Buchbach-Keeper im Interview

Volz: "Sie sagen, ich bin ein positiver Verrückter"

+
Sandro Volz glaubt fest an den Klassenerhalt des TSV Buchbach.

TSV Buchbach - Sandro Volz kehrte im Sommer 2015 zum TSV Buchbach zurück. Nach insgesamt drei Jahren Abwesenheit wollte er sportlich unbedingt noch einmal die Herausforderung Regionalliga angehen.

Der Aufstieg wurde ihm mit dem SV Pullach verwehrt, weshalb sich der 28-Jährige für eine Rückkehr zu den Rot-Weißen entschied. Nach einer schweren Meniskusverletzung fiel Volz die komplette Hinrunde der letzten Saison aus und konnte erst nach der Winterpause wieder voll angreifen.Im Interview mit der Rot-Weissen spricht die Nummer 21 des TSV Buchbach über seinen Wechsel, seine persönliche Pechsträhne und die aktuelle Regionalliga-Saison.

Rot-Weisse: Hallo Sandro! „Der Volz ist zurück“, hieß es zu Beginn der letzten Saison. Mittlerweile ist es deine vierte Spielzeit beim TSV, wenn auch mit einer Lücke zwischendrin. Sandro Volz und der TSV Buchbach passt einfach oder?

Sandro Volz: Servus! Ja, auf jeden Fall. Es gibt gewisse Dinge, auf die es ankommt und genau die sind beim TSV Buchbach gegeben. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich gerne hier bin.

Nach zwei Jahren Bayernliga bist du aufgrund einer beruflichen Weiterbildung vom TSV zum SV Eichenried in die Kreisklasse gewechselt. Dort hast du es aber auch nur ein halbes Jahr ausgehalten; dann ging es in die Landesliga zum SV Pullach. War die sportliche Herausforderung trotz des Lernstresses nicht groß genug?

Ich hätte die Saison in Eichenried gerne zu Ende gespielt, aber die Vereinsführung in Eichenried war sich leider nicht einig, weshalb die Mannschaft im Winter auseinandergebrochen ist.Kreisklasse ist natürlich was ganz Anderes als Bayern- oder Regionalliga und ich bin froh, wieder im oberen Bereich des Amateurfußballs zu spielen.

Mit dem SV Pullach bist du prompt in die Bayernliga aufgestiegen und wurdest dort direkt Vierter und in der folgenden Saison sogar Zweiter. In die Regionalliga Bayern aufsteigen ging aufgrund der Spielstätten-Regelung nicht. Wie groß ist die Enttäuschung, es sportlich erreicht zu haben, wenn einem der Aufstieg dann trotzdem verwehrt wird?

Selbstverständlich ist die Enttäuschung für die Spieler groß. Als Sportler hat man Ziele und wenn diese Ziele sportlich erreicht werden, aber aus diversen Gründen nicht realisierbar sind, macht man sich natürlich Gedanken.

Mit dem Ziel, Regionalliga zu spielen, bist du noch einmal nach Buchbach gewechselt. War der Kontakt zu den Buchbacher Verantwortlichen stets da und wäre der Wechsel auch zustande gekommen, wenn du mit Pullach aufgestiegen wärst?

Der Kontakt mit den Verantwortlichen und der Mannschaft war auch während meiner Abwesenheit ständig da. Buchbach war einer meiner ersten Ansprechpartner!Ob ein Wechsel damals zustande gekommen wäre, wenn wir aufgestiegen wären, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen. Es wäre eine ganz andere Situation vorhanden gewesen. Auf jeden Fall bin ich jetzt hier und das passt. (grinst)

Der Wechsel zum TSV war noch frisch und schon musstest du dich verletzt für ein halbes Jahr abmelden. Der Meniskus spielte nicht mit. Anschließend wurde aufgrund eines Torwartengpasses auch noch Thomas Reichlmayr (jetzt Pipinsried) verpflichtet. Wie groß war der Frust über die Verletzung und die zusätzliche Konkurrenz?

Es war die erste schwere Verletzung in meiner ganzen Karriere, da war der Frust schon sehr groß. Ich habe mich gut gefühlt und war in Top-Form. Dass ein weiterer Torwart verpflichtet wurde, war in dieser Situation die logische Konsequenz Für mich war das aber nicht wirklich frustrierend, da ich mir meiner Stärken bewusst war.

„Nach der Verletzung war der Frust groß.“

Nach sechs Einsätzen in der letzten und vier in der aktuellen Saison hast du dich bei einem Zweikampf erneut verletzt und musstest drei Spiele zuschauen. Anschließend bist du für ein Spiel ins Tor zurückgekehrt und hast prompt Rot wegen einer Notbremse bekommen. Man kann sprichwörtlich sagen, dass der Wurm drin ist, oder?

Nach meiner Verletzung im letzten Sommer habe ich mich erfolgreich wieder zurückgekämpft und wurde dafür belohnt. Dass dann im vierten Spiel ein blöder Zusammenstoß dafür sorgt, drei Wochen auszufallen, ist einfach nur Pech und ärgerlich.Zu der Roten Karte kann ich nur sagen, dass ich in diesem Moment cleverer hätte agieren müssen. So etwas darf mir nicht mehr passieren!

Mit 28 Jahren bist du auf deinem fußballerischen Höhepunkt: Stammtorhüter in der Regionalliga Bayern! Es heißt Torhüter können locker spielen, bis sie 40 Jahre alt sind. Wie lange macht Sandro Volz bzw. wie lange spielt er Regionalliga?

Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Als verheirateter Mann macht man sich natürlich über die Familienplanung Gedanken. Ich denke spätestens dann, wenn meine Frau schwanger ist, werde ich den Aufwand Regionalliga nicht mehr betreiben können. Doch das ist alles Zukunftsmusik. Aktuell bin ich hier und gebe alles für den TSV!

Zählt man die Führungsspieler beim TSV Buchbach auf, kommt man an dir nicht vorbei. Außerdem bist du Sprachrohr auf dem Feld und nach gewonnenen Spielen als absolutes Feierbiest bekannt. Woher kommt das? Warst du immer schon so ein „auffälliger“ Spieler?

Viele meiner ehemaligen Trainer haben über mich gesagt, dass ich ein positiv Verrückter bin und sie froh waren, so einen wie mich in der Mannschaft zu haben. Ich war schon immer ein extrem ehrgeiziger Spieler, der immer gewinnen wollte, egal ob beim Kicken mit Freunden oder bei anderen sportlichen Aktivitäten. Das ist einfach meine Art.

In der aktuellen Saison läuft’s beim TSV Buchbach noch nicht wirklich rund. Einer der Gründe dafür ist sicherlich das extreme Verletzungspech. Im letzten Heimspiel erwischte es auch noch Maxi Drum, weshalb aktuell sieben Spieler auf der Verletztenliste stehen. Die Mannschaft bekommt einen Tiefschlag nach dem Anderen. Wie ist die Stimmung bzw. wie haltet ihr die Verbliebenen bei Laune?

Momentan verfolgt uns einfach das Verletzungspech. Die Mannschaft rückt durch die Verletzungen aber noch enger zusammen und jeder weiß, dass er zu 100 % da sein muss.Eine sehr erfreuliche Nachricht ist, dass Markus Grübl wieder mit von der Partie ist. Er ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft.

Das vierte Jahr Regionalliga ist für den TSV trotz des aktuellen Negativtrends immer noch ein Highlight. Jeder glaubt an die Mannschaft und ist sich sicher, dass die nötigen Punkte eingefahren werden. Was traust du euch dieses Jahr zu?

Da muss ich nicht lange überlegen. Ich bin mir sicher, dass der TSV Buchbach am Ende der Saison über dem Strich stehen wird!

 

Das Interview führte Thomas Huber

Quelle: fussball-vorort.de

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Pipinsried holt Manchings Top-Torjäger
Pipinsried holt Manchings Top-Torjäger
Sulmer bekennt sich zum SV Pullach
Sulmer bekennt sich zum SV Pullach
Kupka und sein Kampf für den Amateurfußball
Kupka und sein Kampf für den Amateurfußball
Hürzeler: "Würde Höß gerne seinen Traum erfüllen"
Hürzeler: "Würde Höß gerne seinen Traum erfüllen"

Kommentare