EHC vor dem Spiel gegen Berlin

„Wir brauchen schmutzige Tore“

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Akkordarbeit: EHC-Profi Deron Quint (l.).

München - Der EHC München agiert derzeit nicht physisch genug. Verletzungsprobleme und der enge Terminplan machen ihm vor der Partie gegen Berlin schwer zu schaffen.

Deron Quint, 40-jähriger Verteidiger, neu beim EHC München, beschwerte sich neulich. Spaßeshalber. „Man hat mir gesagt, in Deutschland würde nur freitags und sonntags gespielt. Deswegen bin ich gekommen. Doch nun haben wir ständig auch am Dienstag Spiele.“ Stimmt, so war und ist das: Zweimal Champions Hockey League (gegen Växjö Lakers) und eine DEL-Partie gegen Schwenningen wurden unter der Woche eingeschoben, und in dieser ist wieder eine Extraschicht gefordert - mit einer kleinen Abweichung: Es ist der Mittwoch, an dem der EHC antreten muss, zuhause gegen die Eisbären Berlin (19.30 Uhr).

Die Häufung an Spielen fällt in eine Zeit, in der die Münchner von Personalmangel betroffen sind. Sieben Spieler des Stamms sind verletzt, Niklas Postel und Emil Quaas aus dem Salzburger Juniorenteam füllen die Reihen auf, und das Konzept sieht vor, dass sie dorthin auch bald zurückkehren. Trotzdem bringt Trainer Don Jackson noch drei hochkarätig besetzte Sturmreihen zusammen. Flaake, Kahun und Kastner, der demnächst in der Nationalmannschaft debütieren wird, stehen für überbordendes Talent, Jaffray, Aucoin und Macek für nordamerikanische Kompromisslosigkeit, Christensen, Matsumoto und Wolf für spielerische Klasse.

Zuletzt fünfmal mit höchstens zwei Toren

Doch seit fünf Partien, nach dem überzeugenden 6:3 in Mannheim, sind dem EHC in regulärer Spielzeit nie mehr als zwei Tore gelungen. Die 1:2-Heimniederlage gegen Bremerhaven, den DEL-Neuling, am Sonntag war ein Tiefpunkt. Fischtown-Pinguine-Coach Thomas Popiesch war stolz: „Wir sind stolz, das passiert nicht alle Tage, für so ein Ergebnis muss bei uns alles passen.“ Münchens Trainer Don Jackson stellte klare Forderungen an sein Team: „Es geht nicht ums System bei uns, sondern darum, dass wir für unsere Gegner wieder unangenehm werden müssen.“ Er will mehr Körperlichkeit sehen, Zweikämpfe, die man annimmt und gewinnt. „Gute Spieler“, sagt er, „finden einen Weg zu treffen“, erklärt er - und damit packt er seine Offensivfraktion um Kapitän Michael Wolf, der erst einen Penaltytreffer zu Buche stehen hat, an der Ehre.

„Wir müssen mehr Spieler vors Tor bringen“, weiß Keith Aucoin, was der Trainer sehen will, „wir brauchen auch mal schmutzige Tore“. Erzwungen, erkämpft.

Aucoin: „Jedes Team ist eine Herausforderung“

Vielleicht ist es leichter, auf eine bekannte Größe zu treffen wie am Mittwoch gegen die Eisbären Berlin als auf Bremerhaven, das kaum Spieler mit DEL-Erfahrung hat? Keith Aucoin schüttelt den Kopf: „So ist es nicht. Wir sehen jedes Team als Herausforderung an. Und wir achten auch immer auf das, was wir spielen müssen.“

Bis Sonntag müssen die EHCler durchhalten. Dann macht die Liga Pause. Deron Quint wird es freuen: kein Dienstag, kein Freitag, kein Sonntag.

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