Red Bulls fast so treffsicher wie Justin Bieber

Am Ort des Titelgewinns: Erster Saisonsieg für EHC

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Das Spiel ist durch: Tobias Wörle und Maximilian Kastner bejubeln das vierte Münchner Tor in Wolfsburg.

Wolfsburg/München – Popstar Justin Bieber war Trainingsgast beim EHC München. Im zweiten Saisonspiel gelingt dem Meister mit 5:1 der erste Sieg - ausgerechnet in Wolfsburg.

Maximilian Kastner ist noch jung, 23, und noch nicht so prominent, seine Heimat meist im vierten Sturm. Doch der Sonntag brachte ein Spiel, das ihn auch mal als Scorer beim EHC München in den Blickpunkt rückte. Es waren nicht die entscheidenden Tore, die er schoss, zum 5:1 in Wolfsburg steuerte er die beiden abschließenden Treffer in der 55. und letzten Minute bei. Doch damit übernimmt er nach zwei Spieltagen in der internen Torjägerliste Platz eins. Er ist der einzige Akteur, der bereits zwei Tore auf dem Konto hat.

Kastner hat einen „scoring touch“ fast wie Justin Bieber.

Wie bitte, Justin Bieber, der Popstar, der Teenie- (oder jünger)Schwarm? Der hatte am Freitag in der Münchner Olympiahalle konzertiert. Wenn er auf Tour ist, hat er immer seine Eishockey-Ausrüstung dabei und schaut, ob er in den Städten Eiszeit haben kann. Das ging am Samstag in München gleich nebenan, in der Olympia-Eishalle. Und so mischte der junge Mister Bieber bei einem Trainingsspiel von Nachwuchs und angeschlagenen oder nicht berücksichtigten EHC-Akteuren wie Jason Jaffray, Andreas Eder und Ilya Sharipov mit. Ein 12:12 wurde als Resultat der zwanglosen Veranstaltung registriert. Mit vier Treffern von Justin Bieber. Aber der ist halt auch Kanadier. Geborener Eishockeyspieler. Der EHC bekam ein paar schöne Aufnahmen und eine hübsche Geschichte.

Die richtige Mannschaft des EHC München bekam den Gastauftritt des Sängers aber gar nicht mit, sie reiste vom Auswärtsspiel am Freitag in Köln direkt zum Auswärtsspiel nach Wolfsburg. Und sie begab sich von einer 1:3-Niederlage zu einem 5:1-Sieg beim Gegner in der 2016er-Finalserie. Der Unterschied in den beiden ersten Partien der Punktspielsaison lag in der Effizienz vor dem Tor.

In Köln hatten Kapitän Michael Wolf („Wir waren klar besser“) und Kollegen an die 60 Mal aufs gegnerische Tor geballert, doch nur Frank Mauer hatte getroffen, als mit einem 0:3-Rückstand die Niederlage quasi unabwendbar war. Am Sonntag in Wolfsburg waren es die Grizzlys, die öfter abzogen. Doch die Münchner diejenigen, die trafen.

Diesmal fügte sich alles zum Start. Deron Quint gelang in der 3. Minute das 1:0, Brooks Macek in der 5. schon das 2:0 – feine Sache für die beiden Neuzugänge. Und das an der Stelle, an der die Münchner im April Deutscher Meister geworden waren. Der Ex-Münchner bei den Grizzlys, Lubor Dibelka, erzielte in der 29. Minute den Anschluss (Florian Kettemer fälschte mit dem Helm noch ab), doch Verteidiger Konrad Abeltshauser sorgte noch im zweiten Drittel für das 3:1 des EHC. Kurz darauf musste Fabio Pfohl, einer von Wolfsburgs Wertvollsten, vom Eis – und damit hatten die Münchner die ersten drei Punkte in der Tasche. Danny Aus den Birken hatte den am Freitag noch bevorzugten David Leggio im Tor abgelöst, er bot eine starke Partie, wehrte 35 Schüsse ab. „Nach dem ersten Spiel war klar, dass wir eine Schippe drauflegen mussten“, sagte der Goalie,

„Nach dem 0:2 konnten wir vielleicht noch auf ein Wunder hoffen“, meinte Wolfsburgs Trainer Pavel Gross. Er kritisierte: „Gegen eine Top-Mannschaft wie München musst du 60 Minuten spielen, wir waren aber 20 Minuten nicht dabei. Und dann läufst du hinterher.“ Die Fehler, die die Grizzlys dabei machten, nutzten die Münchner aus. Auch wenn keiner von ihnen ein Abschlussmonster wie der Kanadier Justin Bieber ist.

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