Interview mit dem Akademie-Chef

Personalnot beim EHC: Mit den Youngstern zum Derby-Sieg?

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Akademie-Chef De Raaf.

München - Beim EHC München wird die Personaldecke dünner: Mehrere Spieler fallen gegen Iserlohn aus. Die Chance für die junge Garde? Wir sprachen mit dem Akademie-Chef.

Personalnot bei den Roten Bullen! Die Verteidiger Daryl Boyle, Florian Kettemer und John Rogl sowie die Stürmer Steve Pinizzotto, Frank Mauer und Joachim Ramoser fehlen dem EHC RB München verletzt. Am Freitagabend mus Trainer Don Jackson beim Auswärtsspiel in Iserlohn zudem auf Derek Joslin verzichten. Den US-Profi plagt ein Magen- und Darm-Virus. Ob er am Sonntag beim Heimspiel (16.30 Uhr) gegen Ingolstadt wieder auf dem Eis stehen kann, ist noch ungewiss.

Für zwei Youngster ist diese Verletzungsmisere eine große Chance. ­Niklas Postel (20) und Emil Quaas (19 Jahre) – beides Spieler der Red Bull Hockey Juniors und Absolventen der Red Bull Academy in Salzburg – bekommen die Möglichkeit, ins DEL-Team aufzurücken. Die tz sprach mit Akademie-Chef Helmut de Raaf über die beiden Nachwuchsspieler und die Ausbildung in Salzburg.

Herr de Raaf, wie beurteilen Sie, ob ein Spieler bereit ist, ins DEL-Team aufzurücken?

Helmut De Raaf: Es geht in allererster Linie um die individuelle Leistung, die Präsenz während der Partien. Die Spieler stehen unter stetiger Beobachtung – auch durch die Trainer der Profimannschaften. Meistens ist ein Coach der Münchner DEL-Mannschaft bei den Spielen unseres Farmteams dabei. Außerdem stehen wir in sehr engem Kontakt, besprechen und entscheiden gemeinsam, wer die Chance bekommt, sich in den Profimannschaften zu beweisen.

So wie an diesem Wochenende Niklas Postel und Emil Quaas.

De Raaf: Richtig. Die beiden haben bisher konstant gute Leistungen gezeigt und sich bereits in der Alps Hockey League bewiesen. Beide haben großes Potenzial und dürfen nun schauen und überprüfen, an welchem Punkt sie stehen.

Was ist, wenn deutlich werden sollte, dass der Schritt zu früh kommt?

De Raaf: Die Spieler wissen, dass es sich um eine Chance und eine Momentaufnahme handelt. Es geht keiner von ihnen mit den Erwartungen nach München, für den Rest der Saison ein Stammspieler der Profimannschaft zu sein. Wenn es gleich funktioniert, ist das schön. Wenn nicht, wird so lang weitergearbeitet, bis die Spieler so weit sind.

Mit der Red Bull Academy wurde 2014 das modernste Trainingscenter für Fußball und Eishockey in Europa gegründet. Was ist das Besondere an diesem Konzept?

De Raaf: Unser Ziel ist es, die schulische und die sportliche Ausbildung bestmöglich zu verbinden. Die Absolventen sollen in allen Bereichen gefördert werden, sodass sie ihr Potenzial auf allen Ebenen voll ausschöpfen können. Die Akademie hat den großen Vorteil, dass wir sehr individuell auf die Talente eingehen und sie fördern können. Jeder Jahrgang umfasst lediglich an die 20 Absolventen. Bis zum Alter von 18 Jahren leben die Spieler auf dem Campus, danach bekommen sie Apartments im Umkreis zur Verfügung gestellt, um einen weiteren Schritt in die Selbstständigkeit zu machen. Wir sehen uns in der Verantwortung, dass für die Jungen eine berufliche Grundlage gesichert ist.

Und Teams wie der EHC RB München, oder RB Salzburg können auf Eigengewächse zurückgreifen...

De Raaf: Das ist der große sportliche Vorteil für die Vereine. Die eigenen Nachwuchsspieler kennt man durch die jahrelange, gemeinsame Arbeit am besten und weiß, was man von ihnen erwarten kann.

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