OB empfängt EHC-Meistermannschaft

Reiter über Hallenfrage: "Stadt will helfen, wo sie kann"

München – Der EHC Red Bull München feierte am Montag seine Meisterschaft mit den Fans. Zuvor lud Oberbürgermeister Dieter Reiter das Team ins Rathaus ein. Was den Erfolg betrifft, hofft er, „dass das kein One-Hit-Wonder ist“.

Als die Eishockeyspieler des EHC München am Montag am frühen Abend den kleinen Sitzungssaal des Münchner Rathauses verließen, um sich im offenen Doppeldeckerbus zur Fortsetzung der Feierlichkeiten in den Olympiapark zu begeben, rief ihnen ein städtischer Angestellter noch hinterher: „Dann bis nächstes Jahr.“

Feierstunde: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter empfängt EHC-Trainer Don Jackson und die Meister-Mannschaft im Rathaus.

Der Optimismus gehört zu Festivitäten dieser Art, die Sieger strahlen drei Tage nach ihrem Titelgewinn noch immer Unschlagbarkeit aus. Mit 4:0 Spielen hatte der EHC München die Finalserie der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die Grizzlys Wolfsburg gewonnen. Einige der Cracks haben noch die Bärte dran, die man sich in den Playoffs wachsen lässt, die meisten schauen wieder zivilisiert aus, einige der ausländischen Spieler schauen verwundert an sich herunter, denn der Verein hat als Ausgehuniform befohlen: bayerisches Outfit, kurze Lederhose, Trachtenjanker, Haferlschuhe. Trainer Don Jackson: „Ich glaube, das ist gute Qualität. In Nordamerika würde man sagen: Good stuff.“

Ins Rathaus sind die EHCler eingeladen worden, damit sie sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen können. Sie tun dies über zwei Seiten verteilt, sie fotografieren einander dabei und haben beste Laune. Man kann den flockigen Ton erahnen, der in einer Mannschaft herrscht, wenn der junge Dominik Kahun sich hinsetzt, den Füllfederhalter zur Hand nimmt und Kollege Yannik Seidenberg frech beginnt, ihm den Namen zu soufflieren: „K-a-h-u – zwei n“. Nein, er wird Kahun mit einem n nicht hereinlegen.

Mit Lederhosen und Sonnenbrillen: So feiert der EHC in München

Unterwegs im offenen Doppeldecker-Bus: das EHC-Team. Kurios: Es war in zwei Unfälle verwickelt.

Oberbürgermeister Dieter Reiter ist natürlich begeistert, dass die Stadt auch einen aktuellen Eishockey-Meister zu bieten hat, er sieht München verdammt gut aufgestellt im Sport, „eigentlich fehlt uns nur noch ein Wimbledonsieger“. Was den EHC betrifft, hofft er, „dass das kein One-Hit-Wonder ist“. Konkret: Es geht um das Interesse des EHC-Eigners Red Bull, im Olympiapark eine moderne Halle zu bauen und zu betreiben. Das Projekt stagniert, nachdem die als (Miet-)Partner vorgesehenen Basketballer des FC Bayern vorerst abgesagt haben. „Die Frau Strobl, unsere Sportbürgermeisterin, wird an der Sache aber noch arbeiten“, sagt Reiter und stellt in Aussicht, „dass die Stadt den Verein unterstützt, wo sie es kann“. Etwa? „Durch Modernisierung der Halle.“ Die alte Olympia-Eishalle, die 6142 Zuschauer fasst, wird nächstes Jahr 50. Bis 2018 läuft der Mietvertrag mit Red Bull. Neue Halle ja, neue Halle nein und in diesem Falle was dann? Das wird das große Münchner Eishockey-Thema sein. Mittelfristig.

Schock für EHC-Team: Crash mit dem Mannschaftsbus

Was die kommende Saison angeht, hat man auf dem Coubertinplatz vor der überschaubaren Menge von 1500 Fans unter permanenten „Bierdusche“-Forderungen drei Spieler verabschiedet: Uli Maurer (Schwenningen), Daniel Sparre, Kai Herpich, Es sind auch Verträge ausgelaufen – etwa bei David Leggio, dem gefeierten Torwart, und Verteidiger Söderholm. Neu kommen Jon Matsumoto (Augsburg), Brooks Macek (Iserlohn) und Derek Joslin (Nürnberg).

Don Jackson ist sich sicher, dass ihm wieder eine Toptruppe zur Verfügung stehen wird. In den nächsten Tagen sichtet er Scouting-Material „aus Finnland, Schweden, Nordamerika“. Mit Spielern, die auch mal ins Münchner Rathaus wollen.

Rubriklistenbild: © GEPA Pictures

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