Nach Unentschieden gegen Schalke

Robben hadert: "So ein Tor kann tödlich sein"

Arjen Robben, FC Schalke 04, FC Bayern München
+
Arjen Robben nach dem Schlusspfiff der Partie gegen den FC Schalke 04.

München - Nur ein Punkt aus zwei Spielen - mit dem Selbstverständnis des FC Bayern passt das gar nicht zusammen. Eleganz und Dominanz sind zum Start in das Fußballjahr 2015 etwas abhandengekommen. Arjen Robben wies auf eine „tödliche“ Gefahr für die Königsklasse hin.

Bayern Münchens Offensivstar Arjen Robben stand noch immer unter Strom. Diese Szene vor dem Ausgleich, sie wollte ihm einfach nicht aus dem Kopf gehen. „Das darf nicht passieren, da musst Du dein Leben, alles musst Du da reinlegen, dass keiner da köpft“, haderte der Niederländer und warnte am Sky-Mikrofon mit Nachdruck: „So ein Tor kann gerade in der Champions League tödlich sein.“

Eigentlich hatte der Fußball-Rekordmeister am Dienstagabend im ersten Heimspiel 2015 gegen Schalke 04 Wiedergutmachung für den desaströsen Rückrundenauftakt beim VfL Wolfsburg (1:4) betreiben wollen. Am Ende aber stand ein biederes 1:1 (0:0) und die Gewissheit, dass sich die Bayern noch immer im tiefen Winterschlaf befinden. Gerade mit Blick auf die kommenden Aufgaben in der Königsklasse und in der Liga schlug Robben Alarm. „Man muss kritisch sein, denn wir haben unsere Ziele“, sagte der Niederländer, der das anvisierte Triple in Gefahr sieht: „Du musst immer wieder kämpfen von der ersten Minute an. Am Ende kriegst du nichts geschenkt.“

Torschütze Robben ärgert sich über den Ausgleich

Robben, an diesem Abend wieder einmal der beste Münchner, wusste die vergangenen 90 Minuten nicht so recht einzuordnen. „Vielleicht muss man am Ende zufrieden sein“, sagte er: „Aber ich finde es ärgerlich. Wenn man 1:0 in Führung ist, dann muss man das zumachen." Trotz des frühen Platzverweises gegen Jerome Boateng (17.) hatten die Bayern ein ordentliches Spiel gezeigt und nur wenige Chancen zugelassen. Robben selbst hatte die Hausherren in der 67. Minute in Unterzahl sogar in Führung gebracht - ehe Schalkes Weltmeister Benedikt Höwedes (72.) unbedrängt zum Ausgleich traf. Gerade das ärgerte den 31-Jährigen.

"Es darf nicht sein, dass ausgerechnet Höwedes allein zum Kopfball kommen kann“, schimpfte Robben: „Es war klar, dass sie nur durch einen Konter oder eine Standardsituation ein Tor schießen können. Das ist ärgerlich.“ Trotz allen Ärgers über den späten Ausgleich richteten die Bayern den Blick bereits nach vorne. „Das Spiel war verbessert, wir hatten mehr Kontrolle und haben keine Konter zugelassen“, sagte Bastian Schweinsteiger und fügte mit Blick auf das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am Samstag an: „Da brauchen wir einen Sieg.“

Guardiola "sehr, sehr, sehr zufrieden"

Angesichts von 73 Minuten in Unterzahl gegen Schalke war Trainer Pep Guardiola aber „nicht nur zufrieden“, wie er betonte. „Ich bin sehr, sehr, sehr zufrieden. Unsere Leistung war viel besser als in Wolfsburg.“ Er selbst stand beim ersten nicht gewonnenen Heimspiel der Saison 90 Minuten unter Strom. Für ein Zwiegespräch mit dem Linienrichter rannte er bis zur Torauslinie, nach dem Führungstor durch Robben (67.) umarmte er den Vierten Offiziellen.

Smart versuchte er die „emotionale Aktion“ zu erklären. Angesprochen auf Personalien wie die Herausnahme von Mario Götze zugunsten von Dante (27.) oder den anfänglichen Verzicht auf Robert Lewandowski reagierte der Spanier dünnhäutig. „Das war meine Entscheidung“, entgegnete der Coach, der mit seinen Wechseln verblüffte.

Die Gäste aus Gelsenkirchen haderten dagegen mit dem Ergebnis nach ihrem äußerst biederen Auftritt. „Wer weiß, wie es gelaufen wäre, wenn wir den Elfmeter reingemacht hätten“, sagte Schalkes Sportvorstand Horst Heldt: „Wenn wir mehr gemacht hätten, wäre vielleicht mehr möglich gewesen.“ Auch Trainer Roberto Di Matteo war „ein bisschen enttäuscht, weil wir den Elfmeter verschossen haben“.

Dennoch hatte der Coach, der den FC Bayern vor drei Jahren mit dem FC Chelsea im „Drama dahoam“ gedemütigt hatte, am Mittwoch Anlass zur Freude. Das DFB-Sportgericht entschied, Torjäger Klaas-Jan Huntelaar nach seinem Frust-Rot gegen Hannover 96 zwar für sechs Spiele zu sperren, zwei Partien wurden aber auf Bewährung ausgesetzt. Damit fehlt der Hunter „nur“ noch in drei weiteren Partien.

SID/dpa

auch interessant

Meistgelesen

Scouting bei der EM: Diese Stars könnten zum FC Bayern passen
Scouting bei der EM: Diese Stars könnten zum FC Bayern passen
Verpasster Dopingtest: Darum blieb Thiago ohne Strafe
Verpasster Dopingtest: Darum blieb Thiago ohne Strafe
Ticker: Viertligisten für Bayern und BVB - RB zum Ost-Derby
Ticker: Viertligisten für Bayern und BVB - RB zum Ost-Derby
Er outet sich als Götze-Fan: "Ich mag Mario"
Er outet sich als Götze-Fan: "Ich mag Mario"

Kommentare