Ein Sieg zum 750. Einsatz

EHC-Bescherung für den Stadionsprecher

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Der EHC besiegte Straubing.

München - Zum 750. Mal saß Stefan Schneider am Mikrofon - und durfte wieder einen Sieg des EHC München moderieren.

Dominik Kahun, der Hochbegabte, nahm Tempo auf. Er fuhr einen Bogen und noch einen, er deutete die Richtung seines nächsten Moves an und entschied sich dann anders, nachdem der nächste Gegenspieler darauf hereingefallen war. Und schließlich feuerte er die Scheibe aus dem Handgelenk ab – schneller als Straubings Torwart Matt Climie schauen konnte. Ein Tor voller Leichtigkeit, es fiel beim Freitagabendspiel der DEL zwischen EHC München und Straubing Tigers, es war das 2:0. Erst in der 14. Minute und doch schon mit dem Charakter einer Vorentscheidung. Und tatsächlich: Diesmal fiel es den Oberbayern nicht schwer, den Niederbayern Herr zu werden. Sie gewannen 5:1 (2:0, 3:1, 0:0).

Die Straubing Tigers gehören zu den Teams, die München nicht liegen. Vorige Saison verlor der EHC alle vier Hauptrundenpartien, und in der neuen Saison ging das erste Match in Straubing am Pulverturm ebenfalls daneben (2:3 nach Verlängerung). Im Viertelfinale der Playoffs hatte sich München durchsetzen können (4:1 Siege), doch die Serie war enger, als es nach den Ergebnissen den Anschein hat.

Die Straubinger packten ihr übliches München-Rezept aus: klares Forechecking, Druck ausüben. Von den Spielanteilen waren sie nach dem ersten Drittel nicht weit weg, dennoch stand es 0:2 gegen sie. Die guten Vorsätze auf eine Rückkehr ins Spiel zerstoben in der 23. Minute, als der überzahlschwache EHC München ein Powerplay zwei Sekunden vor Ablauf zum 3:0 (Christensen) nutzte. Mit dem 4:0 (Macek/25.) war der EHC auf der sicheren Seite, im Straubinger Kasten beendete Matt Climie seinen Arbeitstag und übergab an Ex-Nationaltorwart Dimitri Pätzold. Straubing schoss ein Ehrentor (Hedden), München noch das 5:1 (Kahun).

Der EHC trifft mit nunmehr neun Siegen in Serie am Sonntag (16.45 Uhr/Sport1 live) auf seinen Verfolger, die Nürnberg Ice Tigers, die einen ebenfalls guten Lauf haben. Vor dem Spitzenspiel in Franken füllt sich der Münchner Kader. Daryl Boyle stand gegen Straubing nach sechs Wochen Verletzungspause in der Abwehr wieder zur Verfügung („Es ist schön, Teil des Teams zu sein“), und der Angriff ist so gut besetzt, dass sich im vierten Sturm mit Brooks Macek und Jerome Flaake zwei aktuelle Nationalspieler tummeln (neben ihnen Talent Andreas Eder).

Gefeierter Mann am Freitagabend am Münchner Oberwiesenfeld vor 4710 Zuschauern war allerdings nicht ein Spieler. Sondern der Stadionsprecher: Stefan Schneider, der auch die Stimme der Münchner Löwen im Fußball ist, moderierte zum 750. Mal ein Eishockeymatch, er saß auch schon bei den diversen Vorgängerklubs des EHC am Mikrofon – er wurde mit einer Ehrung vor dem Spiel überrascht. Am schönsten für ihn war dann, dass er den Sieg ansagen durfte gegen Straubing. Sein Lieblingsgegner, er nennt ihn „Straubingen“. Rutschte ihm auch diesmal raus. Zur Feier des Tages.

Günter Klein

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