FC Bayern-Spieler hat Nachholbedarf

Arjen Robben strotzt vor Energie: "Ich will spielen"

Nicht zu stoppen: Arjen Robben vom FC Bayern
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Nicht zu stoppen: Arjen Robben.

München - Der Niederländer Arjen Robben ist in Topform und auch diese Saison beim FC Bayern wieder ein Mann für die Rückrunde – mit gelegentlichen Auftritten in ungewohnter Rolle. 

Der Name Werder Bremen ist wie ein Gruß aus der Vergangenheit. Es gab eine Zeit, als Duelle zwischen den Hanseaten und dem FC Bayern das Beste waren, was die Bundesliga zu bieten hatte. Werder, das war der kleine, bescheidene, aber sehr erfolgreiche Gegenentwurf zum Schwergewicht aus dem Süden. Seitdem ist aber viel passiert. Heute schonen die Bremer ihre Besten und lassen sie gelbgesperrt pausieren, weil sie sich in München eh nichts ausrechnen und im Abstiegskampf alle Kräfte brauchen. Werders Sportchef Thomas Eichin bezeichnete die Bayern am Donnerstag als „Bestien“. So groß ist der Unterschied zwischen den Grünen und den Roten mittlerweile.

Spiele gegen Werder sind nicht mehr der Höhepunkt, sondern das Vorprogramm. Am kommenden Mittwoch kämpfen die Bayern gegen Juventus Turin um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League. Der Pflichttermin am Samstag würde sich anbieten, um einigen Spielern eine Verschnaufpause zu gönnen. Einer würde auf diesen Service allerdings liebend gerne verzichten. „Ich habe diese Woche schon genug Schonung gehabt“, sagt Arjen Robben. „Ich will spielen.“ Nach zwei englischen Wochen haben die Bayern ein paar sehr willkommene ruhigere Tage erlebt. Aber zehn Tage Pause, das geht Robben jetzt doch zu weit, auch wenn er weiß: „Letztlich gibt es bei uns nur einen, der entscheidet.“

Arjen Robben strotzt vor Energie - er will unbedingt

Der Niederländer hat das Gefühl, eine Menge nachholen zu müssen, nachdem er in der Vorrunde verletzungsbedingt etliche Spiele verpasst hatte. Robbens Auftritte in den letzten Wochen strotzten vor Energie. Es gab Partien, die er im Alleingang hätte entscheiden können – wenn seine Präzision im Abschluss nur so ausgeprägt gewesen wäre wie Eifer und Laufbereitschaft. Erst seit dem ersten Achtelfinale in Turin und dem Heimspiel gegen Mainz tritt er auch wieder als Vollstrecker in Erscheinung. Wenige Wochen im regelmäßigen Einsatz machen sich positiv bemerkbar. Robben merkt, „dass ich jetzt auf einem viel höheren Niveau bin“ als Mitte Februar.

Während sich draußen die Sonne durchsetzte, berichtete er im Interviewraum am Donnerstag von regelrechten Frühlingsgefühlen. Wie so oft scheint auch diesmal die Rückrunde der Abschnitt zu sein, in der der Rechtsaußen das liefert, was sich die Bayern schon im Sommer und Herbst von ihm versprachen. Mittlerweile hat er „wirklich die Hoffnung, dass es so bleibt“ und der Körper mitspielt. Vom hochbegabten Kingsley Coman, in der Hinrunde ein prächtiger Vertreter, ist zuletzt selten die Rede gewesen. Am Samstag beim Spitzenspiel in Dortmund gehörte der Franzose nicht einmal zum Kader.

Arjen Robben erweitert derweil im Herbst der Karriere sein Repertoire noch mal. Zuletzt verließ er in der Bundesliga öfter sein Revier an der Seitenlinie und strebte (wie Douglas Costa, sein Pendant auf der linken Seite) ins Zentrum, um dank seiner Schnelligkeit und Zweikampfstärke das Spiel der Bayern in den bekannt engen Räumen zu forcieren. „Mit 32“, weiß er, „hört es sich komisch an, wenn man von einer Entwicklung spricht.“ Aber wenn es sein Spiel verbessert, fühlt sich Robben zum Lernen niemals zu alt.

Marc Beyer

Marc Beyer

E-Mail:Marc.Beyer@merkur.de

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