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EHC München feuert Sean O'Connor!

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Ein lockerer Typ - aber vielleicht zu locker? Angeblich passte die Chemie zwischen Sean O’Connor (Foto) und Trainer Pierre pagé nicht.

München - Paukenschlag beim EHC München! Nach Informationen der tz hat sich der Klub aus dem Vertrag mit Sean O'Connor herausgekauft und den Stürmer entlassen.

Eigentlich muss man Sean O’Connor mögen. Der riesenhafte Kanadier ist ein äußerst lockerer und kumpelhafter Typ, immer für einen Witz gut. Dem EHC Red Bull München war diese dauerhafte Flapsigkeit aber offenbar ein Dorn im Auge. Wie die tz exklusiv erfahren hat, bekam der Stürmer seine Entlassungspapiere ausgehändigt! Demnach hat sich der EHC aus dem Vertrag mit O’Connor herausgekauft.

Es geht damit eine Beziehung zu Ende, die schon unter keinen guten Vorzeichen gestartet war. Der Vertrag mit O’Connor war schon fix gewesen bevor feststand, dass Pierre Pagé neuer Trainer wird. Ein Schleifer. O’Connor aber sieht sich dann am besten, wenn er locker aufspielen kann. Dazu kam, dass O’Connor in schlechtem Gesundheitszustand zum EHC gekommen sein soll. O’Connor hatte im Vorjahr mit mehreren Verletzungen und Krankheiten zu kämpfen. Der EHC hatte nach tz-Informationen die Gelegenheit, den Vertrag zu einem früheren Zeitpunkt per Klausel zu lösen, glaubte aber an den Deutsch-Kanadier und behielt ihn.

Denn O‘Connor hat sich in den vergangenen Jahren bei Augsburg und Ingolstadt durchaus einen guten Ruf erspielt. Als Abstauber vor dem gegnerischen Tor war er kaum zu halten. Und auch als Faustkämpfer mit dem Spitznamen Hooligan war er bei den Gegnern gefürchtet, bei den Mitspielern hoch angesehen.

Beim EHC zeigte er seine Fähigkeiten auf dem Eis eher selten. Anfang Oktober hatte er ein super Wochenende, an dem er drei Tore erzielte. Drumherum kam nicht viel – insgesamt stehen fünf Tore und eine Vorlage für ihn zu Buche.

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Beim EHC bestritt O‘Connor nur 13 DEL-Partien. Wegen Verletzungen und auch wegen einer Sechs-Spiele-Sperre, die ihm Trainer Pagé aber nicht übel nahm. Er hatte beim 0:9 in Mannheim während einer Auseinandersetzung Gegenspieler Nikolai Goc blutig geprügelt. Beim Rückspiel am Freitag (19.30 Uhr, Olympia-Eishalle)wird O’Connor nun fehlen.

Ob er nun bei der Ligakonkurrenz unterschreibt oder ob ihm das beim Buyout durch den EHC vorerst untersagt worden ist, darüber war bis zu Redaktionsschluss nichts zu erfahren. O’Connor ist wegen seines Potenzials und seines deutschen Passes sicher begehrt.

Für einige andere EHCler dürfte die Entlassung ein Warnschuss sein. Dahingehend, dass sie in Reha, Training und Spiel immer Vollgas geben. Die Trainer haben nach tz-Informationen im Saisonverlauf bereits mit mehreren Spielern Einzelgespräche geführt, in denen sie die teils zu entspannte Einstellung kritisierten.

Zuletzt zeigten sich die Münchner allerdings verbessert. Gerade vorigen Sonntag beim 2:0 bei Tabellenführer Kölner Haie deutete der EHC sein Potenzial an. Selbst die Edeltechniker an Bord wie der nicht selten kritisierte Jon DiSalvatore warfen sich aufopferungsvoll in die Schüsse. O’Connor fehlte da bereits.

Martin Wimösterer

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