Champions League läuft, DEB-Team trainiert

Vorbereitung auf die Eishockey-Saison: Akribisch wie nie

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Arbeiten für Olympia: Bundestrainer Marco erklärt in Mannheim der Nationalmannschaft seine Taktik.

München/Mannheim – Der erstaunliche August-Betrieb der Wintersportart Eishockey. Die Champions League läuft, die Nationalmannschaft trainiert. Für vier DEB-Spieler geht es von Riga weiter nach Kanada.

Don Jackson, der Trainer des EHC München, ist schon wieder am Philosophieren. Es gebe, sagte der US-Amerikaner, nach dem 4:3-Sieg seines Teams in der Champions Hockey League (CHL) beim tschechischen Klub Orli Znojmo vier Wege, wie ein Spiel verlaufen könne: „Du spielst großartig und gewinnst, du spielst großartig und verlierst, du spielst lausig und gewinnst, du spielst lausig und verlierst.“

Zwei Pflichtpartien hat der Deutsche Meister nun hinter sich. Beim HC Fribourg-Gotteron in der Schweiz hat er 0:3 verloren – wohl weil der gegnerische Torwart „ein Überspiel“ (so Münchens Verteidiger Konrad Abeltshauser) lieferte. Mit dem 4:3 in Znojmo, zu verdanken verbesserter Defensivarbeit und einer Charakterleistung im Schlussdrittel hat der EHC sich in seiner CHL-Gruppe auf Platz zwei positioniert. Da er die Rückspiele gegen Fribourg und Znojmo zuhause hat, wird er wohl die Runde der besten 32 Klubs erreichen.

Es ist ja immer noch August, aktuell sogar hochsommerlich warm, und dafür macht das von vielen als Wintersportart eingestufte Eishockey mächtig Betrieb. Die deutschen Klubs in der Champions League stellen sich besser an als erwartet (Mannheim, Krefeld und Berlin landeten Siege, die nicht zu erwarten waren), und die Nationalmannschaft bereitet sich auf ihre erste Aufgabe der Saison mit nicht gekannter Akribie vor. Bereits im Juli hatte Bundestrainer Marco Sturm einen Lehrgang in Füssen angesetzt, nun läuft Phase zwei in Mannheim. Dreieinhalb Trainingstage voller Konzentration – und am Freitag geht es auf die Reise. Die Mannschaft (ohne Verteidiger Justin Krueger, er musste gestern wegen einer Knieverletzung absagen) fliegt nach Minsk, wo sie am Wochenende gegen Gastgeber Weißrussland und Frankreich Testspiele hat. Von Minsk geht es weiter nach Riga: zum Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang. Gespielt wird am 1. September (gegen Japan), am 2. (Österreich) und 4. (Lettland). Ein straffes Programm.

Für einige aus der Mannschaft steht danach gleich die nächste Verpflichtung an. Dennis Seidenberg, Christian Ehrhoff, Leon Draisaitl und Tobias Rieder sind auch für den World Cup of Hockey nominiert, das bestbesetzte Turnier in der Geschichte des Eishockeys, es beginnt am 17. September in Toronto. Diese vier deutschen Spieler aus der NHL gehören dem „Team Europa“ an, in dem sich Cracks aus den Ländern versammeln, die nicht aus den großen Eishockey-Nationen Kanada, USA, Russland, Schweden, Finnland, Tschechien stammen. Präsident des Teams ist Franz Reindl, der Chef des Deutschen Eishockey-Bundes.

Reindl: „Von Riga geht es für uns nach Frankfurt und von da mit weiteren Team-Europe-Spielern, die von den Olympia-Qualifikationsturnieren in Oslo und Minsk anreisen, nach Kanada.“ Nach Quebec ins Trainingslager.

Christian Ehrhoff, derzeit NHL-vertragslos, will den World Cup „auch als Bühne nutzen“, Dennis Seidenberg ebenso. Dafür verzichtet man auf den Sommer. „Ich hatte zwei Wochen Urlaub“, sagt Seidenberg, „danach ging’s schon wieder los.“

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