Meister siegt in Augsburg

Der EHC München gewinnt ein gefährliches Derby

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Die EHC-Stars feiern den Derbysieg, die Augsburger sind bedient.

Augsburg – Hitzig wurde es erst am Schluss, das Eishockey-Derby in Augsburg. Den Münchnern half ihre individuelle Klasse

Die Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist gerade ein bisschen schief, es haben nicht alle Klubs die gleiche Anzahl an Spielen absolviert. Aber das Ranking liest sich für den EHC München sehr freundlich. Mit zwei Partien mehr führt der Meister es vor seinem Gegner am Sonntag, den Grizzlys Wolfsburg, und Köln an. Am Freitagabend hat der EHC ein gefährliches Spiel überstanden: In Augsburg gewann er 3:1 (1:1, 2:0, 0:0).

Wie es sich für ein Derby gehört, hatte Thomas Holzmann, der bis 2015 für München spielte und dann nach Augsburg wechselte, in einem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ noch ein paar anheizende Worte von sich gegeben. Tenor: Seinen Wechsel bereue er nicht. Der 29-Jährige: „Nicht einen Tag lang.“

Zum EHC ging Holzmann auf Distanz: „Auch als München im vergangenen Jahr Deutscher Meister geworden ist, hat mich da kaum bewegt, weil ich mich einfach so wohl hier fühle und mich mit den Panthern identifiziere. Ich habe München nicht hinterhergetrauert.“ Sein Vergleich: „München mag mehr Mitarbeiter in der Geschäftsstelle haben, aber hier in Augsburg geht es familiärer zu. Es sind zwar weniger Leute hier, aber jeder ist für jeden da.“ Auch sein jetziger Trainer Mike Stewart kommt in Holzmanns Beurteilung etwas besser weg als Meistercoach Don Jackson: „Jackson ist sehr ruhig, ihn bringt so schnell nichts aus der Fassung. In Augsburg kann man mit dem Trainer über jedes Problem reden. Die Kommunikation ist perfekt.“

Anders als beim ersten Saisonspiel in München (2:6 aus Augsburger Sicht – Holzmann: „Da waren wir wirklich schlecht“) präsentierten sich die Panther voll konkurrenzfähig. Sie spielten ein beherztes erstes Drittel, in dem die robusten Parkes und Polaczek ihre Checks zu Ende fuhren, wie das im Eishockey-Jargon so schön heißt. Es passte, dass mit Alexander Thiel ein Arbeiter aus der vierten Reihe (kürzlich sogar überzählig und auf der Tribüne) das 1:0 vorlegte (16.). Lange hielt die Ergebnis-Herrlichkeit aber nicht an.

Sieben Sekunden später: Foul Augsburg, Überzahl München. 19 Sekunden später: Tor München. Keith Aucoin verwandelte einen Bandenabpraller zum 1:1.

In den entscheidenden Momenten hatte Don Jacksons EHC halt ein bisschen mehr an individueller Klasse zu bieten. Daran zu sehen, wie die Münchner ins Mitteldrittel starteten: mit einem Sensationssolo von Brooks Macek zum 2:1 aus Münchner Sicht (21.). Die Augsburger Panther hatten weiter ihre starken Phasen, sorgten für manches Getümmel vor dem Kasten von EHC-Keeper David Leggio, doch mussten, anstatt selbst zu scoren (Doppelchance für Jaroslav Hafenrichter) das 1:3 durch Demnächst-Nationalspieler Maximilian Kastner hinnehmen (38.). Im Augsburger Tor stand Ben Meisner, eigentlich die Nummer zwei – aber derjenige, der beim letzten Derbysieg (liegt ein Jahr zurück) stark gehalten hatte.

Die Panther machten vor 5646 Zuschauern weiter munter Betrieb, verlangten dem EHC höchste Konzentration ab. Zum Abschluss „umschlangen“ sich noch Hanowski (Augsburg) und Jaffray (München). Sonst wäre es auch kein richtiges Derby gewesen.

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