Chilene ist glücklich über das Double

Vidal im Interview: "Ich schäme mich ein wenig"

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Arturo Vidal gab im Pokalfinale sein letztes Hemd.

München - Er ist der selbst ernannte Krieger der Bayern. Arturo Vidal kämpfte auch in Berlin beherzt, sein zerrissenes Trikot zeigte das sinnbildlich. Das Interview:

Herr Vidal, große Spiele sind für große Spieler gemacht, oder?

Vidal: Das ist richtig. In dieser Art von Spielen kommt die Qualität der ganz großen Spieler zum Tragen, gerade in nicht so einfachen Momenten. Ich bin sehr glücklich, dass wir nun auch unser zweites Saisonziel erreichen konnten, für uns und für den gesamten Klub ist das etwas Großartiges.

120 Minuten, die Krämpfe und dann das Elfmeterschießen. Wie groß war der Kraftaufwand?

Vidal: Sehr groß, aber diese Intensität bringen Spiele dieses Kalibers ganz einfach mit sich. Den Rhythmus in einem Finale und dann auch noch über 120 Minuten hochzuhalten, ist sehr schwer. Alles ist ein Stück weit intensiver, deswegen muss ein Spieler auch mal über die Schmerzgrenze gehen.

Speziell bei Ihnen ist aufgefallen, dass Sie gegen Dortmund besonders die Kollegen in der Innenverteidigung unterstützt haben. Wie kam es dazu?

Vidal: Das stimmt. Am Samstag war es meine Rolle, etwas tiefer zu stehen, die Abwehr zu unterstützen und zu versuchen, unser Spiel von hinten aus aufzuziehen. Und ehrlich gesagt habe ich mich in dieser Rolle sehr wohlgefühlt. Klar, besonders viele Torchancen hatte ich dadurch natürlich nicht, aber das Wichtigste war der Pokal.

"Sieben Titel, aber Pep blieb etwas schuldig": Pressestimmen aus u.a. Deutschland und Spanien

Oder in Ihrem Fall: das zweite Double in zwei Jahren. Wo liegen Ihre Grenzen?

Vidal: Ich setze mir keine Grenzen. In der kommenden Saison werden wir dann einmal mehr die Champions League in Angriff nehmen.

Und jetzt? Ab nach Chile?

Vidal: So sieht’s aus. Mein Reiseplan sieht jetzt erst einmal ein paar freie Tage vor, die ich gemeinsam mit meiner Familie in Miami verbringen und auch ein wenig zum Abschalten nutzen werde.

Zwei Titel gewonnen, einen auf bittere Weise verloren – wie fällt das Fazit Ihres ersten Jahres beim FC Bayern aus?

Vidal: Ich bin der Meinung, dass wir viel mehr hätten erreichen können, wenn wir im Halbfinale der Champions League nur ein wenig mehr Glück gehabt hätten. Diese Mannschaft hätte es verdient gehabt, sämtliche Titel einzufahren, ganz einfach aufgrund unserer Qualität, unserer Spielweise und der Chancen, die wir uns in jedem Spiel erarbeiten. Am Ende hat es nicht sollen sein, mein Fazit fällt aber dennoch sehr gut aus. Im kommenden Jahr aber hoffentlich noch besser. Mit der Mannschaft, die wir haben, müssen wir diesen Titel angehen.

Was hat es Ihnen bedeutet, unter Pep zu spielen?

Vidal: Es war eine schöne Etappe, denn ich durfte einen unglaublichen Trainer kennenlernen. Seine ganze Art und seine Trainingsmethoden, dafür sind wir Spieler alle dankbar. Zum Glück haben wir zwei Titel gewonnen und er kann glücklich und als Sieger abtreten. Ich hoffe, dass es ihm bei Manchester City gut ergeht.

Bilder: So wild feierten die Bayern auf dem Marienplatz

Warum haben Sie all das den Menschen auf dem Marienplatz nicht über das Mikro gesagt?

Vidal: Ich schäme mich ein wenig, vor so vielen Menschen auf deutsch zu sprechen, dafür ist es noch nicht gut genug. Nächstes Jahr dann! 

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Aufgezeichnet: lop

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