Verkauft der EHC seine DEL-Lizenz?

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Der EHC denkt offenbar an einen Verkauf seiner DEL-Lizenz

München - Die zweite Saison des EHC München in der DEL war keine erfolgreiche - und käme es ganz dick, war es sogar schon wieder die letzte. Die Verhandlungen sollen weit fortgeschritten sein.

Seitens der EHC-Gesellschafter verhandelt man mit den Schwenninger Wild Wings über einen Verkauf der DEL-Lizenz.

Neben Schwenningen ist auch noch Landshut an einem Aufstieg ins Oberhaus interessiert. Da die DEL eine geschlossene Liga ist und laut Sprecher Alexander Morel derzeit keine zusätzlichen Mitglieder aufnehmen will, müsste ein DEL-Mitglied seine Teilnahmegenehmigung für 400 000 Euro zurückgeben oder verkaufen. Neben München waren dem Vernehmen noch drei weitere Klubs zu Gesprächen über einen Lizenzverkauf bereit.

EHC im Lederhosen-Outfit

EHC im Lederhosen-Outfit

Wird es nach jahrelangem Aufbau von ganz unten nur ein kurzes DEL-Gastspiel? Dem letzten Münchner Verein im Oberhaus, dem Retorten-Klub Barons, waren nur drei Jahre vergönnt. „Stand Mittwoch ist ein Lizenz-Verkauf vom Tisch“, sagt ein EHC-Insider. Auch aus Schwenningen ist Entsprechendes zu hören. Doch die nächste Pokerrunde ist nicht unwahrscheinlich, sollte das Angebot stimmen. Eine DEL-interne Quelle behauptet, München und Schwenningen seien handelseinig.

Nach der dritten Spielzeit wollten die Gesellschafter ihr Investment ohnehin überprüfen, das haben sie nun vorgezogen. Offenbar glauben sie nach einem schlechten Jahr nicht mehr an ihr Baby. Nach dem Vorrunden-Aus besteht beim Sportlichen Verbesserungsbedarf. Doch finanziell musste der EHC zuletzt einen Rückschritt hinnehmen. Der Zuschauerschnitt sank – trotz einiger Schnäppchenaktionen und trotz des großen Spiels in der ausverkauften Olympiahalle. Bei Sponsoren gelang nicht der erhoffte Befreiungsschlag, auch weil die Bayern-Basketballer zeitgleich durchstarteten. Dazu steht fest, dass sich die Verhandlungen um eine neue Halle noch ziehen werden. Mit ihr wäre der EHC wohl attraktiver für Zuseher und Sponsoren.

Das Geschäftsjahr 2010/11 schloss der EHC laut Bundesanzeiger.de mit einem Jahresfehlbetrag von 2,7 Millionen Euro ab. Schon in den Jahren zuvor war es ein Zuschussgeschäft für die Gesellschafter Jürgen Bochanski, Michael Phillips und Waldemar Jantz.

Zuletzt hat sich, sagt ein Insider, Bochanski finanziell zurückgehalten. Bei Phillips, früher Teilhaber bei Müller-Brot, sitzt das Geld auch nicht mehr ganz so locker. Und bei Jantz steht die Scheidung seiner Ehe an...

Die Frage ist ob die Gesellschafter weiter Standhaftigkeit zeigen können und wollen. Die Verhandlungen über den Verkauf der Lizenz, wie auch immer sie ausgehen mögen, wecken ernsthafte Zweifel. Arme Münchner Eishockeyfreunde!

Martin Wimösterer

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