Vier Wochen um Aufstiegshelden auszunüchtern

Weber plant die Regionalliga-Vorbereitung

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Silas Göpfert vom FC Amberg ist eine der Garchinger Neuverpflichtungen

VfR Garching - Die erfolgreiche „Mission Regionalliga-Rückkehr“ ist gewiss der größte Triumph der Garchinger Vereinshistorie.

Als es vollbracht war, wollte und konnte sich auch Daniel Weber nicht mehr zügeln. „Drei Bier“ habe er schon getrunken, berichtete der 43-jährige Trainer des VfR Garching eine knappe Stunde nach Abpfiff des letzten Saisonspiels am Samstag in Landsberg mit leichtem Zungenschlag. „Ich vertrage einfach nichts mehr“, suchte er verzweifelt nach einer Rechtfertigung. Stand ihm doch noch ein langer Abend bevor.

Zurück zu Hause werde man „unser Vereinsheim abreißen“, blickte Weber überschwänglich auf den weiteren Verlauf des Abends voraus. Tags darauf machte sich ein Großteil der Mannschaft zu einer Abschlussfahrt nach Mallorca auf. Verdient hatte sich der VfR-Tross die ausgelassene Feierlaune allemal. Nur ein Jahr nach dem bitteren Regionalligaabstieg gelang die unmittelbare Rückkehr. Zudem wurde in der neunten Saison unter Weber die erste Meisterschaft verbucht. Dabei hatte der ehemalige Torhüter den Verein einst in der Bezirksliga übernommen, die anderen Aufstiege aber waren alle in der Relegation errungen worden.

Auch der Abstieg in der Vorsaison war erst in der Relegation besiegelt worden. So starteten die Garchinger unter erschwerten Bedingungen in die Bayernliga-Spielzeit. Erst am 13. Juni 2015 stand der Abstieg nach der zweiten Niederlage gegen den FC Amberg in der entscheidenden zweiten Relegationsrunde fest. Nur eine Woche Sommerpause blieb dem demoralisierten VfR, bereits am 18. Juli begann die neue Bayernligasaison. Kein Wunder, dass die erste Partie in Dachau deutlich mit 0:3 verloren ging, anschließend jedoch sollte sich die Weber-Elf schnell wieder in der Bayernliga akklimatisieren. Nachdem man schon in der Winterpause die Tabelle angeführt hatte, ließen zwei Niederlagen zum Jahresauftakt noch einmal leichte Zweifel an der „Mission Regionalliga-Rückkehr“ aufkommen. Mit sieben Siegen in den darauf folgenden acht Partien wurden diese jedoch schnell beseitigt, spätestens mit dem Lizenzverzicht des ärgsten Verfolgers SV Pullach war der Weg zurück in die Viertklassigkeit bereitet. „Meister, bester Sturm, beste Abwehr“, unterstrich auch Weber stolz die Rechtmäßigkeit des größten Erfolgs der Vereinshistorie.

Diesmal aber soll die Regionalliga, anders als 2014/15, nicht nur ein einjähriges Abenteuer bleiben. Schon direkt nach dem bitteren Abstieg im Vorjahr hatte der Übungsleiter trotzig bekräftigt, dass der VfR „Blut geleckt“ habe, so schnell wie möglich wiederkommen und dann einiges besser machen wolle. Hilfreich war nun die ungewohnt frühe Planungssicherheit. Mit Silas Göpfert, Stefan de Prato, Giovanni Goia und Florian Wenninger wurden bereits vier vielversprechende Neuverpflichtungen getätigt, weitere sollen folgen.

Die Stammelf bleibt weitgehend zusammen, in der Breite aber werde sein Kader wesentlich besser aufgestellt sein als noch vor zwei Jahren, will Weber nun auch von den Erfahrungen aus dem missglückten ersten Regionalliga-Anlauf profitieren. Die Vision, dauerhaft zur Nummer vier im Raum München hinter dem FC Bayern, dem TSV 1860 und der SpVgg Unterhaching aufzusteigen, nimmt Gestalt an. Mit Unterhaching jedenfalls spielen die Garchinger in der kommenden Spielzeit schon mal in einer Liga. Zunächst stehen vier Wochen lang aber ausgiebige Feierlichkeiten auf dem Programm. Erst am 20. Juni bittet Weber seine Mannschaft zum Vorbereitungsauftakt, vier Wochen bleiben ihm anschließend, um seine Aufstiegshelden auszunüchtern und in Form zu bringen für den zweiten Anlauf.

Text: Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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