FC Bayern hofft auf Sieg in Frankfurt

Neuanfang mit alten Kräften

Treffsicheres Duo? Zumindest in den Nationalmannschaften schlugen Müller und Lewandowski zu. foto: baader

München – Zum Start in drei englische Wochen gastiert der FC Bayern am Samstag bei Eintracht Frankfurt. Aus den Fehlern, die in der letzten Woche vor der Länderspielpause gemacht wurden, haben Spieler und Trainer angeblich gelernt.

Das Interesse, das Carlo Ancelotti an der Klärung dieser einen Frage hatte, sah man ihm am Gesicht an. Aber er hatte aus den Tiefen seines Deutsch-Gedächtnisses einfach die falsche Vokabel gekramt. „Weil“, „weil“, „weil“ sagte der Trainer des FC Bayern am Freitag drei Mal hintereinander in Richtung des Journalisten, der sich zum wiederholten Male nach den Einsatzchancen von Julian Green beim Auswärtsspiel am heutigen Samstag in Frankfurt erkundigt hatte. Der Italiener wirkte fast verzweifelt, als er keine Antwort bekam. Erst als sein Nebenmann ihm flüsterte, dass er statt des Wortes „weil“ wohl das Wort „warum?“ hatte benutzen wollen, verstand er die Welt wieder. Also wiederholte er laut und deutlich: „WARUM?“

Tatsächlich ist es nach zwei Wochen Länderspielpause ja nicht unbedingt die brennendste aller Fragen an der Säbener Straße, ob ein Mann wie Julian Green (Einsatzminuten bisher: null) eine Chance bekommt. Und vor allem gleich zwei Mal nicht, wenn man sich wie der FC Bayern mit zwei Auftritten wie jenen in Madrid (0:1) und gegen Köln (1:1) in die ligafreie Zeit verabschiedet hat. Ancelotti sprach bewusst von einem Neuanfang, betonte, dass „ein guter Auftritt sehr wichtig“ sei. Und dass es zum Start in drei englische Wochen deshalb nicht auf die Julian Greens dieser Welt, sondern auf ganz andere Kaliber ankommen wird, ist nur logisch. Mit deutlich größerem Interesse als die guten Auftritte des US-Nationalspielers (inklusive zweier Tore) dürfte der Coach des Tabellenführers daher jene von Thomas Müller und Robert Lewandowski verfolgt haben. Seine beiden zuletzt glücklosen Stürmer haben zusammen in den vergangenen beiden Wochen sechs Tore erzielt. Da könnte ein Knoten geplatzt sein.

Die Chancenverwertung allerdings war nur ein Kritikpunkt jener Woche, die den Glanz von Ancelottis bis dato beeindruckender Start-Bilanz von acht Siegen hintereinander stark hat leiden lassen. Es gab noch diverse andere Stellen im Bayern-Spiel, die als verbesserungswürdig erschienen. Auch der Trainer hat das bemerkt – und findet die Kritik von außen daher angemessen: „Sie dient uns als Motivation“, sagte Ancelotti und versicherte: „Wir haben über die Fehler gesprochen und es jetzt verstanden.“ Allein von der Intensität her erwartet er in Frankfurt ein anderes Spiel.

Sieben Partien stehen für die Bayern ab diesem Samstag bis zur nächsten Länderspielpause an. Ancelotti arbeitet daran, dass seine Spieler am Ende dieser anstrengenden Phase nicht wieder so „müde“ sind wie zuletzt. Eigentlich sei er zufrieden mit seinen ersten Monaten in München, betonte er. Dass sein Team in den letzten beiden Partien aber „nicht unserer Idee des Spiels gefolgt“ sei, sei ein Makel. Für die kommenden Wochen gilt: Das Spiel verbessern und trotzdem erfolgreich sein. „Und wenn ich dann von zehn Spielen acht gewinne, eines verliere und eins Unentschieden spiele – dann würde ich das jetzt unterschreiben.“

Viel Zeit, mit seinen Profis zu sprechen, hatte Ancelotti allerdings nicht. Er ließ sich daher diesmal vorab nicht in die Karten schauen, betonte mehrfach, das Abschlusstraining abwarten zu müssen. Man nahm ihm ab, dass auch er die Fitness seiner ersten Elf nicht abschätzen kann. Es kam dann aber doch überraschend, dass in Franck Ribery ausgerechnet ein Profi angeschlagen absagen musste, der die letzten zwei Wochen an der Säbener Straße verbracht hatte. Immerhin hatte Ancelotti vorher schon verraten, dass Arjen Robben nach Rippenprellung fit sei und auch Holger Badstuber und Javi Martinez womöglich die Reise mit antreten könnten.

Vier Tage vor dem Champions League-Spiel gegen Eindhoven am kommenden Mittwoch wartet allerdings nicht unbedingt eine leichte Aufgabe. Die Eintracht hat zwar seit 756 Minuten gegen Bayern kein Tor mehr erzielt, ist aber zu Hause in dieser Saison noch ungeschlagen. Die Siege gegen Schalke und Leverkusen sowie der Punkt gegen die Hertha sollten Warnung genug sein. Müller und Lewandowski werden gefragt sein. Und Green? „Vielleicht können Sie ihn in Zukunft spielen sehen“, sagte Ancelotti.

Warum? Weil!

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