Der stille Meister-Coach über das Glück in seinem Leben

EHC-Trainer Jackson wird 60 - und feiert im Stillen

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Sein Training folgt keiner Zauberformel: Don Jackson ist auch als Coach ein absoluter „Normalo“.

München – EHC-Trainer Don Jackson ist der Titelsammler in der DEL. Am Freitag wird er 60 Jahre alt. Einst spielte er an der Seite von Wayne Gretzkys in der NHL.

Was Don Jackson an Deutschland bemerkenswert findet, ist die Fürsorge der Menschen, nie den Geburtstag eines Verwandten, Freundes, Kollegen, Nachbarn zu vergessen. „Sie rufen an, schicken SMS, gratulieren.“ Er ist es aus Amerika anders gewöhnt, da gilt der Geburtstag als ruhiger Tag. Heute in München trifft es ihn wieder mit aller Macht: Don Jackson wird 60. Sein Verein, der EHC Red Bull München, der Deutsche Meister im Eishockey, hat dezent darauf aufmerksam gemacht, dass dem Mann an der Spitze in ein Alter mit neuer erster Zahl kommt.

Don Jackson geht gerade in seine dritte Saison mit München. Seit Einführung der DEL ist er der nach Titeln erfolgreichste Trainer: Fünf Meisterschaften holte er mit den Eisbären Berlin in sechs Jahren, eine mit München in zwei Jahren. Lediglich mit der Düsseldorfer EG blieb er titellos, doch die war auch nicht eine Organisation, die unbedingt um die Krone spielen musste. Ins Finale kam er aber mit der DEG – schon das war ein guter Job.

Wenn Jackson über seinen Geburtstag spricht, dann ist zu spüren, dass er Rummel um seine Person nicht gerade herbeisehnt, sondern allenfalls erduldet – und überhaupt weiß man wenig über diesen bei den Spielern hoch angesehenen Trainer. Mit dem Deutschen hat er es auch nach einem Jahrzehnt im hiesigen Sprachraum noch nicht so, ab dem zweiten Satz schwenkt er ins vertraute Englisch. Grundsätzlich wirkt Jackson eher verhuscht-freundlich, fast schüchtern.

Don Jackson mit Meisterpokal vor dem ünchner Siegestor.

Seit 30 Jahren arbeitet er als Coach, die Spielerzeit verblasst da schon. Er war ein Verteidiger, der hinlangen konnte, sein erstes von 20 Toren in der berühmten NHL gelang ihm erst in seiner achten Saison. Aber was für ein Tor es war! „Die Assistenten waren Wayne Gretzky und Mark Messier. Das können nicht viele behaupten, von ihnen das erste Tor vorbereitet bekommen zu haben.“ Jackson schoss dieses Tor für die Edmonton Oilers. „Ich hatte viel Glück im Leben“, blickt er zurück. Ein Faktor war eben, zur richtigen Zeit zu den Oilers gekommen zu sein: In den 80er-Jahren entwickelte sich der kanadische Klub zum besten Team der NHL. Bei zwei Stanley-Cup-Gewinnen war Jackson dabei.

Wenn er heute gefragt wird, wie es war, mit „The Greatest“ Gretzky gespielt zu haben, sagt er: „Die Standardantwort, die ich geben kann: Sein Geheimnis ist, dass er als Mensch noch großartiger war als als Spieler. Er hat vorgelebt, dass man immer versuchen muss, zu gewinnen.“ Das hat Jackson als Credo in sein Trainerleben übernommen. Vor jedem Spiel ist ein Sieg das Ziel. Und im Training wendet Jackson keine Zaubertricks an, er lässt einfach das Übliche üben, was man im Spiel so braucht. Der stille Don ist ein erschreckender Normalo.

Zum Glück in seiner Karriere zählt er auch, dass er die großen Organisationen erwischte. Die Trainererfolge mit den Eisbären Berlin wurden dadurch ermöglicht, dass die amerikanische Anschutz Entertainment Group das Unternehmen mit massivem finanziellen Aufwand betreibt, und auch bei Red Bull, das ihn 2013 zunächst nach Salzburg holte und ihn dann 2014 nach München beorderte, trifft Jackson auf das große Geld.

Der Geburtstag als ruhiger Tag – geht schlecht an einem 60. Wenigstens muss Jackson, obwohl es ein Freitag ist, nicht an der Bande arbeiten. Die DEL-Saison beginnt erst in zwei Wochen, und sein nächstes Spiel mit dem EHC Red Bull München ist kommenden Dienstag (19 Uhr) gegen Orli Znojmo in der Champions Hockey League (CHL). Eine recht neue Liga, sie existiert erst im dritten Jahr. Noch nicht mal er hat sie bislang gewinnen können.

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