Zwischen DEL und Bezirksliga

München - Das Ganze ist aus dem Nichts gekommen“, sagt Martin Buchwieser, Eishockey-Nationalspieler des EHC München. Bis vor einer Woche dachte auch er, es sei alles in Ordnung bei seinem Klub.

Dann kam die Rund-SMS von Manager Christian Winkler, die von der Gefahr kündete für den Verein in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL): Die Gesellschafter würden wegen des defizitären Betriebs einen Umzug an einen anderen Standort erwägen, eventuell auch einen Verkauf des EHC.

„Jetzt kriegen wir alle zwei Tage eine Mail, doch Neues steht nicht drin“, so Buchwieser, der gestern nach einem PR-Termin in der BMW-Welt zusammen mit seinem Teamkollegen Felix Petermann noch auf ein Meeting mit Christian Winkler in die EHC-Geschäftsstelle auf der anderen Seite des Mittleren Rings einbestellt war. „Wir gehen davon aus, dass es in München weitergeht“, erklärt Verteidiger Petermann. „Doch wenn es hart auf hart kommt“, sagt Stürmer Buchwieser, „muss ich hoffen, dass ich woanders unterkomme“.

Mit Rainer Beck, einem Unternehmer, der sich bereits beim Zweitliga-Finalisten Landshut Cannibals engagiert, soll es einen Interessenten geben, der die EHC-Gesellschaftsanteile des ausstiegswilligen Waldemar Jantz übernehmen könnte – doch vorerst ist das nicht mehr als die übliche Heilsbringer-Erwartung. Auch beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) ist man skeptisch, Präsident Uwe Harnos spricht von einer „bitteren Pille“, falls München als DEL-Standort aufgeben müsse, „dann wäre München wohl fürs Eishockey überhaupt verloren“. Das betrifft den DEB, weil er die nächsten Jahre sein Hausturnier um den Deutschland-Cup in München ausrichten möchte und dabei auf die Organisationsstrukturen des EHC und auf die Münchner Fan-Gemeinde angewiesen ist. Man richtet sich bereits darauf ein, dass der Deutschland-Cup im November 2012 bereits eine Nummer kleiner gefahren werden muss – in der Olympia-Eishalle statt der großen Olympiahalle, in der noch einmal ein Umbau erforderlich ist.

Die Zukunft des EHC? Noch kämpft er um die DEL. Die Alternativen wären, so Verbandsboss Harnos: „Wirtschaftlicher Abstieg in die 2. Liga, mit oder ohne Insolvenz der GmbH.“ Landshut oder Rosenheim könnten in die DEL nachrücken. Sollte der EHC die Lizenz verkaufen (etwa an den Interessenten Schwenningen), wäre ein Neuanfang in 2. oder Oberliga nicht möglich. Harnos: „Dann müsste München in die Bezirksliga."

Von Günter Klein

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