. Vielleicht habe der kurzfristige Ausfall von Kapitän Dominik Schmitt das Team verunsichert. Und vielleicht habe auch der Amoklauf tags zuvor eine Rolle gespielt, mutmaßt der Trainer. „Wir sind eine Münchner Mannschaft. Viele von uns sind am Abend erst spät nach Hause gekommen. Die Mutter eines Spielers arbeitet im OEZ. Da ist es klar, dass so etwas Schreckliches die Mannschaft beschäftigt.“

Jedenfalls sei es nach dem frühen 0:2-Rückstand „brutal schwer“ für seine Elf geworden, sagt Baumgärtner. Wobei sich der SVH durchaus etliche Chancen erspielt, doch vor allem Nappo, Akkurt und Riglewski können diese nicht nutzen. Allein Clemens Kubina bringt die Kugel kurz vor der Pause im Tor unter, nachdem der gegnerische Keeper einen Riglewski-Freistoß nur hat abklatschen können.

Im zweiten Durchgang habe sich dann ein offenes Spiel entwickelt, berichtet der SVH-Trainer. Bezeichnend sei dabei die Situation kurz vor dem dritten TSV-Tor gewesen. Da scheitert Sebastiano Nappo aus aussichtsreicher Position am Torwart, ehe der Ball im direkten Gegenzug bei einem Landsberger Stürmer landet. Der setzt sich im Laufduell gegen Sebastian Paul durch und wird dann von Heimstettens Keeper Maximilian Riedmüller von den Beinen geholt. Den fälligen Strafstoß setzt Landsbergs Jonas Meichelböck ins Netz – so souverän wie es Lukas Riglewski noch in den ersten beiden Spielen getan hat.

Text: Patrik Stäbler

TSV Landsberg – SV Heimstetten 3:1 (2:1)

SVH: Riedmüller, Paul, Müller (73. Engelbrecht), Hintermaier, Sütlü (64. Giglberger), Steimel, Kubina, Riglewski (83. Wellmann), Duhnke, Nappo, Akkurt.

Tore: 1:0 Greif (2.), 2:0 Siegwart (3.), 2:1 Kubina (45.), 3:1 Meichelböck (68.; Foulelfmeter). Schiedsrichter: Stefan Treiber (Zell-Bruck). Zuschauer: 360.

Quelle: fussball-vorort.de

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