Unschöne Szenen: Pummer rastet nach 2:0-Sieg des FCU aus

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Im Stil eines Aufstiegsaspiranten gewinnt der FC Unterföhring das Spitzenspiel beim SV Heimstetten mit 2:0. Dabei kochen die Emotionen über, und es kommt zu unschönen Szenen – jedoch erst nach dem Schlusspfiff.

Das letzte Rudel dieses an Rudelbildungen nicht gerade armen Nachmittags bildet sich im Kabinentrakt des Heimstettner Sportparks, und zwar lange nach dem Abpfiff. Zwei Handvoll Spieler und Betreuer beider Klubs argumentieren und gestikulieren dort um die Wette und drängen sich dabei so dicht aneinander wie Fans des FC Bayern in der U6 auf dem Weg zur Arena. Mittendrin steht einer im Zentrum des Trubels: Andreas Pummer, Trainer des FC Unterföhring. Der Coach ist noch auf dem Rasen mit Heimstettens Flügelflitzer Daniel Steimel aneinander geraten – erst verbal, dann körperlich.

„Ich habe ihn am Krawatterl gepackt“, so formuliert es Pummer – und räumt sogleich ein: „So was darf mir nicht passieren. Ich habe mich da zu einer Sache hinreißen lassen.“ Sein Tête-à-Tête – genauer gesagt: sein Hand-à-Hals – ist der Auftakt zu einigen turbulenten Minuten im Sportpark, mit reichlich Geschrei und Geschubse. Dass sich ausgerechnet Andreas Pummer einen solchen Ausraster leistet, ist umso erstaunlicher, als sein FCU in den 90 Spielminuten alles dafür getan hat, das Gemüt des Trainers zu besänftigen: Mit einer erstaunlichen Souveränität landet Unterföhring einen ungefährdeten und verdienten 2:0-Auswärtssieg im letzten Spiel des Jahres. „Wir waren jederzeit Herr der Lage“, lobt Pummer, sichtlich froh, sich wieder zum Geschehen auf dem Rasen äußern zu können. Der Sieg sei das i-Tüpfelchen auf einer „sehr guten Runde von uns“, sagt der Coach, dessen Elf zuletzt 13 von 15 möglichen Punkten geholt hat.

Auf der anderen Seite resümiert ein zerknirschter SVHTrainer Heiko Baumgärtner: „Pullach und Unterföhring sind jetzt erst mal weg – da brauchen wir uns nicht mehr daran zu orientieren.“ Seine Mannschaft gehe nun „mit einem schlechten Gefühl in die Winterpause“, zumal sie heuer „drei, vier Punkte zu wenig“ geholt habe, lautet Baumgärtners ehrliche Zwischenbilanz. Zur Derby-Niederlage und den unschönen Szenen danach sagt der Coach: „Die Emotionen, die wir da gezeigt haben, hätten wir lieber von Anfang an auf dem Platz zeigen sollen.“ Denn gerade zu Beginn sind die Gäste drückend überlegen. Zwar vergibt Pascal Putta die erste Riesenchance des FCU (siehe Randartikel). Doch schon wenig später bringt Martin Büchel nach einer Ecke Unterföhring mit 1:0 in Führung. Erst nach zwanzig Minuten wird Heimstetten agiler, aber mehr als zwei Schüsse von Sebastiano Nappo springen an Chancen nicht heraus. Kurz nach dem Seitenwechsel kann SVH-Keeper Marijan Krasnic ein zweites Tor soeben noch verhindern, als er gegen Tayfun Arkadas bravourös pariert.

Doch zwanzig Minuten später ist es dann so weit: Nach feiner Putta-Vorlage zimmert Andreas Faber das Leder in den Winkel – zum 2:0, zugleich die Vorentscheidung. Kurz vor Schluss senst Martin Büchel noch SVHKapitän Dominik Schmitt um – ein Foul, das nach dem Abpfiff zu jenen Beschimpfungen führt, die schließlich in Pummers Griffs ans „Krawatterl“ münden. „Ich habe mich hinterher beim Spieler und bei den Betreuern entschuldigt“, sagt der FCU-Coach. „Für mich ist die Sache damit erledigt.“

SV Heimstetten – FC Unterföhring 0:2 (0:1)

SVH: Krasnic, Schäffer, De La Motte (82. Paul), Hintermaier, Steimel, Lopes (67. Duhnke), Kubina, D. Schmitt, Riglewski, Nappo (75. Giglberger), Akkurt.

FCU: Fritz, A. Arkadas, Schlottner, Brandstetter, Putta, Büchel, Kain, Kubica (86. Hofmann), T. Arkadas, Torah (72. Hollering), Faber (90. Krabler).

Tore: 0:1 Büchel (10.), 0:2 Faber (66.).

Schiedsrichter: Florian Riepl (Altenerding)

Zuschauer: 250.

Quelle: fussball-vorort.de

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