So formte der Coach die Super-Truppe

EHC-Triumph: Das ist Don Jacksons Meistergeheimnis

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Meistermacher Don Jackson.

München - Der EHC München ist Deutscher Meister! Wie Coach Don Jackson die Mannschaft formte, erfahren Sie hier in unserem großen Erklärstück.

Der große Moment war gekommen. Jener Augenblick, auf den sie alle hingearbeitet haben. Als seine Spieler mit der Schlusssirene den vierten Sieg (5:3) der Finalserie gegen die Grizzlys Wolfsburg und damit vielmehr die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte des EHC Red Bull München wie die kleinen Kinder feierten, blieb Don Jackson einmal mehr die Ruhe selbst. Der Headcoach steckte seine Brille ins Sakko, um anschließend jeden aus seinem Trainerteam zu umarmen. Und siehe da: Selbst dem sonst immer abgeklärten 59-Jährigen kullerten ein paar Tränen über die Wange. „Das waren Tränen der Freude, das ist sehr emotional“, sagte Jackson.

Dabei kennt er dieses Gefühl so gut wie kein anderer DEL-Coach. Nach fünf Meisterschaften mit Berlin ist es nun die erste mit München. „Aber jeder Titel ist auf seine Weise speziell“, sagte er vor der Kabine in der Wolfsburger Arena, während sein Team noch auf dem Eis feierte. „Jungs zu sehen, die zum ersten Mal einen Titel holen, das gibt dir einen Thrill.“

Schon vor einem Jahr schien der EHC, der die Hauptrunde als Zweiter abschloss, auf gutem Wege. Doch dann folgte das 0:4-Aus im Viertelfinale gegen Wolfsburg. Seitdem hat sich einiges geändert. Auch bei Jackson. Er erkannte, dass er etwas am Fitnesstraining ändern musste. Fortan hielt sich die Zahl der Muskelverletzungen im Rahmen. Eine weitere Zutat für das Erfolgsrezept: „Wir sind gewachsen, gewachsen und gewachsen“, sagte er. Vor allem nach dem langen Anlauf, als München viele Partien im Schlussdrittel noch abgegeben hatte, „haben wir einen Weg gefunden, konstant zu werden“.

Seit Dezember präsentierten sich die Red Bulls in der Verfassung, die für solch einen Triumph nötig war. „Das ist manchmal Kopfsache“, räumte Mads Christensen sein, der schon in Berlin drei Meisterschaften unter dem US-Coach feierte. „Nach Weihnachten geht es um die Plätze in der Tabelle, dann kommen die Playoffs. Da will man zeigen, dass man bereit ist.“ Das war der EHC. Die Sache mit dem Kopf – auch das ein Verdienst von Jackson. „Heutzutage müssen Trainer mehr Psychologe sein“, meinte Franky Mauer, vor einem Jahr noch Meister mit den Adlern. „Du hast mittlerweile mehr Erfolg, wenn du die Spieler mit mehr Respekt begrüßt als damals, wo die härtere Hand das gern genutzte Mittel war. Aber das Spiel hat sich verändert, die Spieler auch. Er hat einfach den richtigen Draht zu uns gefunden und immer die Dinge angesprochen, die angesprochen werden mussten. Er ist schon ein Fuchs. Wenn du das machst, was er von dir verlangt, wirst du Erfolg haben.“

Und wenn der da ist, feiert auch mal ein Don Jackson. Als die Fans eineinhalb Stunden nach dem Ende der Partie noch einmal den Coach forderten, ließ er es sich nicht nehmen, ihnen die Trophäe zu präsentieren und jeden abzuklatschen. Große Momente sorgen eben auch bei einem großen Trainer für große Emotionen. 

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