Vater Stefan spricht über Wechsel

Thailand "eine Riesenchance" für Sieghart

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Über Bangkok via Bruck und Haching zurück nach Fernost: Alexander Sieghart (r.).

Buriram United ist in Fernost das, was in Deutschland der FC Bayern ist. Aus Bayern – noch besser: aus Fürstenfeldbruck – kommt nun Verstärkung für den thailändischen Rekordmeister: Alexander Sieghart.

Der 21-jährige Alexander Sieghart hat bei dem 400 Kilometer von der Hauptstadt Bangkok entfernten Club einen Vertrag über dreieinhalb Jahre unterschrieben.

Von einer großen Fußballerkarriere hat Alexander Sieghart geträumt, „seit ich denken kann“. Dass es den 21-jährigen Kreisstädter deswegen aber einmal in sein Geburtsland nach Thailand verschlagen würde, daran hat er wohl in den kühnsten Gedanken nicht geglaubt. Doch nun ging alles plötzlich ganz schnell für den erst vor einem Jahr von den Amateuren des FC Bayern zur SpVgg Unterhaching gewechselten offensiven Mittelfeldspieler. Sieghart ist bereits in Thailand eingetroffen und hat beim fünffachen Meister des Landes inzwischen auch schon den Vertrag unterschrieben.

Während ihn seine aus Thailand stammende Mutter noch ein paar Wochen begleitet, ist Papa Stefan Sieghart, ein Urgestein des TSV West, daheim in Bruck geblieben und verfolgt via Facebook die Karriere seines Sprößlings: „Es ist eine Riesenchance für meinen Sohn. Ich habe ihn bei der Entscheidung voll unterstützt.“ Für den Papa ist erstaunlich, wie blitzschnell der Transfer über die Bühne gegangen ist. „Die Verantwortlichen haben Alex noch nicht einmal live spielen sehen, sondern nur auf Video.“

Das Talent hat der 1,72 Meter große Alexander vom Vater geerbt. Früh entdeckt und nach Stationen über den SC Fürstenfeldbruck, SV Puch und TSV West wechselte der damals 14-Jährige zum FC Bayern. Drei Muskelbündelrisse warfen den jungen Brucker in seiner Karriere immer wieder zurück. Doch er kämpfte sich stets zurück. Nachdem Sieghart sein Abi am Viscardi-Gymnasium in der Tasche hatte, wollte ihn Unterhachings Regionalliga-Präsident Manni Schwabl schon im Winter 2014 verpflichten. Doch erst zum 1. Juli 2015 klappte der Transfer.

In Unterhaching, wo Sieghart mit dem Inninger Josef Welzmüller auf einen alten Bekannten aus Brucker Zeiten traf, hat Sieghart „ein Superjahr“ erlebt („Alles hat gepasst“). Doch als das Angebot aus Thailand kam, dem Land, aus dem seine Mutter Jinatana kommt und in dem er geboren wurde, musste Alexander nicht allzu lange überlegen. „Dass Thailand seine Heimat ist, davon kann man allerdings nicht reden“, meint Papa Stefan. Sein Sohn wurde zwar in Bangkok geboren, als sich der Vater drei Jahre lang dort aufhielt und in dieser Zeit auch seine Frau kennenlernte. Doch gleich nach der Geburt kehrte die junge Familie in die bayerische Heimat zurück. Erstmals thailändischen Boden betrat der junge Fußballer erst wieder 2001 beim Urlaub, kurz bevor er in Bruck eingeschult wurde.

Schon vor einem Jahr war der Familie das Schreiben eines Spielervermittlers aus Thailand ins Haus in der Buchenau geflattert. „Damals haben wir aber nicht darauf reagiert“, erinnert sich der Vater. Erst im Frühjahr dieses Jahres wurde der Weg zum Transfer über Siegharts Spielerberater von der Agentur des Ex-Löwen Wiggerl Kögl geebnet. „Die Thailänder haben natürlich auch noch aus einem anderen Grund ein starkes Interesse an Alexander“, glaubt der Papa: „Weil er in Bangkok geboren ist, wurde gleich ein thailändischer Pass beantragt, um ihn gegebenenfalls ins Nationalteam berufen zu können.“

Nach einem fünfstündigen Medizincheck und einem Essen mit dem Vereinspräsidenten wurde der Vertrag unterzeichnet. Auch ein Haus wurde Sieghart bereits zur Verfügung gestellt. Buriram, was übersetzt „die Stadt der Freude“ bedeutet, liegt rund 400 Kilometer von Bangkok entfernt, ist eine Universitätsstadt, aber nicht größer als Fürstenfeldbruck.

Buriram in Zahlen

Die Mannschaft von Buriram United hat einen aktuellen Marktwert von 8,08 Millionen Euro. Sieben (mit Alexander Sieghart nun acht) sind Legionä- re, die größtenteils aus Brasilien und Südkorea kommen. In dem knapp 33 000 Zuschauer fassenden Stadion (Spitzname „Thunder Castle“) wurden fünf nationale Meistertitel gefeiert, zuletzt 2015.

Stars der Mannschaft sind Innenverteidiger Andrès Tùnez (Nationalspieler von Venezuela) und der brasilianische Mittelstürmer Diogo. Trainiert wird die Elf von dem ebenfalls aus Brasilien stammenden Alexandre Gama (49). 2009 wurde der Club von dem Politiker Newin Chidchob übernommen, der seitdem auch Präsident ist.

2013 hatte Buriram United das Viertelfinale der asiatischen Champions League erreicht.

Im Internet: www.buriramunited.co.th

Dieter Metzler und Peter Loder

Quelle: fussball-vorort.de

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