SpVgg baut Vorsprung auf 14 Zähler aus

Vorzeitig Herbstmeister! Haching macht auf FC Bayern

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Der Boss und der Maskenmann: Manfred Schwabl (l.) und Maxi Bauer.

SpVgg Unterhaching - Gerne haben sie den Vergleich mit dem FC Bayern bei der SpVgg Unterhaching nicht. Bekanntermaßen trennen die zwei Vereine ja auch nicht weniger als drei Ligen und unzählige Millionen Euro voneinander.

Doch wenn man die Unterhachinger Fußballer in diesen Tagen und Wochen spielen sieht und reden hört, drängen sich gewisse Parallelen einfach auf. So darf sich die SpVgg nach dem souveränen 4:1 (4:0) vergangenen Samstag gegen den Regionalliga-Aufsteiger Hof etwa vorzeitig mit dem Beinamen Herbstmeister schmücken – eine Ehre, die weiter oben in aller Regel dem FC Bayern zuteilwird. Und weil Unterhachings Verfolger Bayern II, Sechzig II und Garching zuletzt Federn ließen, vergrößerten die Münchner Vorstädter ihren Vorsprung außerdem auf 14 Zähler. Auch das kennen die Kollegen aus Harlaching nur zu gut.

Doch der Hachings Präsident wehrte sich gleich gegen überschwängliche Lobeshymnen. „Jetzt sind wir eben Herbstmeister, vielleicht werden wir Winter- und am Ende sogar noch Regionalligameister. Das sind aber alles Titel ohne Wert“, betonte Manfred Schwabl nach Abpfiff im Hinblick auf die entscheidenden Relegationsspiele nach der regulären Saison. „Vielmehr“, sagte Schwabl, „freut mich die Entwicklung der Mannschaft.“ Wie die 1750 Zuschauer im Unterhachinger Sportpark hatte Schwabl eine erste überragende Halbzeit seiner Spieler gesehen mit vier Treffern binnen 28 Minuten. Den Präsidenten begeisterten neben der Dominanz der Truppe („brutal“) auch die schön herausgespielten Tore („gigantisch“) und die Schützen. Denn neben den üblichen Erfolgsgaranten Stephan Hain (21.) und Sascha Bigalke (24.) waren auch der erst 18-jährige Orestis Kiomourtzoglou (8.) und Thomas Steinherr (28.) mit ihrem jeweils zweiten Saisontor erfolgreich. „Die Qualität im Kader ist wesentlich höher als in den letzten Jahren“, schwärmte Schwabl. Deshalb steckten die Hachinger auch die bitteren Ausfälle der Kapitäne Josef Welzmüller (Leisten-Operation und Schambeinverletzung) und Ulrich Taffertshofer (Oberschenkelzerrung) sowie des verreisten Nationalspielers Stefan Marinovic (Neuseeland) gut weg.

Für Innenverteidiger Welzmüller, der frühestens im Januar 2017 wieder ins Training einsteigen wird, spielte erneut Routinier Maximilian Nicu, für Mittelfeldmann Taffertshofer der junge Kiomourtzoglou, und im Tor ersetzte Korbinian Müller Marinovic. Sie alle machten ihre Sache gut. Erst mit der Herausnahme von Mittelfeld-Stabilisator Dominik Stahl zu Beginn der zweiten Halbzeit verlor die Mannschaft an Ordnung und musste schließlich den Gegentreffer durch Jan Kralik (74.) hinnehmen.

Ein Umstand, den Unterhachings Trainer als Weckruf verstanden wissen wollte. „Das in der zweiten Halbzeit waren nicht wir, das war nicht unser Gesicht und es war auch die erste zweite Halbzeit, die wir diese Saison verloren haben“, meinte Claus Schromm und berichtete von einer entsprechend schlechten Stimmung in der Kabine. Auch daran wird deutlich, dass die Ansprüche bei der SpVgg gestiegen sind und sie sich à la FC Bayern auf Erfolgen nicht ausruhen wird.

„Wir sind auf einem guten Weg, aber wir müssen weitermachen“, sagte Keeper Müller vor der Partie am Samstag gegen den FC Ingolstadt II, „einfach weitermachen.“ Er bemerkte nicht, dass er mit den Worten an die Torwartlegende mit dem Namen Oliver Kahn erinnerte. Die Parallelen zum FC Bayern drängen sich derzeit eben geradezu auf.

Text: Sina Ojo

Quelle: fussball-vorort.de

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