Der Neuzugang im Vorort-Interview

Jetzt spricht Thee: "Buchbach ist kein Rückschritt"

+
Früher Unterhaching, heute TSV Buchbach: Mittelfeldallrounder Stephan Thee.

TSV Buchbach - Mitten im Abstiegskampf hat sich der TSV Buchbach noch einmal verstärkt. Der ehemalige Drittligaspieler und Ex-Hachinger Stephan Thee läuft ab sofort für den Kultverein auf. Fussball Vorort hat sich mit dem Neuzugang unterhalten.

Servus Stephan, das ging fix! Am Freitagabend warst du bereits erstmals in der Startformation des TSV Buchbach?

Ja, das ging alles wirklich sehr schnell und ich bin den Verantwortlichen von Buchbach sehr dankbar, dass es noch bis Freitag geklappt hat. Die Spielgenehmigung kam ja erst ein paar Stunden vor dem Anpfiff und es waren wohl einige Telefonate dafür nötig, wie mir im Nachhinein erzählt wurde.

Wie kam der Transfer zustande?

Den ersten Kontakt zum Verein gab es am Wochenende zuvor. Anton Bobenstetter (Anm. d. Red.: Trainer TSV Buchbach) hat mich angerufen und erzählt, dass er viele Verletzte hat und kaum noch elf Mann am Freitag gegen Hof aufstellen kann. Er habe gehört, dass ich noch vereinslos bin und wollte wissen, ob ich mir vorstellen könnte, für Buchbach zu spielen. Wir haben uns dann noch kurz unterhalten, was ich in letzter Zeit fußballerisch gemacht habe. Danach ging es eigentlich ganz schnell - am Montag vor dem Training haben wir uns zusammengesetzt und kurz danach war der Transfer auch schon fix. Ich habe dann direkt mit der Mannschaft trainiert.

Die Aufgabe in Buchbach ist sicher keine leichte. Die Mannschaft belegt aktuell den 15. Tabellenplatz. Wieso hast du dich dennoch für die Rot-Weißen entschieden?

Ganz leicht ist die Aufgabe bestimmt nicht, auch wenn wir jetzt schon einen ganz wichtigen Sieg holen konnten. Gerade stehen wir im Tabellenkeller, aber die Saison ist noch sehr lange und die Mannschaft hat trotz der Platzierung einiges an Qualität in den eigenen Reihen. Das war auch ein wichtiger Grund, warum ich mich für Buchbach entschieden habe. Desweiteren kenne ich auch schon ein paar Mitspieler von früher und die Verantwortlichen haben sich sehr um mich bemüht. Sie haben mir das Gefühl vermittelt, dass ich wirklich gebraucht werde und helfen kann. Im Endeffekt war es, wenn wir das Ergebnis von Freitag betrachten, genau die richtige Entscheidung und ich bin froh, jetzt bei Buchbach zu spielen.

Zuletzt warst du beim VfL Osnabrück in der 3. Liga aktiv. Bei Heimspielen des VfL kommen im Schnitt 10.000 Zuschauer ins Stadion – welche Erfahrungen hast du in Niedersachen gemacht? Wieso hat es letztendlich nicht mehr geklappt?

Es waren zwei ganz unterschiedliche, aber durchaus lehrreiche Jahre. Die Heimspiele in Osnabrück sind für die dritte Liga schon etwas Besonderes. Auch wenn zuletzt, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr ganz 10.000 Zuschauer kamen, ist die Stimmung dort sehr speziell und es macht richtig Spaß dort zu spielen. Es war für mich mit Sicherheit gut, auch mal außerhalb Bayerns zu spielen und dort Erfahrungen zu sammeln.

Das erste Jahr unter Maik Walpurgis lief bis zur Winterpause für die Mannschaft und auch mich durchweg positiv. Wir hatten Kontakt zur Spitze und wollten nach der Winterpause auf jeden Fall um den Aufstieg mitspielen. Leider sind wir ganz schlecht in die Rückrunde gestartet und haben die Saison im Mittelfeld beendet. Im zweiten Jahr wurde Maik Walpurgis nach fünf Spielen entlassen und Joe Enochs übernahm das Amt. Ich wollte im Sommer eigentlich wechseln, der Verein ließ mich aber nicht gehen und so blieb ich in Osnabrück. Allerdings bekam ich unter Enochs als Stammspieler der Vorsaison nicht in einem einzigen Spiel die Chance, mich zu zeigen. Dann kam im Januar 2016 noch eine Verletzung dazu und ich durfte somit eigentlich die komplette letzte Saison nicht richtig spielen. Also ein Jahr zum Vergessen, aus dem man aber lernen kann.

Die Buchbacher pflegen den „Mia san Kult“-Status. Wie erlebst du die Stimmung in dem Dorfverein?

Ich bin ja noch nicht so lange da. Aber die Stimmung im gesamten Verein ist einfach unglaublich herzlich und familiär. Jeder hilft mit und jeder ist mit viel Herzblut dabei. Und die Stimmung in der Kabine ist, wie ich am Freitag direkt mitbekommen durfte, dank Sandro Volz auch immer bestens.

(Wer sich einen Eindruck davon machen möchte, was Stephan Thee mit der besonderen Stimmung in der Kabine meint, sollte sich das Video auf der Facebook-Seite des TSV Buchbach ansehen.)

Am Freitag kommt dein Ex-Verein Unterhaching nach Buchbach. Hast du den Höhenflug der Hachinger verfolgt?

Sowohl während meiner Zeit in Burghausen, als auch die zwei Jahre in Osnabrück, habe ich Unterhaching immer im Auge behalten und verfolgt. Man vergisst ja nicht, wem man es zu verdanken hat, dass man es in den Profifußball geschafft hat. Ich war so viele Jahre in Haching und hatte dort eine super Zeit, sowohl in der Jugend als auch im Profibereich.

Ihr Höhenflug heuer ist schon sehr beeindruckend - auch wenn er fast zu erwarten war. Unterhaching hat einen unglaublich starken Kader für diese Saison zusammengestellt. So viele Spieler mit Bundesliga- und Zweitligaerfahrung hatten wir nicht mal in meinen zwei letzten Jahren bei Haching (Anm. d. Red.: damals 3. Liga). Nehmen wir Sascha Bigalke: Ohne Verletzungen wäre er mit Sicherheit Stammspieler in der Bundesliga. Wenn man dann sieht, dass er oder auch Dominik Stahl in der Regionalliga für Unterhaching spielen, dann weiß man schon, dass da im Hintergrund sehr gut gearbeitet wird. Und es sieht momentan so aus, als könnte sie in der Liga keiner wirklich gefährden. Allerdings versuchen wir am Freitag schon die Punkte in Buchbach zu behalten. Meister wird Haching auch ohne einen Sieg gegen uns.

Als 19-Jähriger hast du unter Klaus Augenthaler dein Profi-Debüt gefeiert. Wie war es für dich, unter ihm zu spielen?

Ich hatte sogar schon ein Jahr zuvor unter Ralph Hasenhüttl einen Kurzeinsatz. Unter Klaus Augenthaler war ich dann aber komplett im Kader der ersten Mannschaft. Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihm. Wir hatten eine Mannschaft mit einigen alten und erfahrenen Spielern wie Roman Tyce oder Darius Kampa. Trotzdem hatte ich als ganz junger Spieler das Gefühl, dass Augenthaler auf mich setzt und ich für die Mannschaft wichtig bin. Alles in allem ein Trainer, der mir absolut positiv in Erinnerung geblieben ist und dem ich auch sehr viel zu verdanken habe.

Du bist mittlerweile 28 Jahre. Stellt die Regionalliga eine gute Bühne dar, um nochmals auf sich aufmerksam zu machen?

Für mich ist der Schritt in die Regionalliga zu gehen nicht unbedingt ein Schritt zurück. Vielmehr ist es für mich, nach einem sehr schweren Jahr in Osnabrück und einer langwierigen Verletzung, die Chance, sich wieder zu zeigen und endlich wieder Fußball spielen zu dürfen.

Das Interview führte: Daniel Georgakos

 

 

Quelle: fussball-vorort.de

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Unschöne Szenen: Pummer rastet nach 2:0-Sieg des FCU aus
Unschöne Szenen: Pummer rastet nach 2:0-Sieg des FCU aus
Unterhaching: Bigalke schießt den FC Bayern ab!
Unterhaching: Bigalke schießt den FC Bayern ab!
Nicht trainiert: Torjäger Chaka Ngu’Ewodo fliegt aus SVP-Kader
Nicht trainiert: Torjäger Chaka Ngu’Ewodo fliegt aus SVP-Kader
Job gekündigt: Strobl setzt für 1860 alles auf eine Karte
Job gekündigt: Strobl setzt für 1860 alles auf eine Karte

Kommentare