Das MVP-Interview nach dem Titel

EHC-Kapitän Wolf: "... dann habe ich keine großen Bedenken"

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EHC-Kapitän Michael Wolf (l.) erhält von DEB-Präsident Franz Reindl die Trophäe für den wertvollsten Spieler der Final-Serie.

München - Direkt nach dem gewonnen Meister-Titel trafen wir Michael Wolf, Kapitän des EHC Red Bull München, zum Interview. Er zeigt sich erleichtert, aber auch motiviert.

In seinem 596. DEL-Spiel hat Michael Wolf seine beispiellose Karriere mit dem Meistertitel gekrönt. Für die Chance auf den Silberpokal war der Toptorjäger 2014 Iserlohn untreu geworden und nach München gewechselt. Im Alter von 35 Jahren ist der Stürmer am Ziel – und beim entscheidenden 5:3 am Freitagabend in Wolfsburg erzielte er zudem einen Treffer und wurde als wertvollster Spieler der Final-Serie ausgezeichnet.

Wie fühlt sich die erste Meisterschaft an?

Michael Wolf: Noch ein bisschen unrealistisch. Ich glaube, das dauert noch ein bisschen, bis ich das realisiere. Insgesamt ist es schon eine Riesenlast, die von einem abfällt. Vor allem wenn man am Schluss 3:0 führt, dann will man das Ding unbedingt durchziehen. Es war ein harter Kampf bis zum Schluss. Jetzt bin ich erst mal froh, dass wir gewonnen haben.

Welche Bedeutung hat es für Sie, dass Sie im letzten Final-Spiel selbst einen Treffer erzielt haben?

Wolf: Ich glaube, uns hat so stark gemacht, dass in jedem Spiel eine andere Reihe die Tore gemacht hat. Wir haben drei Reihen, die die ganzen Playoffs durch gepunktet haben. Eine super vierte Reihe, die einen Superjob gemacht hat. Am Ende war es vollkommen egal, wer das Tor macht. Wir haben immer den Weg gefunden, ein paar Tore zu schießen. Ich freue mich natürlich, ein Tor schießen zu dürfen.

Ärgert es Sie im Nachhinein, dass Sie nicht früher zu einem Titelkandidaten gewechselt sind?

Wolf: Besser spät Meister als nie, sage ich da. Das war mit ein Grund, nach München zu gehen. Aber ich hatte eine Superzeit in Iserlohn und möchte die nicht missen. Deswegen habe ich keinen Grund zu sagen: hätte, wenn und aber. Den Weg, den ich bis heute gegangen bin, kann ich komplett so unterschreiben.

Würden Sie sagen, der Klub ist in der Lage, eine Ära mit zu prägen? 

Wolf: Das muss man abwarten. Natürlich wollen wir eine Ära prägen. Aber jetzt sind wir erst mal im Moment und froh, zum ersten Mal den Titel für Red Bull München geholt zu haben. Dann schauen wir nächstes Jahr, wie es weitergeht.

Was ist als Feier geplant?

Wolf: Ich lasse es auf mich zukommen. Ich denke, es wird eine lange Nacht. Es wird nicht so viel Schlaf dabei sein, aber das gehört dazu.

Der EHC ist die vierte Mannschaft aus München, die deutscher Meister ist. Wie kann Eishockey in München etabliert werden?

Wolf: Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen. Jetzt müssen wir schauen, dass alles andere auch dabei bleibt, und dann habe ich keine großen Bedenken. Aber es ist natürlich schwer in München für Eishockey.

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