FCU-Mittelfeldspieler gibt nicht auf

Trotz Knieverletzung: Ünver bleibt Optimist

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Am Ball bleiben lautet das Motto von Memis Ünver – trotz vieler Verletzungen.

SV Heimstetten - Seit 2010 ist Memis Ünver in Heimstetten, aber in keiner Saison hat er mehr als 23 Spiele absolviert. Der Grund: Verletzungen, Verletzungen, Verletzungen. Nun hat es den 26-Jährigen besonders schlimm erwischt.

Kreuzbandrisse sind für Fußballer, was das Kryptonit für Superman ist – mit einem Unterschied: Während das mysteriöse Mineral den Superhelden nur kurzzeitig schwächt, setzt die Ruptur des „Ligamentum cruciatum anterius“ den Kicker monatelang außer Gefecht. Mitunter beendet sie sogar Karrieren.

Memis Ünver hat sich im Vorbereitungsspiel gegen Gerolfing das Kreuz- und Innenband gerissen, dazu den Meniskus gequetscht. Und dennoch sagt der 26-Jährige vom SV Heimstetten Sätze wie: „Ich versuche, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen.“ Und sogar lachen kann er schon wieder, wenn er mit Blick auf Teamkollege Kevin Staudigl scherzt: „Kevin hat sich gerade zum dritten Mal das Kreuzband gerissen. Ich habe also noch zwei frei.“

Dies sind erstaunliche Sätze eines Fußballers, den die aktuelle Verletzung wohl bis ins nächste Jahr zur Pause zwingt. Mehr noch: Weil die Operation auf das Ende des Sommersemesters gefallen ist, hat der Master-Student der Sportwissenschaft mehrere Prüfungen verpasst. „Ich hatte mein Lernzeug in der Klinik, aber das ging gar nicht“, sagt Ünver. „Jetzt muss ich die Prüfungen eben im nächsten Semester nachholen, zum Glück geht das bei uns.“ Positiv denken: Das ist sein Credo. „Ich bin überzeugt, dass das auch den Heilungsprozess fördert.“ Denn: „Was bringt es mir, wenn ich zu Hause sitze und mich eingrabe?“

Stattdessen ist er schon wieder im Sportpark gewesen. Auf Krücken. Und hat mit den Kollegen mitgefiebert. „Es ist grausam, wenn du da draußen sitzt und weißt, dass du lange Zeit nicht dabei sein wirst“, sagt Memis Ünver – einerseits. Andererseits kann er sogar der langen Zwangspause etwas Positives abgewinnen: „Vielleicht tut das meinem Körper auch gut, und es wird eine Art Restart nach dem Motto: ,Come back stronger‘.“

Denn zurückkommen will Ünver – wie er es nach seinen diversen Verletzungen immer getan hat. Seit 2010 ist er beim SVH; damit gehört er zu den Dienstältesten. Im Gegensatz zu vielen im Kader war er in der Jugend nie bei einem der Profi-Clubs. Stattdessen ging’s für den Münchner über Großhadern nach Heimstetten. Dort ist der Flügelflitzer zum Leistungsträger gereift.

Nach dem Regionalliga-Aufstieg 2012 liebäugelte er mit einem Wechsel in die 3. Liga. „Es gab ein Angebot, aber da ist nichts draus geworden“, sagt Ünver – und klingt nicht wirklich traurig. Denn: „Ich fühle mich sehr wohl in Heimstetten, habe zu allen ein super Verhältnis und kann hier neben dem Studium spielen.“

Und so will er sich auch bei seinem SVH zurückkämpfen nach der schweren Verletzung. „Wenn alles gut läuft, dann könnte ich im Februar oder März wieder anfangen“, hofft Ünver. Bis dahin will er weiter eng bei der Mannschaft bleiben und regelmäßig in den Sportpark kommen. An diesem Samstag jedoch wird Ünver die Partie gegen Pullach verpassen. Denn an diesem Tag fliegt er in die Türkei für drei Wochen Urlaub mit der Familie. Wie gesagt: Man muss aus jeder Situation das Beste machen.

Text: Patrik Stäbler

Quelle: fussball-vorort.de

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