EHC-Star bricht Mannheims Reul den Kiefer

Pinizzotto sorgt für Weckruf - "Wichtig, so einen zu haben"

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Für Steve Pinizzotto (blaus Trikot) war das Spitzenspiel wegen der Attacke auf Mannheims Denis Reul bereits nach 13 Minuten beendet

München - Steve Pinizzotto weckte den EHC durch seine Prügel-Einlage im Spiel gegen die Adler Mannheim auf. Kritik aus den eigenen Reihen musste er nicht fürchten, ganz im Gegenteil.

Die Fans forderten immer wieder Steve Pinizzotto (1,85 Meter, 98 Kilogramm), als die Roten Bullen sich auf die Ehrenrunde begeben hatten. Vergeblich. Dabei war es keineswegs so, dass der Angreifer beim 4:2-Sieg gegen die Adler aus Mannheim der Matchwinner im klassischen Sinne gewesen war. Doch der 31-Jährige sammelte Pluspunkte mit einem Faustkampf in bester Rocky-Balboa-Manier gegen Denis Reul (1,93 Meter, 104 Kilogramm), den der Münchner zwar für sich entschieden hatte, damit aber auch vorzeitig zum Duschen gehen musste. Reul kam mit 14 Strafminuten davon – erlitt allerdings eine doppelte Kieferfraktur und muss operiert werden.

Kritik aus den eigenen Reihen für seinen Rüpelauftritt musste Pinizzotto nicht fürchten, ganz im Gegenteil. „Er wurde ins Gesicht geschlagen, was hätte er tun sollen“, meinte Headcoach Don Jackson. Auch wenn die Partie für Pinizzotto wegen des Checks gegen den Kopfbereich bereits nach 13 Minuten beendet war: „Es ist sehr wichtig, so einen zu haben“, erklärte Goalie Danny aus den Birken: „Er zeigt, dass wir uns nichts gefallen lassen und er sich für die Mannschaft einsetzt. Das kann dem Team einen Push geben.“ Und „das war in diesem Fall mit Sicherheit so“, ergänzte Kapitän Michael Wolf.

Tatsächlich verlieh es dem EHC Auftrieb: Die Bullen schalteten noch einmal einen Gang nach oben und bogen durch die Treffer von Wolf und Frédéric St-Denis noch vor der ersten Pause auf die Siegerstraße ab.

Nun ist nach dem Erfolg einfach gesagt, dass diese Aktion wichtig war. Dass der Kanadier seinen Kollegen damit auch mal schaden könnte, glaubt sein Keeper aber nicht. „Er ist Routinier genug. Er weiß, wie er Momente einsetzt. Er ist ein guter Spieler, kein dummer“, sagte aus den Birken. Pinizzotto werde immer mal „Strafzeiten ziehen. Er ist ein Spielertyp, dem man das zugestehen muss“, meinte Wolf.

EHC-Star Pinizzotto brach Mannheims Reul den Kiefer

Es war eine Szene, die allerdings sinnbildlich für die gesamte Begegnung, ja sogar für das gesamte Auftreten der Münchner stand. Denn es ging nahezu über die gesamten 60 Minuten auf dem Eis intensiv zur Sache. Jeder kämpfte aufopferungsvoll um die Scheibe. Mit einer gesunden Portion Härte, keiner war sich für keinen Zweikampf zu schade. „Wir haben die richtige Mischung im Team“, sagte Jackson.

Grund zur Euphorie ist das aber noch lange nicht. Nach der Niederlage im Penaltyschießen bei den Kölner Haien (2:3) sowie dem Erfolg gegen den Vorjahresmeister setzten die Bullen aber schon einmal ein erstes Ausrufezeichen und haben als Tabellenvierter vier Punkte auf dem Konto. „Aber es gibt immer Luft nach oben“, so Wolf. „Wir könnten noch die ein oder andere Chance mehr verwandeln.“ Es sei zwar ein „guter Einstand“ gewesen, „aber unser Ziel ist es immer, das Wochenende mit sechs Punkten abzuschließen“, betonte aus den Birken. Der EHC ist eben nicht nur bissig und aggressiv, sondern auch hungrig nach dem maximalen Erfolg.

Marcel Guboff

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