Jung, einheimisch – plötzlich gefragt

EHC-Verletzungspech ist Chance für Youngster - Bangen um Joslin

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Unglücklicher Schütze: Trotz eines Tores von Maxi Kastner schied der EHC München in der CHL aus.

München – Die lange Liste von Verletzten beim EHC Red Bull München ist für die Nachwuchsspieler die Chance sich zu zeigen. Bestes Beispiel ist Maximilian Kastner.

Der EHC Red Bull München hat einen der besten Kader der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Tor, Abwehr, Sturm – alle drei Mannschaftsteile sind nicht nur tief, sondern auch qualitativ hochwertig besetzt. Doch sechs Verletzte – darunter einige Leistungsträger – kann selbst der amtierende Deutsche Meister nicht kompensieren. Die vergangenen drei Spiele gegen die Nürnberg Ice Tigers (2:4), die Adler Mannheim (6:3) und die Växjö Lakers (3:4) zeigen: Die Mannschaft von Trainer Don Jackson muss sich ein wenig durch diese anstrengende und Kräfte raubende Phase der Saison mogeln.

Die Verteidiger Daryl Boyle, Florian Kettemer und John Rogl sowie die Stürmer Steve Pinizzotto, Frank Mauer und Joachim Ramoser fallen derzeit aus. So musste Don Jackson am Dienstagabend in der Champions Hockey League (CHL) gegen die Växjö Lakers beim Auswärtsspiel in Schweden wieder einmal improvisieren. Stürmer Yannic Seidenberg, vom EHC-Coach für seine Qualitäten als Allrounder geschätzt, half wie schon in der Vorsaison in der Verteidigung aus. Er fehlte damit aber natürlich vorne, und der EHC konnte nicht mit vier kompletten Sturmreihen antreten.

Magen-Darm-Virus bei Joslin

Gut möglich, dass morgen im DEL-Auswärtsspiel bei den Iserlohn Roosters mit Derek Joslin ein weiterer Verteidiger fehlen wird. Der Kanadier kam mit einem Magen-Darm-Virus zurück aus Schweden und ist körperlich angeschlagen. Die vielen Ausfälle sind die Chance für die jungen einheimischen Spieler, sich zu präsentieren. Gegen die Växjö Lakers traf der 23-jährige Maxi Kastner zum zwischenzeitlichen 1:1, kurz vor Schluss hatte er sogar den erneuten Ausgleich auf dem Schläger. „Wir hätten das Spiel genauso gut gewinnen können. Leider hat es nicht gereicht“, sagte der gebürtige Garmisch-Partenkirchener nach dem Ausscheiden im CHL-Sechzehntelfinale.

Kastner hat sich spätestens seit den Playoffs der vergangenen Saison einen Stammplatz erkämpft. In der Hauptrunde hatte er sich erst an der Schulter und dann am Knöchel verletzt und deswegen viele Spiele verpasst. Zum Ende der Saison kam er aber richtig in Schwung, auf dem Weg zur Meisterschaft steuerte Kastner in den Playoffs ein Tor bei. Und auch in dieser Saison hat er in der Liga schon zweimal getroffen.

Auch Andreas Eder darf vorspielen

Noch nicht ganz so weit ist Andreas Eder. Der 20-jährige Miesbacher ist eher für den EHC-Kooperationspartner SC Riessersee in der DEL2 eingeplant. „Wir haben einen großen Kader mit einer Menge Erfahrung“, sagte Eder vor der Saison. „Aber wenn einer von uns jungen Spielern die Chance bekommt, dann werden wir sie auch nutzen.“

Nun ist die Chance da – und bis jetzt hat Eder das Beste daraus gemacht. In der Reihe mit Maxi Kastner zeigte der 1,89 Meter große Stürmer gute Ansätze, auch an Kastners Tor gegen die Växjö Lakers war er beteiligt. Eder weiß, dass er wieder ins zweite Glied rutschen wird, wenn alle Spieler fit sind. Aber bis dahin kann er zeigen, ob er DEL-Format hat.

von Christoph Fetzer

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