"Mein Ziel? Gesundheit!"

Robben verrät nach Comeback: So will ich fit bleiben

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Arjen Robben feierte gegen Hertha BSC ein Traum-Comeback.

München - Was war das für ein Traum-Comeback für Arjen Robben gegen die Hertha! Was er dabei fühlte, verriet er danach der tz. Das Interview.

Hier die Anleitung zum perfekten Comeback: In Minute 65 – von den Fans umjubelt – eingewechselt werden und sieben Minuten später treffen. Wie das in der Praxis funktioniert, weiß nur einer: Arjen Robben. Beim 3:0-Sieg des FCB gegen Hertha BSC kehrte der Holländer nach 67 Tagen Verletzungspause (Faserriss) zurück und legte ein wahres Traum-Comeback hin. Was er dabei fühlte, verriet Robben danach der tz. Das Interview:

Herr Robben, viel schöner kann ein Comeback nicht laufen, oder?

Arjen Robben: Es war Wahnsinn, wie im Traum. Vor dem Spiel habe ich ein wenig vor mich hingeträumt, wie es denn laufen würde – und dann ist es genauso passiert, wie ich es mir vorgestellt habe. Was soll ich sagen? Aktuell finde ich keine Wort für das, was da gegen Hertha passiert ist. Schöner geht es nicht.

Gerade nach der jüngsten Verletzung, der jüngsten Regeneration, dem jüngsten Comeback. Ist es Ihnen diesmal besonders schwergefallen?

Robben: Ja, es war schon schwer: Dieser Moment in Lippstadt, an dem du nach einem sehr, sehr langen Weg wieder zurück auf den Rasen kommst. Du hast gearbeitet, auch im Urlaub, eine Woche vor der Mannschaft mit dem Training begonnen und eigentlich alles gemacht – und dann wieder ein Rückschlag. Für mich war es aber wie ein Zeichen. Und soll ich Ihnen mal etwas sagen?

Bitte!

Robben: Ich habe jetzt alles auf die Reihe gebracht.

Was meinen Sie damit?

Robben: Ich habe mir viele Gedanken gemacht zuletzt. Wo kann ich etwas ändern? Wo gibt es noch Verbesserungspotenzial? All diese Dinge sind mir durch den Kopf gegangen.

Wollen Sie gelegentlich zu viel?

Robben: Vielleicht. Einerseits ist das mit Sicherheit eine meiner Stärken, manchmal kann das aber auch ein Nachteil sein. Dessen muss ich mir bewusst sein und auch mal verstärkt versuchen, im Kopf zu entspannen und etwas ­locker zu lassen. Vielleicht kommt das ja mit dem Alter (lacht). Aber wie gesagt: Einerseits ist es gut, dass man alles zu hundert Prozent angeht. Ich brauche das auch, deswegen habe ich in meiner Karriere bis jetzt auch viel erreicht. Manchmal muss man aber einfach auch ein wenig herunterfahren und mal ein bisschen weniger trainieren. Ohne Gas.

Vom Gas gehen – kann Arjen Robben das?

Erst flog die Kugel, dann er selbst: Arjen Robben trifft zum 3:0.

Robben (lacht): Kann ich schon, ja. Manchmal muss ich vielleicht noch ein bisschen mehr entspannen, aber das haben schon so viele Leute versucht. Jetzt haben wir einen neuen Trainer, der mir das auch schon mitgeteilt hat, aber jemand wie der Tiger (Co-Trainer Hermann Gerland, d. Red.) versucht das schon seit sieben Jahren. Das ist in einem drin, denke ich, das gehört zu meinem Charakter. Und es birgt Vorteile wie Nachteile. Auch jetzt wieder. Ich bin schon sehr stolz, dass ich so zurückgekommen bin, aber gerade jetzt gilt es, eine gute Mischung zu finden.

Inwieweit kann da die entspannte Art von Carlo Ancelotti helfen?

Robben: Sehr. Er ist sehr menschlich, redet viel und hat ganz einfach sehr viel Erfahrung. Auch sein Stab, insbesondere Giovanni (Fitnesstrainer Giovanni Mauri, d. Red.), hat die ganze Milan-Generation mit all ihren erfahrenen Spielern mitgemacht. Für mich ist das auf jeden Fall eine tolle Konstellation, aus der ich sicher meinen Nutzen ziehen kann.

Bayern schlägt auch Hertha - drei Mal Note 1

Wenn Fußballer auf Ziele angesprochen werden, fallen oft Begriffe wie Champions League oder Triple. Wie lauten Ihre Ziele?

Robben: Gesund zu bleiben. Das ist das einzige. Der Rest kommt. Ohne arrogant zu klingen, aber ich weiß, was ich kann. Das habe ich auch in den wichtigen Spielen immer wieder gezeigt. Wenn ich fit bin, dann weiß ich, was drin ist. Deswegen ist das das Einzige, was ich mir wünsche: Fit und ruhig zu bleiben. Der Rest kommt dann von selbst.

So wie heute. Keine fünf Minuten drin und schon zappelt der Ball im Tor.

Robben: Das ist super! Es sieht zwar alles sehr einfach aus, aber glaube mir: Das kommt nicht von allein. Da steckt schon ein wenig Arbeit dahinter.

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